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Studienberechtigungsprüfung (SBP) - Studieren ohne Matura

Allgemeine Informationen

Die Studienberechtigungsprüfung (SBP) vermittelt eine eingeschränkte Studienberechtigung für Studien an Universitäten, Fachhochschulen (FHs), Pädagogischen Hochschulen (PHs) und Kollegs. Sie ermöglicht jeweils nur den Zugang zu jener Ausbildungsform (bei Kollegs) bzw. Studienrichtungsgruppe (an Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen), für die sie abgelegt wird.

 

Dadurch ist ein möglicher späterer Studienwechsel eingeschränkt. Eine Berufsberechtigung besteht nach Abschluss nicht, das heißt, die Studienberechtigungsprüfung verschafft zumeist keine unmittelbaren beruflichen Aufstiegschancen.


Für das Ablegen einer Studienberechtigungsprüfung benötigt man eine Zulassung (in der Regel durch die aufnehmende Studieneinrichtung), die an rechtliche Auflagen gebunden ist:

  • Mindestalter: 20 Jahre bei Studienberechtigungsprüfungen für Studien an Unis, FHs oder PHs bzw. 22 Jahre für Ausbildungen an Kollegs (mit Sonderbestimmungen für 20-22-Jährige - Details siehe Studienberechtigungsprüfung für Kollegs)
  • Einschlägige, d.h. studienbezogene Vorbildung; diese kann beruflich oder auch außerberuflich erworben worden sein. Was an Vorbildung anerkannt wird und ob und wie diese gegebenenfalls nachgeholt werden kann, wird von den einzelnen Institutionen sehr unterschiedlich gehandhabt. Details sollten daher mit der künftigen Schule/Uni/FH/PH abgeklärt werden.

 

Für Studien an Universitäten, FHs und PHs gibt es auch Auflagen zur Staatsbürgerschaft.

Achtung: Da es rechtliche Auflagen für die Studienberechtigungsprüfung gibt und bei Studien an Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen viele Details von den jeweiligen Leitungen festgelegt werden, sollte vor Beginn der Studienberechtigungsprüfung jedenfalls die angestrebte Studieneinrichtung kontaktiert werden. Auch Organisationen der Erwachsenenbildung bieten Beratung zur Studienberechtigungsprüfung an.

Die Studienberechtigungsprüfung besteht immer aus 5 Einzelprüfungen:

  • Aufsatz über ein allgemeines Thema (schriftliche Deutschprüfung)
  • 2-3 Pflichtfächer (unterschiedlich je nach angestrebter Richtung; z.B. Biologie, Mathematik, Geschichte, Englisch, Chemie etc.) auf dem Niveau Abschluss Oberstufe (12./13.Schulstufe)
  • 1-2 Wahlfächer (Themen aus dem künftigen Studium)

 

Die Pflichtfächer werden bei Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen von der jeweiligen Institution für die einzelnen Studienrichtungsgruppen festgelegt und sind bei Kollegs in der Externistenprüfungsverordnung geregelt.

Achtung: Für etliche Ausbildungen/Studien sind zusätzlich Aufnahme- bzw. Eignungsverfahren vorgesehen. Beachten Sie entsprechende Anmeldefristen.

Studienberechtigungsprüfung für Studien an Universitäten, FHs oder PHs

Mit 01.10.2017 sind neue Bestimmungen zur Studienberechtigungsprüfung in Kraft, die in den folgenden Gesetzen geregelt sind:

 

Wesentliche Neuerungen:

  • Es gibt nun erstmals eine eigene Studienberechtigungsprüfung für FH-Studiengänge, es muss daher für die Zulassung nicht mehr der "Umweg" über eine universitäre Studienberechtigungsprüfung gemacht werden.
  • Es gibt nun für die Studienberechtigungsprüfungen an Universitäten und Hochschulen einheitliche Bestimmungen zu Mindestalter und Staatsbürgerschaft (siehe unter "Voraussetzungen"), das gilt allerdings nicht für Kollegs
  • Die bisherigen 16 Studienrichtungsgruppen werden auf 10 reduziert, die übergreifend für alle Universitäten, FHs und PHs gelten. Die Frist für Erlassung der entsprechenden neuen Verordnungen der Universitäten und PHs betreffend die Studienberechtigungsprüfung läuft bis 30.06.2019. Bis dahin ist es wichtig, rechtzeitig an der jeweiligen Institution nachzufragen, ob es schon neue Bestimmungen gibt und welche Prüfungsfächer für das angestrebte Studium festgelegt sind.

