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Europäisches Netzwerk für eine Politik lebensbegleitender Beratung (ELGPN)

CC BY Rudolf Götz, Franziska Haydn, Magdalena Tauber 2014 / aktualisiert 2020

Das Europäische Netzwerk für eine Politik lebensbegleitender Beratung (ELGPN, European Lifelong Guidance Policy Network), das 2015 seine Arbeit eingestellt hat, förderte die Kooperation der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, der Nachbarstaaten, die Zugang zum europäischen Programm "Lebenslanges Lernen" haben und der Europäischen Kommission im Bereich lebensbegleitende Beratung (LLG) sowohl im Bildungs- als auch im Beschäftigungssektor. Neben der Förderung der Zusammenarbeit war es Ziel, die Entwicklung von Programmen und Systemen lebensbegleitender Beratung auf Basis der Resolutionen des Europäischen Rates zu lebensbegleitender Beratung (2004, 2008) und den Prioritäten der Strategie "EU 2020" in den Mitgliedstaaten zu unterstützen.

 

Politischer Kontext

Im Rahmen der im Mai 2004 beschlossenen EU-Resolution über den Ausbau und die Stärkung der Politiken, Systeme und Praktiken auf dem Gebiet der lebensbegleitenden Beratung (im europäischen Kontext "Lifelong Guidance" - LLG) wurden die Mitgliedstaaten eingeladen "sich darum zu bemühen, eine effiziente Zusammenarbeit und Koordinierung zwischen den Beratungsanbietern auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene bei der Bereitstellung von Beratungsdiensten zu gewährleisten." Die Resolution zur besseren Integration lebensumspannender Beratung in die Strategien für lebenslanges Lernen (2008) stärkte das Mandat des ELGPN zusätzlich. Darin werden die Mitgliedstaaten und die EU-Kommission aufgefordert, die europäische Zusammenarbeit im Bereich LLG zu intensivieren, insbesondere durch das ELGPN, mit Unterstützung des Programms für lebenslanges Lernen 2007-2013 und in Verbindung mit Cedefop.

Ziele und Aufgaben

Das Netzwerk unterstützte die Weiterentwicklung und Verbesserung der nationalen Politiken und Programme im Bereich Lifelong Guidance (LLG) durch ein gemeinsames Vorgehen auf europäischer Ebene. Insgesamt wurden neben den vier Schlüsselthemen der EU-Resolutionen 2004 und 2008 sechs politische Handlungsfelder identifiziert und bearbeitet:

  • Berufsbiographische Gestaltungskompetenz (Career Management Skills - CMS): Zu diesem Thema hat das Netzwerk auch ein Konzeptpapier erarbeitet. Darin werden die Herausforderungen für die Umsetzung einer Politik zur Förderung der berufsbiografischen Gestaltungskompetenzen analysiert. Aufgrund theoretischer Erkenntnisse und den Erfahrungen der ELGPN-Mitgliedstaaten erfolgt die Identifizierung von förderlichen und hinderlichen Faktoren zur Umsetzung einer politischen Strategie.
  • Zugang zu LLG-Diensten
  • Qualitätssicherung
  • Kooperation und Koordinationsmechanismen zwischen den verschiedenen nationalen, regionalen und lokalen AkteurInnen
  • Synergien zwischen EU-geförderten Projekten zu LLG und ihrer Verbindung zur Politikentwicklung
  • Analyse der EU-Politik unter der Perspektive LLG

Mitgliedschaft und Struktur

Das Netzwerk wurde von Mitgliedstaaten etabliert und die europäische Kommission unterstützte dessen Aktivitäten im Rahmen des Lifelong Learning Programms 2007-2013. Die Mitgliedschaft war für alle Länder offen, die berechtigt sind, Unterstützung durch das Lifelong Learning Programm 2007-2013 zu erhalten.

 

Als ein von den Mitgliedstaaten initiiertes Netzwerk repräsentierte ELGPN eine innovative Form der offenen Koordinierungsmethode. Die teilnehmenden Länder ernannten ihre VertreterInnen im Netzwerk. Es sollten von den Ländern sowohl relevante Regierungs- als auch Nicht-Regierungs-VertreterInnen in die Prozesse eingebunden werden. Das ELGPN bestand zuletzt aus 30 Mitgliedstaaten. Der reguläre Austausch mit anderen relevanten Organen und Netzwerken auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene war aufgrund von bestehenden Strukturen und laufender Zusammenarbeit gewährleistet.

Österreichische Vertretung

Seit dem Jahr 2007 wirkte Österreich im Rahmen des European Lifelong Guidance Policy Networks bei der Erarbeitung von Konzepten und Handlungsempfehlungen mit. Im Jahr 2012 wurde die österreichische Delegation im ELGPN - Netzwerk verbreitert. Sie bestand aus Vertretungen aus dem BMBWF (ehemals BMBF), BMASK, der PH Steiermark, dem Projektverbund Bildungsberatung im Bereich Erwachsenenbildung und der Steirischen Volkswirtschaftlichen Gesellschaft.

Produkte und Publikationen des ELGPN

Die Tätigkeitsberichte (ELGPN Progress Reports) bereiten die zentralen Ergebnisse der Aktivitäten des ELGPN für relevante AkteurInnen sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene auf:

 

Die Kurzberichte (ELGPN Short Reports) stellen eine kompakte Version der ELGPN Progress Reports dar:

 

Die ELGPN Concept Notes analysieren aktuelle Themen unter dem Fokus von lebensbegleitender Beratung:

 

Die ELGPN-Tools sollen politischen EntscheidungsträgerInnen und anderen relevanten AkteurInnen helfen, die Beratungsstrukturen und -angebote in ihren Ländern oder Regionen kritisch zu analysieren und zu reflektieren. Daraus können sie Handlungsfelder identifizieren, die einer weiteren Aufmerksamkeit bedürfen. Dabei verdeutlichen Beispiele und Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern gute Praxis:

Quellen

  • Gerhard Krötzl (2013): Nationale Lifelong Guidance Strategie - Umsetzungsstand 2013.
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