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Aufgaben von BildungsmanagerInnen

Ein Bereich, in dem die Professionalisierungstendenzen in der Erwachsenen- und Weiterbildung besonders sichtbar werden, ist der Bereich des Bildungsmanagements. Ressourcenknappheit und steigende Komplexität der Aufgabenfelder der Erwachsenen- und Weiterbildung erfordern neue Handlungsstrategien und zusätzliche Kompetenzen. Das Berufsbild des bzw. der BildungsmanagerIn ist eine mögliche Antwort, um diesen Herausforderungen zu begegnen.

Wer ist BildungsmanagerIn?

Häufig treten BildungsmanagerInnen als LeiterInnen der Weiterbildungsabteilung eines Unternehmens oder einer Erwachsenen- oder Weiterbildungseinrichtung auf. Aber auch die bzw. der klassische hauptamtliche pädagogische MitarbeiterIn, wie er oder sie früher genannt wurde, ist immer mehr auch mit Aufgaben aus dem Bildungsmanagement betraut.

Was BildungsmanagerInnen tun

 CC BY 4.0 CONEDU 2019, auf erwachsenenbildung.at

 

BildungsmanagerInnen sind Personen, die Führungs- und Steuerungsaufgaben in Bildungseinrichtungen wahrnehmen. Sie müssen mit komplexen fachlichen, ökonomischen und sozialen Situationen gestaltend umgehen, Ziele aufstellen und erreichen sowie Entscheidungen treffen und durchsetzen. Dabei geht es auch darum, mit ungewissen Situationen umzugehen, in der sich Organisationen aufgrund von wandelnden Anforderungen befinden. Auch in ungewissen und herausfordernden Situationen wie z.B. wenn es Zielkonflikte gibt oder Entwicklungen nicht linear steuerbar sind, müssen BildungsmanagerInnen handeln und Entscheidungen treffen können.

 

Zentrale Aufgabe des Bildungsmanagements ist es zudem, im weitesten Sinne erwachsenen- und weiterbildnerische mit betriebswirtschaftlichen Denk- und Sichtweisen so zusammenzuführen, dass sie einander strategisch ergänzen, um so die vielfältigen Interessen der Erwachsenen- und Weiterbildung ihrem Wesen angemessen vertreten zu können. Sie nehmen gestalterische, leitende und organisatorisch-konzeptionelle Aufgaben wahr und schaffen die organisatorischen Rahmenbedingungen für Lehr- und Lernprozesse. Zudem übernehmen sie administrativ-verwaltenden Aufgaben, wie z.B. die Personalplanung).

 

BildungsmanagerInnen analysieren den Aus- und Weiterbildungsmarkt, evaluieren bestehende Bildungsangebote und entwickeln neue.

 

Zu den Aufgaben gehört somit:

  • Konzeption und Planung von Bildungsangeboten: z.B. Aus- und Weiterbildungsmarkt analysieren, Bildungsangebote konzipieren, durchgeführte Aus- und Weiterbildungen evaluieren, Optimierungskonzepte erstellen
  • Management von Bildungseinrichtungen: z.B. Personaleinsatz planen, Budget planen, Controlling durchführen, Bildungsangebote vermarkten
  • Wissensmanagement: z.B. Markttrends und -potenziale unter Berücksichtigung der Unternehmensziele recherchieren, Unternehmen benötigte Kompetenzen bzw. Wissensziele definieren und mit Mitarbeiterpotenzial abgleichen, Wissensmanagementkonzepte planen und umsetzen

Wozu Bildungsmanagement?

Die Weiterbildung ist aufgrund politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen Umbrüchen ausgesetzt. Diese betreffen den gesellschaftlichen Auftrag genauso wie die veränderten Lernkulturen und Entwicklungen wie z.B. digitale Technologien. Weiterbildung ist marktförmiger geworden und die betrieblichen Formen verändern sich (vgl. Zech 2010). Das verändert die Organisation(en) der Erwachsenenbildung und erfordert weitere Professionalisierung des Managements in der Weiterbildung.

 

Beim Bildungsmanagement geht es also keineswegs nur darum, die Weiterbildungsabteilung bzw. Erwachsenen- und Weiterbildungseinrichtung nach rein betriebswirtschaftlichen und marktstrategischen Kriterien und Überlegungen zu einem gewinnträchtigen Unternehmen umzustrukturieren. Obgleich diese Tendenz besteht, entstand das Bildungsmanagement aus der Erkenntnis, dass neue Strategien gefunden werden müssen, um den neuen Anforderungen einer sich verändernden Bedürfnissituation in der Erwachsenen- und Weiterbildung generell, aber auch der Dynamik und Unberechenbarkeit eines sich im Entstehen befindlichen globalen freien Bildungsmarktes erfolgreich begegnen zu können.

Quellen und weitere Informationen

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