Voraussetzungen

  • Mindestalter 20 Jahre
  • Berufliche oder außerberufliche Vorbildung - diese kann an Universitäten unter Umständen auch durch außerordentliche Inskription und das außerordentliche Ablegen einer Prüfung nachgeholt werden
  • Staatsangehörigkeit eines Mitgliedsstaates des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) oder Angehörigkeit zu einer Personengruppe gemäß Personengruppenverordnung (betrifft z.B. Personen, die die letzten 5 Jahre hier gelebt haben oder auch Flüchtlinge - sowohl Asylberechtigte als auch subsidiär Schutzberechtigte)

Studienberechtigungsprüfung für Kollegs

Die Bestimmungen für die so genannte "schulische" Studienberechtigungsprüfung sind im Schulorganisationsgesetz §8c und der Externistenprüfungsverordnung festgehalten.

Voraussetzungen

  • Mindestalter 22 Jahre; KandidatInnen, die einen Beruf erlernt haben und eine zumindest 4-jährige Ausbildungsdauer (allenfalls durch einen weiteren Bildungsgang) belegen können, dürfen bereits mit 20 Jahren zugelassen werden
  • Berufliche oder außerberufliche Vorbildung
  • Es gibt keine Auflagen bezüglich der Staatsbürgerschaft

Prüfungen: Vorbereitung, Dauer und Förderungen

Vorbereitung

  • Die fünf Einzelprüfungen können in beliebiger Reihenfolge und Zeitspanne abgelegt werden. Bis zu vier der fünf Prüfungen können an anerkannten Einrichtungen der Erwachsenenbildung abgelegt werden. Mindestens eine Prüfung ist an der Institution, die zugelassen hat, abzulegen.
  • Die Vorbereitung auf die Prüfung kann auch im Selbststudium beziehungsweise Fernstudium erfolgen. Die Prüfungen finden dann an der jeweiligen Universität, FH, PH oder Kolleg statt. Einige Universitäten bieten auch eigene Vorbereitungen an.
  • Nach der letzten Prüfung wird ein Gesamtzeugnis an derjenigen Institution, die zugelassen hat, beantragt. Dieses gilt in ganz Österreich für die betreffende Studiengruppe bzw. das betreffende Kolleg.

 

      Hier finden sie Informationen zu Vorbereitungskursen für die    

      Studienberechtigungsprüfung.

Dauer

Die Vorbereitung zur Studienberechtigungsprüfung kann individuell gestaltet werden und daher ist die Dauer variabel. Ein Studienjahr sollte aber jedenfalls eingeplant werden; je nach Vorbildung und beruflich/persönlichen Umständen kann auch eine Planung auf eineinhalb oder zwei Jahre sinnvoll sein.

Anerkennung von Prüfungen

  • Bei Studienberechtigungsprüfungen für Universitäten, FHs oder PHs ersetzen Meister- oder Befähigungsprüfung das Wahlfach.
  • Andere Prüfungen/Zertifikate, die von Stoff und Prüfungsmodalität zumindest gleichwertig sind, können für Pflichtfächer anerkannt werden (z.B. Abschlussprüfungen von anerkannten Vorbereitungslehrgängen, Teilprüfungen der Berufsreifeprüfung, Sprachzertifikate, Teil- bzw. Zulassungsprüfungen einer Reife- bzw. Externistenreifeprüfung).

Stipendienbezug und Kursförderung

  • Für die Absolvierung einer Studienberechtigungsprüfung für Studien an Universitäten, PHs oder PHs kann ein Stipendium bezogen werden, dessen Laufzeit maximal ein Jahr beträgt. Das gilt allerdings nicht für Kollegs.
  • Die Antragstellung für das Stipendium erfolgt bei der Studienbeihilfenbehörde.
  • In einigen Bundesländern gibt es Landesförderungen und/oder Förderungen der Arbeiterkammer für Studienberechtigungsprüfung-Vorbereitungslehrgänge an Erwachsenenbildungseinrichtungen.

Beratung und Auskunft

Beratung und Auskunft erhalten sie

  • an der zuständigen Stelle der jeweiligen Universität, FH, PH oder dem angestrebten Kolleg und
  • im Rahmen von Bildungsberatung an einer Einrichtung der Erwachsenenbildung

 

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