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Strategie Europa 2020

Mit Beiträgen von Birgit Aschemann, Rainer Schabereiter und Sylvia Amann. Redaktion: CONEDU | CC BY 4.0 Aschemann 2016/2018, Schabereiter 2022

Mit der Strategie "Europa 2020" wollte die Europäische Kommission 2010 die Finanzkrise überwinden. In der Zehn-Jahres-Strategie legte sie Kernziele für ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum fest. Bildung war dabei ein Kernbereich der Wachstumsstrategie. Aufbauend auf der Strategie folgten mehrere Agenden und Empfehlungen.

Ziele der Strategie "Europa 2020"

Im März 2010 hat die Europäische Kommission den Nachfolgeplan zur Lissabon-Strategie mit dem Titel "Europa 2020" (PDF) vorgelegt, mit dem Europa auf die anhaltende Wirtschaftskrise reagierte. Die Zehn-Jahres-Strategie bildete einen strategischen Rahmen für ein "intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum" (Europäische Kommission 2010) und zielte auf die Überwindung der Finanzkrise ab.

 

Im Rahmen der Strategie schlug die Kommission fünf messbare Leitziele auf EU-Ebene vor, die gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten bis 2020 erreicht werden sollten:

  • 75% der Bevölkerung im Alter von 20 bis 64 Jahren sollten Arbeit haben,
  • 3% des BIP der EU sollten für Forschung und Entwicklung eingesetzt werden,
  • die 20-20-20-Klimaschutz-/Energieziele erreichen,
  • der Anteil der SchulabbrecherInnen sollte auf unter 10% sinken,
  • die Zahl der armutsgefährdeten Menschen sollte um 20 Millionen sinken.

 

Bildung war also ein Kernbereich der Wachstumsstrategie. Das Festlegen daraus abgeleiteter bildungspolitischer Strategien und Benchmarks bzw. Indikatoren stand unter dem Eindruck dieser Zielsetzungen und orientierte sich stark an der arbeitsmarktpolitischen Situation. Darauf aufbauend folgten mehrere Agenden und Empfehlungen:

Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten

Die "Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten" aus 2011 enthält Leitaktionen und begleitenden Maßnahmen für besser funktionierende Arbeitsmärkte, für eine Steigerung der Kompetenzen von Arbeitskräften, bessere Arbeitsbedingungen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Sie sollte das Ziel der Strategie Europa 2020 unterstützen, eine Beschäftigungsqupte von 75% bis 2020 zu erreichen.

 

Die Kommission forderte eine bessere Steuerung von Kompetenzen und eine gezieltere Beschäftigungs-, Bildungs- und Weiterbildungspolitik anhand von Arbeitsmarktdaten. Sie empfahl die Umsetzung eines Flexicurity-Ansatzes – eine Strategie, um gleichzeitig Flexibilität und Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt zu stärken. Weitere Ziele waren, die individuellen Beschäftigungschancen durch Aus- und Weiterbildung zu stärken, die SchulabbrecherInnenquote zu senken und die AkademikerInnenquote zu erhöhen. Diese Agenda war eine der Leitinitiativen im Rahmen der Strategie "Europa 2020".

Eine neue europäische Agenda für Kompetenzen

2016 hat die Europäische Kommission eine neue Agenda zur Verbesserung der Kompetenzen von Beschäftigten in Europa vorgelegt. Die "neue europäische Agenda für Kompetenzen" setzte folgende Kernziele:

  • Qualität und Relevanz des Kompetenzerwerbs verbessern,
  • die Vergleichabrkeit von Qualifikationen verbessern,
  • die Erfassung von Daten über Kompetenzen verbessern, um fundierte Berufsentscheidungen zu fördern.

Europäische Kompetenzagenda für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz

Die Europäische Kompetenzagenda für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale
Gerechtigkeit und Resilienz (PDF) aus 2020 basiert auf den Maßnahmen der Agenda für Kompetenzen der Kommission von 2016. Sie ist ein Fünfjahres-Plan, mit dem Einzelpersonen und Unternehmen dabei unterstützt werden sollen, weitere und bessere Kompetenzen zu entwickeln und sie zu nutzen. Sie beinhaltet folgende Ziele:

  • nachhaltigee Wettbewerbsfähigkeit stärken (Europäischer Green Deal),
  • soziale Gerechtigkeit und Zugang zu allgemeiner und beruflicher Bildung und lebenslangem Lernen für alle Menschen in der EU gewährleisten,
  • Widerstandsfähigkeit in Krisensituationen (z.B. COVID-19) stärken.

 

Folgende Indikatoren sollen demnach bis 2025 erreicht werden:

  • 50% der Erwachsenen zwischen 25 und 64 Jahren sollen an Bildungsmaßnahmen innerhalb der letzten 12 Monate teilgenommen haben,
  • 30% der gering qualifizierten Erwachsenen zwischen 25 und 64 Jahren sollen an Bildungsmaßnahmen in den letzten 12 Monaten teilgenommen haben,
  • 20% der arbeitslosen Erwachsener zwischen 25 und 64 Jahren sollen eine Lernerfahrung jüngeren Datums gemacht haben,
  • 70% der Erwachsenen zwischen 16 und 74 Jahren sollen über zumindest grundlegende digitalen Kompetenzen verfügen.

Weiterlesen im Dossier Erwachsenenbildung in der EU

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