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Aktuelle europäische Strategien

Die europäische Bildungspolitik ist aktuell in die Strategie "Europa 2020" für ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum eingebunden. Der allgemeinen und beruflichen Bildung wird für die Erreichung der Ziele eine Schlüsselrolle zuerkannt. Der strategische Rahmen wird als "Allgemeine und berufliche Bildung 2020 (ET 2020)" konzipiert.

Allgemeine und berufliche Bildung 2020

Der strategische Rahmen "Allgemeine und berufliche Bildung 2020" ist derzeit die Grundlage für Aktionen und Initiativen im Bildungswesen. Sämtliche Aktivitäten werden als Beitrag zum lebenslangen Lernen gesehen. Die Erwachsenenbildung ist ein Teil der alle Bildungsbereiche umfassenden Strategie. Derzeit sind vier strategische Ziele festgelegt:

  • Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität
  • Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung
  • Förderung der Gerechtigkeit, des sozialen Zusammenhalts und des aktiven Bürgersinns
  • Förderung von Innovation und Kreativität - einschließlich unternehmerischen Denkens - auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung

Gemessen werden die Fortschritte anhand von Indikatoren und Benchmarks, die national unterschiedlich sind. Die für Österreich relevanten Benchmarks sind in der Darstellung der Österreichischen Strategie zum lebensbegleitenden Lernen zu finden. Die zentralen Leitindikatoren der EU im Bildungsbereich sind die Senkung der Zahl an frühzeitigen Schul- und AusbildungsabgängerInnen und die Quotensteigerung bei tertiären Abschlüssen der 30-34-Jährigen. Erwachsenen- und Weiterbildung steht derzeit nicht im Hauptfokus der Messungen.

Schwerpunkte in der Erwachsenen- und Weiterbildung

Im Hinblick auf die Erwachsenen- und Weiterbildung wird in der neuen Strategie der Kompetenzaufbau für ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum hervorgehoben. Eine kontinuierliche berufliche Weiterbildung soll insbesondere in jenen Bereichen verstärkt werden, wo voraussichtlich Arbeitsplätze entstehen werden. Im Mittelpunkt stehen unter anderem ein flexibler Zugang zu Qualifikationen, die Anerkennung von Kompetenzen, die Qualitäts- und Effizienzsteigerung oder die Förderung kreativen, unternehmerischen Denkens.

In die Gesamtstrategie integriert bleiben bereits entwickelte Leitlinien und Aktionen, insbesondere der Aktionsplan Erwachsenenbildung, die Empfehlungen zu den Schlüsselkompetenzen, der Europäische Qualifikationsrahmen und das System ECVET.

Aktionsplan Erwachsenenbildung

In einer Mitteilung und einem Aktionsplan zur Erwachsenenbildung wurden 2006 und 2007 die wesentlichen Strategien für die Erwachsenen- und Weiterbildung festgelegt.

In der Mitteilung "Erwachsenenbildung: Man lernt nie aus" (2006) wurden als notwendige Schritte festgehalten:

  • Zugangsschranken beseitigen
  • Qualität der Erwachsenenbildung sicherstellen
  • Anerkennung und Validierung der Lernergebnisse
  • Investition in ältere BürgerInnen und MigrantInnen
  • Weiterentwicklung von Indikatoren und Benchmarks

Aus einem darauf folgenden Konsultationsprozess wurde 2007 der Aktionsplan Erwachsenenbildung "Zum Lernen ist es nie zu spät" (2008) mit folgenden Maßnahmen entwickelt:

  • Analyse der Auswirkungen von Reformen in den Mitgliedsstaaten
  • Verbesserung der Qualität des Angebots in der Erwachsenenbildung
  • Verbesserung der Möglichkeiten der Höherqualifizierung
  • Beschleunigung der Bewertung und Validierung von Kompetenzen
  • Verbesserung der Überwachung des Sektors Erwachsenenbildung

Ein Zwischenbericht wurde 2011 unter dem Titel "Action Plan on Adult Learning: Achievements and results 2008-2010" vorgelegt. Die berichteten Aktivitäten umfassten unter anderem Studien, Entwicklungsprojekte und politische Empfehlungen.

