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Österreichischer Staatspreis für Erwachsenenbildung 2017

Die Preisträgerinnen des Österreichischen Staatspreises für Erwachsenenbildung 2017 mit Bundesministerin Dr. Sonja Hammerschmid und der Staatspreis-Jury (Fotocredit: Bildungsministerium/APA-Fotoservice/Martin Lusser)

Am 16. November 2017 wurde von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid der Österreichische Staatspreis für Erwachsenenbildung 2017 in drei Kategorien verliehen. Über 100 geladene Gäste nahmen an der festlichen Verleihung in der Sky Lounge der Wirtschaftskammer Österreichs in Wien teil und würdigten gemeinsam sowohl die frisch gekürten Trägerinnen und Träger des Staatspreises als auch die Nominierten und die Vielfalt und Innovationskraft der österreichischen Erwachsenenbildung.

PreisträgerInnen 2017

Dagmar Ransmayr: Preisträgerin in der Kategorie "ErwachsenenbildnerIn 2017: Entwicklung durch Bildung"

Dagmar Ransmayr ist seit 1990 in der Erwachsenenbildung tätig und interkulturelle Theaterpädagogin. Seither setzt sie sich dafür ein, Menschen, die in Österreich ihre neue Heimat gefunden haben, eine Stimme zu geben. 1992 gründete sie die erste MigrantInnentheatergruppe Österreichs, im Jahr darauf entstand das erste abendfüllende Stück mit dem Titel "Die Fremden", nach dem sich das Ensemble schließlich benannt hat. Seither haben in 21 Produktionen und bei rund 500 Aufführungen 75 Personen aus 41 Ländern mitgewirkt. Dagmar Ransmayr hat die SpielerInnen dabei unterstützt, soziale Miss-Stände und Themen, die sie bewegen, denen sie auf der Reise oder Flucht begegnet sind, zu thematisieren und auf die Bühne zu bringen. Alle Stücke und Figuren werden in gemeinsamer Improvisationsarbeit entwickelt, und Dagmar Ransmayr begleitet die Gruppen als Leiterin und Regisseurin dabei. Das Theaterspiel ermöglicht so eine erweiterte Form des Austausches und der Kommunikation, einen Weg aus der Sprachlosigkeit und bietet eine Möglichkeit der Teilhabe. Die Kunstsprache des Theaters wird so zum Sprachrohr und Vehikel für Diskurse über dringliche gesellschaftliche Themen.

 

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Die Gewinnerin Dagmar Ransmayr mit Bundesministerin Sonja Hammerschmid und Kurator Markus Raml vom WIFI Österreich bei der Preisverleihung (Fotocredit: Bildungsministerium/APA-Fotoservice/Martin Lusser)

Frauenstiftung Steyr: Preisträgerin in der Kategorie "Themenschwerpunkt 2017: Qualitätsentwicklung"

Die Frauenstiftung Steyr verfügt seit 2004 über das Qualitätssiegel der oberösterreichischen Erwachsenen- und Weiterbildungseinrichtungen (EB-Qualitätssiegel OÖ) und seit 2012 über Ö-Cert. In Ergänzung zu Qualitätsbereichen der Ö-Cert-Zertifizierung wurde zur Qualitätsentwicklung bei der Validierung informell und nicht-formal erworbener Kompetenzen ein transnationales Peer Review Verfahren gewählt. Validierung ist ein europaweit aktuelles Thema bei der Umsetzung einer neuen Lernkultur, die durch Kompetenzorientierung und eine stärkere Autonomie der Lernenden gekennzeichnet ist.
Das Peer Review-Verfahren bietet eine innovative, qualitätsgesicherte Vorgangsweise, gibt Qualitätsbereiche vor und bietet Unterstützung durch ein detailliertes Manual, Leitfäden, Checklisten, Schulungsangebote und Mentoring. Die Einbeziehung von internationalen Fachleuten als Peers fördert die Sicht auf Entwicklungen und Best Practice-Beispiele, die über den eigenen nationalen Rahmen hinausgehen. Im Qualitätsentwicklungsprozess haben zudem alle Beteiligten eine Stimme: KundInnen, TeilnehmerInnen und Stakeholder eröffnen neue Perspektiven auf Programmentwicklung, Durchführung, organisationsinterne Haltungen, Strukturen und Angebote. Die Ergebnisse und Empfehlungen liegen in einem Peer Review-Report vor, wirken auf das Qualitätsmanagementsystem zurück und liefern Anregungen für die Weiterentwicklung.

