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Lernen wofür?

Die Konzepte des lebenslangen Lernens legen wesentliche Inhalte, Ziele und Zielgruppen des Lernens fest. Zentraler Punkt in den bildungspolitischen Dokumenten ist, dass alle Menschen während des gesamten Lebens für Beschäftigungsfähigkeit, persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe lernen sollen.

Begründungen für lebenslanges Lernen

Die Überzeugung, dass lebenslanges Lernen notwendig für gesellschaftliche und ökonomische Erfordernisse sei, ist weitgehend vorherrschend. Rasche Veränderungen und neue Herausforderungen werden als Begründungen angeführt, weshalb lebenslanges, lebensbegleitendes Lernen unumgänglich ist. In Dokumenten der Europäischen Union wird immer wieder betont, dass lebenslanges Lernen ein Schlüssel dafür sei, die kommenden Wachstums-Herausforderungen zu meistern. Die Qualifizierung für die Beschäftigungsfähigkeit der Menschen steht im Vordergrund, indem beispielsweise gezielt Kompetenzen für zukünftige Beschäftigungsfelder gefördert werden (Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten). Die Integration in den Arbeitsmarkt wird darüber hinaus als wesentliches Element für soziale Teilhabe, gesellschaftliche Eingliederung und Verhinderung von Armut gesehen. In geringerem Ausmaß werden nach- und außerberufliches Lernen oder soziale und persönliche Entwicklung thematisiert.

Nicht alle haben jederzeit ein Lernbedürfnis

Die jeweiligen Lebenssituationen von Menschen führen zu unterschiedlichen Lern- oder Bildungsbedürfnissen. Nicht in jeder Lebensphase ist Lernen per se ein Bedürfnis, wie z.B. in der EU-Untersuchung "Lebenslanges Lernen: Die Einstellungen der Bürger in Nahaufnahme" deutlich wird.

Dieser Tatsache muss auch im lebenslangen Lernen Rechnung getragen werden, ohne dass daraus Benachteiligungen entstehen. Es gilt zu berücksichtigen, dass nicht alle ständig aktiv an Lernprozessen partizipieren wollen. Der Zugang zu Bildungsaktivitäten muss aber jederzeit allen offen stehen, damit Menschen von Wahlmöglichkeiten Gebrauch machen können.

Der Mensch im Mittelpunkt

Sowohl in der EU als auch in Österreich wird betont, dass der Mensch in den Mittelpunkt des lebenslangen Lernens zu stellen sei. Dies entspricht der grundsätzlichen Tendenz in der Erwachsenenbildung zu einer stärkeren Subjektorientierung und Individualisierung. Es findet eine Orientierung an den Lebensphasen, Kompetenzen und Beratungsbedürfnissen statt. Gleichzeitig bedeutet dies aber, dass die Menschen gefordert sind, mehr Verantwortung zu übernehmen. Dies überfordert viele und häufig fehlen die notwendigen Rahmenbedingungen.

Lernen in allen Altersstufen

Lebenslanges Lernen wurde lange vor allem als Erwachsenenbildung verstanden. In den letzten Jahren wird der Grundsatz jedes Lernen in allen Lebensphasen allerdings vermehrt umgesetzt. Unter lebenslangem Lernen werden alle Schulstufen, berufliche Ausbildung, Hochschulen und Erwachsenenbildung integriert.
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