EQF und Schlüsselkompetenzen

2008 wurde der Europäische Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQF - European Qualifications Framework) fertiggestellt. Er soll als Referenzrahmen dienen, um Qualifikationen in der EU vergleichbar zu machen. Zentral ist die Orientierung an den Lernergebnissen und erworbenen Kompetenzen (Output). Vorgegeben sind acht Referenzniveaus. Die Mitgliedsstaaten sind aufgefordert, einen anschlussfähigen nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) dazu zu entwickeln. Der österreichische NQR befindet sich derzeit in Arbeit.

2006 wurde ein Referenzrahmen für Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen verabschiedet. Die acht Schlüsselkompetenzen sind:

  1. 1. Muttersprachliche Kompetenz
  2. 2. Fremdsprachliche Kompetenz
  3. 3. Mathematische Kompetenz und grundlegende  naturwissenschaftlich-technische Kompetenz
  4. 4. Computerkompetenz
  5. 5. Lernkompetenz
  6. 6. Soziale Kompetenz und Bürgerkompetenz
  7. 7. Eigeninitiative und unternehmerische Kompetenz
  8. 8. Kulturbewusstsein und kulturelle Ausdrucksfähigkeit

Programm "Lebenslanges Lernen" 2007-2013

Die Programmgeneration 2007-2013 zur allgemeinen und beruflichen Bildung wurde unter den Titel "Lebenslanges Lernen" gestellt. Darin vereint waren die Programme Comenius, Erasmus, Leonardo da Vinci, Grundtvig und Jean Monnet. Damit wurde dem Vorhaben Rechnung getragen, dass lebenslanges Lernen alle Altersstufen umfassen solle. Die Prioritäten im Programm Grundtvig (Erwachsenenbildung) waren:

  • Schlüsselkompetenzen
  • Abbau von Benachteiligungen
  • Integration von MigrantInnen
  • Ältere Lernende
  • Kreativität
  • Sprachenlernen
  • Aufbau akademischer Netze
  • Vernetzung der Stakeholder


2014 bis 2020 werden die Programme zu einem gemeinsamen "Erasmus für alle" zusammengeführt.

Europass und ECVET

Der Europass wurde entwickelt, um Kompetenzen europaweit einheitlich zu erfassen und zu validieren. Beim ECVET handelt sich um ein "Punktesystem" (European Credit System - EC) für berufliche Aus- und Weiterbildungen (Vocational Education and Training - VET). Es soll dazu dienen, berufliche Kompetenzen vergleichbar und übertragbar zu machen.

Strukturindikator "Lebenslanges Lernen" und "Adult Education Survey"

Der Strukturindikator "Lebenslanges Lernen" erhebt jährlich die Aus- und Weiterbildungsbeteiligung der 25-64-jährigen Bevölkerung innerhalb der letzten vier Wochen vor der Befragung. Bis 2010 sollte in allen EU-Staaten eine Quote von 12,5% erreicht werden. Dies ist nicht in allen Staaten gelungen. Die Strukturindikatoren wurden in der Strategie "Europa 2020" durch neue Leitindikatoren ersetzt. Der Strukturindikator "lebenslanges Lernen" bleibt als Benchmark dennoch erhalten. Bis 2020 soll in den Mitgliedsstaaten durchschnittlich eine Quote von 15% erreicht werden.

Alle fünf Jahre soll im "Adult Education Survey (AES)" das Lernen Erwachsener umfassend in allen Mitgliedsstaaten erhoben werden. 2007 liegt auch für Österreich dieser Bericht vor. 2011/2012 erfolgt die nächste Erhebung.
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