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5 Tipps, wie man in der Erwachsenenbildung einen Job bekommt

Auch wenn es kein Patentrezept gibt, wie man im Beruf als TrainerIn, BildungsberaterIn oder BildungsmanagerIn Fuß fassen kann, gibt es Tipps, die dabei helfen können. Hier finden Sie eine Auswahl an Tipps und Ratschlägen von ErwachsenenbildnerInnen, die ihre Erfahrungen mit dem Berufseinstieg in der Online-Diskussion "Ein Studium in Erwachsenenbildung: Und dann?" geteilt haben.

 

CC BY 4.0 CONEDU Oktober 2019

Tipp 1: Ein Informationsnetzwerk aufbauen

Viele BeobachterInnen sind sich einig: Viele Stellen in der Erwachsenenbildung landen gar nicht erst auf Jobportalen oder in den Stellenanzeigen der Tageszeitungen. Das hat unter anderem damit zu tun, dass oft Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit sehr spezifischen Erfahrungen gesucht werden. Oder damit, dass die Auftragsvolumina oft überschaubar sind und daher an Honorarkräfte vergeben werden, die üblicherweise nicht über Jobplattformen gesucht werden, sondern im eigenen Netzwerk. Es lohnt sich daher, Netzwerken und Informationsverteilern beizutreten, in denen diese Informationen zu finden sind. Es kann helfen, Newsletter von potentiellen Arbeitgebern oder fachspezifischen Community-Plattformen zu abonnieren sowie berufsrelevanten Gruppen in Sozialen Medien (Facebook- oder WhatsApp-Gruppen) beizutreten um an relevante Informationen über zur Ausschreibung gelangende Stellen zu kommen.

Tipp 2: Über aktuelle Entwicklungen und Trends informieren

Bei der Bewerbung hilft es, wenn man über aktuelle Entwicklungen und Trends im Arbeitsfeld Bescheid weiß und Kompetenzen mitbringt, die konkret damit zu tun haben. Zum Beispiel kann man zeigen, dass man über den Digitalisierungstrend nicht nur informiert ist, sondern auch eine besondere Ausbildung oder Erfahrung mit technologiegestütztem Lehren hat. Im Kontext des lebenslangen Lernens werden immer wieder spezifische Zielgruppen fokussiert, wie z.B. Personen in biografischen Übergangsphasen oder Lernende in der nachberuflichen Phase. In der Erwachsenenbildung sammelt man zudem Pluspunkte, wenn man über die gegenwärtige Förderpolitik und deren Schwerpunkte informiert ist und sich schon bei Bewerbungen darauf beziehen kann.

Tipp 3: Bei den Arbeitgebern Gesicht zeigen

Erwachsenenbildung ist ein Berufsfeld, in dem persönliche Beziehungen und Vertrauen eine große Rolle spielen. Das hat Auswirkungen auf die Personalauswahl. Um als Erwachsenenbildnerin oder Erwachsenenbildner Fuß fassen zu können, kann man sich Gelegenheiten suchen, um mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt zu treten und sich zu bewähren. Praktika etwa bieten dafür eine gute Gelegenheit. Dort gilt es nicht nur zu zeigen, was man kann, sondern auch Interesse zu bekunden oder sich auf die Evidenzliste für zukünftige Stellenausschreibungen setzen zu lassen. Auch nach einem Praktikum mit den Personen der Einrichtung in Kontakt zu bleiben, hilft, dass man den Arbeitgebern in Erinnerung bleibt. Auch Initiativbewerbungen können bewirken, dass potentielle Arbeitgeber aufmerksam werden – wenn es gelingt, sich in Erinnerung zu halten.

Tipp 4: Anbieten, was Einrichtungen brauchen

Die Erfahrung von ErwachsenenbildnerInnen zeigt dass es nützlich sein kann, einer Einrichtung aus dem Berufsfeld etwas anzubieten, was sie für ihre Entwicklung brauchen kann. Erwachsenenbildung entwickelt sich ständig weiter, die Themen und Anforderungen ändern sich laufend. Innovationen entstehen nicht immer innerhalb der Einrichtungen, sondern bedürfen auch der Anregung von außen. Beispielsweise könnte man im Rahmen einer Abschlussarbeit ein spezifisches Anliegen einer interessanten Organisation untersuchen und dabei Wissen generieren, das deren Bedarf deckt.

Tipp 5: Keine Scheu vor losen Vertragsverhältnissen haben

Wie unter Tipp 1 erwähnt, wird eine Fülle von Arbeit in der Erwachsenenbildung nicht im Angestelltenverhältnis vergeben. Daher lohnt es, keine Scheu vor losen Vertragsverhältnissen haben und zunächst zum Beispiel mit einer Honorartätigkeit in den Beruf einsteigen-. Später ist vielleicht eine Übernahme in ein festes Dienstverhältnis möglich. Freiberufliche Tätigkeit schafft Zugänge zum Beruf der Erwachsenenbildung, auch wenn sie im Kontext prekärer Arbeitsverhältnisse durchaus auch kritisch zu bewerten ist.

Was dahinter steht

Erwachsenenbildung war über viele Jahrzehnte ein Betätigungsfeld von Menschen, die sich selbst – vereinfacht gesagt - als AkteurInnen der Zivilgesellschaft oder auch als LehrerInnen für Erwachsene verstanden haben. Als Berufsbild gab es so etwas wie Erwachsenenbildung da noch nicht. Viele erschufen sich mit Engagement die eigene Rolle und bereiteten das Handlungsfeld auf. Die meisten davon als QuereinsteigerInnen aus allerlei anderen Fachdisziplinen –Psychologie, Geschichte, Rechtswissenschaft oder Sozialarbeit um nur einige zu nennen.

 

Das ist zu einem Gutteil noch immer so. Doch Erwachsenenbildung wurde immer bedeutender, und damit einherging (und geht) eine Verberuflichung und damit Festlegung von Zugangskriterien. So steigt die Zahl jener, die eine einschlägige Ausbildung schon vor der Berufstätigkeit absolvieren. Man kann Erwachsenenbildung studieren oder Lehrgänge und Weiterbildungen für spezifische Funktionen besuchen, wie etwa für Training, Bildungsberatung oder Bildungsmanagement. Die QuereinsteigerInnen bilden weiterhin eine wichtige Ressource, zum Beispiel in der Inhaltsvermittlung.

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