 

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Klaudia Burtscher von der Frauenstiftung Steyr mit Stadträtin Ingrid Weixelberger und Jurymitglied Monika Thum-Kraft (Fotocredit: Bildungsministerium/APA-Fotoservice/Martin Lusser)

Elke Gruber: Preisträgerin in der Kategorie "Wissenschaft und Forschung 2017 - Gesamtwerk"

Elke Gruber gilt als Pionierin in der wissenschaftlichen Erwachsenenbildung. Aufgewachsen in der ehemaligen DDR hat sie nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester das Abitur im Zweiten Bildungsweg nachgeholt und ein Studium der Medizinpädagogik an der Humboldt-Universität in Berlin abgeschlossen. Dort war sie in den 1980er Jahren auch als Forschungsassistentin im Bereich Berufspädagogik/Erwachsenenbildung tätig. Nach dem Umzug nach Graz und einigen Hürden, weil das Studium zunächst nicht anerkannt wurde, war Elke Gruber seit 1989 Mitarbeiterin und später Universitätsassistentin am Institut für Erziehungswissenschaft an der Universität Graz. Nach ihrer Habilitation wechselte sie an die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und schuf dort den Lehrstuhl für Erwachsenen- und Berufsbildung. Seit 2014 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls für Erwachsenenbildung/Weiterbildung an der Karl-Franzens-Universität Graz. Sie lehrt und forscht dort in den Bereichen Erwachsenenbildung/Weiterbildung/Lebenslanges Lernen und Berufspädagogik. Elke Gruber war und ist federführend an der Entwicklung und Professionalisierung der Erwachsenenbildung beteiligt und hat einen wesentlichen Beitrag zur Erwachsenenbildungs-Forschung geleistet. Sie hat an zahlreichen Projekten mitgewirkt, die nach wie vor große Relevanz haben: Die wissenschaftliche Begleitung der Weiterbildungsakademie, die Entwicklung von Ö-Cert gemeinsam mit Peter Schlögl sowie die Studien zur Angebotsstruktur der Erwachsenenbildung in der Steiermark (PERLS) und in Tirol (MAP EB Tirol) sind Meilensteine für die Professionalisierung der Erwachsenenbildung.

Elke Gruber: Preisträgerin in der Kategorie "Wissenschaft und Forschung 2017 - Gesamtwerk" (Fotocredit: Bildungsministerium/APA-Fotoservice/Martin Lusser)

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Publikumsbeteiligung und Preisverleihung

Preisverleihung

In der Sky Lounge der Wirtschaftskammer Österreichs in Wien versammelten sich über 100 geladene Gäste aus der Erwachsenenbildungs-Community. Ein Programmpunkt des Abends war neben der Verleihung des Staatspreises für Erwachsenenbildung dem 20-jährigen Bestehen der Berufsreifeprüfung gewidmet, Seit ihrer Einführung im Jahr 1997 hat sich die Berufsreifeprüfung zum wichtigsten "nichttraditionellen" Weg zu höherer Bildung entwickelt und ist somit ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Maßnahme auf dem Weg zu mehr Durchlässigkeit im österreichischen Bildungssystem.

Beteiligung

Der Staatspreis für Erwachsenenbildung, wird seit nunmehr über 60 Jahren und heuer zum 53. Mal verliehen. Eine Jury aus Expertinnen und Experten wählte aus einem Pool an Einreichungen die Nominierungen aus, über die anschließend via Publikums-Voting fünf Wochen lang abgestimmt werden konnte. Das Interesse daran war enorm: über 6.200 Stimmen wurden abgegeben. Aber nicht nur die frisch gekürten Trägerinnen und Träger des Staatspreises standen im Mittelpunkt, auch die Nominierten wurden gebührend gefeiert. Der Staatpreis bietet somit einmal mehr eine Bühne zur Präsentation der vielfältigen und innovativen Bereiche der österreichischen Erwachsenenbildung.

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