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Statistische Daten zu Teilnahme und Abstinenz

Statistik Austria erhebt jährlich den von der EU festgelegten Strukturindikator "Lebenslanges Lernen" und weitere Daten zur Bildungsbeteiligung. Die Erhebungen unterscheiden sich in ihren Messdesigns und liefern daher nicht die gleichen Ergebnisse. Die Zahlen müssen daher vor dem Hintergrund der Methode gelesen werden. Sie geben aber Auskunft über Tendenzen, Entwicklungen und Teilaspekte.

Strukturindikator "Lebenslanges Lernen"

Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich verpflichtet, Erhebungen zum Strukturindikator "Lebenslanges Lernen" durchzuführen. Lebenslanges Lernen ist Teil der Strukturindikatoren für Beschäftigung. Gefragt wird bei den 25-64-Jährigen nach ihrer Teilnahme an Aus- oder Weiterbildungsmaßnahmen in den letzten vier Wochen vor der Erhebung.

Die Ergebnisse sind aufgrund des Erhebungsdesigns nicht als tatsächliche Teilnahmen zu lesen, sondern geben lediglich Auskunft über Veränderungen über die Jahre und ermöglichen einen Vergleich innerhalb der EU.

2010 ergab der Strukturindikator einen Wert von 13,7%. Damit liegt Österreich - bereits seit 2005 - über dem von der EU bis 2010 angestrebten Ziel von 12,5%. Im Jahr 2020 soll eine Quote von 20% erreicht werden.

Adult Education Survey (AES) 2007

Der AES wurde erstmals von 2005 bis 2007 in fast allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union durchgeführt. Diese Erhebung wird zukünftig regelmäßig EU-weit alle fünf Jahre stattfinden. Befragt wurde dazu die Bevölkerung im Haupterwerbsalter von 25 bis 64 Jahren (Mikrozensus: ab 15 Jahren) zum formalen, non-formalen und informellen Lernen innerhalb der letzten 12 Monate.

  • 4,2% der Befragten nahmen an formaler Bildung teil (reguläres Schul- und Hochschulsystem).
  • 75,7% lernten informell (Selbststudium, Vorträge etc.).
  • 30,3% suchten nach Informationen über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
  • 48,9% zeigten keine formale oder non-formale Bildungsaktivität und hatten auch nicht die Absicht dazu.

Da sich der AES auf die Bevölkerung im Haupterwerbsalter, der Mikrozensus aber auf die Bevölkerung nach der Schulpflicht bezieht, ist ein direkter Vergleich der Ergebnisse nicht möglich.

Lebenslanges Lernen - Mikrozensus 2003

In einer Mikrozensuserhebung aus dem Jahr 2003 wurden differenziertere Daten zum lebenslangen Lernen erhoben. Befragt wurde hier die Bevölkerung ab 15 Jahren zum formalen, non-formalen und informellen Lernen innerhalb der letzten 12 Monate.

  • 10% der Befragten nahmen an formaler Bildung teil (reguläres Schul- und Hochschulsystem).
  • 59% lernten informell (Selbststudium, Vorträge etc.).
  • Obwohl 39% Weiterbildungsinteresse bekundeten, nahmen "nur" 22% an organisierter Weiterbildung (non-formale Bildung) teil.

Weitere empirische Daten zur individuellen Weiterbildungsteilnahme finden sich in verschiedensten Forschungsberichten. Dabei ist zu beachten, dass quantitative Erhebungen immer stark von den Fragestellungen, von den gewählten Begriffen und deren Definitionen geprägt sind. Dementsprechend differenziert und kritisch sind diese Daten zu betrachten.

Arbeitskräfteerhebung

Im Zuge der jährlichen Arbeitskräfteerhebung wird von der Statistik Austria bei der Bevölkerung ab 15 Jahren nach der Teilnahme an Kursen und Schulungen in den letzten vier Wochen gefragt. Für 2011 ergab sich hierbei ein Wert von 14,1% - eine Steigerung zu 2011, wo es 11,1% waren.

Wichtige Einflussfaktoren

Einige Faktoren haben starken Einfluss auf Teilnahme und Abstinenz. Es bestätigen sich bereits bekannte Unterschiede, die häufig auf Benachteiligungen zurückzuführen sind:

  • Frauen und Männer bildeten sich in ähnlichem Umfang weiter, allerdings zeigen sich für Frauen Benachteiligungen in der beruflichen Weiterbildung.
  • Je höher das schulische Ausbildungsniveau, desto höher die Weiterbildungsbeteiligung.
  • Mit steigendem Alter sinkt die Bildungsbeteiligung.
  • Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft beteiligen sich häufiger als solche ohne österreichische Staatsbürgerschaft.
  • In Gegenden mit höherer Bevölkerungsdichte liegt eine höhere Teilnahmequote vor als in Gegenden mit mittlerer und niedriger Bevölkerungsdichte.
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