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Die Lissabon-Strategie

Mit Beiträgen von Birgit Aschemann, Rainer Schabereiter und Sylvia Amann. Redaktion: CONEDU | CC BY 4.0 Aschemann 2016/2018, Schabereiter 2022

Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben im Jahr 2000 die Lissabon-Strategie verabschiedet. Ihr Ziel war es, die Europäische Union bis 2010 zur wettbewerbsfähigsten und nachhaltigsten wissensbasierten Wirtschaft weltweit zu machen. Das Nachfolge-Programm der Lissabon-Strategie ist die Strategie "Europa 2020".

Die Lissabon-Strategie (PDF) aus dem Jahr 2000 hatte das Ziel, bis 2010 die EU "zur wettbewerbsfähigsten und nachhaltigsten dynamischen, wissensbasierten Wirtschaft der Welt zu machen, um Vollbeschäftigung, ein hohes Wirtschaftswachstum und größeren sozialen Zusammenhalt zu verwirklichen" (Europäischer Rat 2000). Durch diese Strategie bekam auch die Bildungspolitik eine neue Dynamik, weil die Investition in Wissen als zentrales Element einer Wachstumsstrategie definiert wurde. Vollbeschäftigung und ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 3% wurden angepeilt; lebenslanges Lernen sollte einen wichtigen Beitrag zum Erreichen dieser Ziele leisten. Hierzu einigten sich die BildungsministerInnen 2001 erstmals auf gemeinsame Ziele und legten damit den Grundstein für den Prozess zur Strategie "Allgemeine und berufliche Bildung 2010 (ET 2010)". Zu den konkreten Zielen für die Erwachsenenbildung gehörte die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen, die Schaffung von offenen Lernumgebungen, aber auch Chancengleichheit, sozialer Zusammenhalt und aktive BürgerInnenschaft sowie ein engerer Bezug zur Arbeitswelt und zur Forschung. Im Zuge der Lissabon-Strategie wurde auch die Offene Methode der Koordinierung etabliert, und das Konzept des lebenslangen Lernens wurde zum Leitmotiv in der Bildungspolitik. Die Lissabon-Strategie bildete den Hintergrund für den Kopenhagen-Prozess.


In den Folgejahren zeigten sich im Zuge der Wirtschaftskrise Probleme bei der Umsetzung der Lissabon-Strategie und 2005 stellte der Europäische Rat nach einem ernüchternden Zwischenbericht eine Strategie zur Neubelebung des Lissabon-Prozesses vor. Wissen und Innovation wurden darin als Triebkräfte für Wachstum bestätigt und die Bildungspolitik erneut als wichtiger Motor für Beschäftigung ins Feld geführt. 2010 waren die quantitativen Ziele zwar nicht erreicht, aber die Beschäftigungsquote und die Forschungsausgaben konnten leicht erhöht werden, obwohl gleichzeitig die EU-Erweiterung und die Wirtschaftskrise zu bewältigen waren.

Aktionsplan Erwachsenenbildung

Die Erwachsenenbildung gewann in diesem Zusammenhang immer mehr Bedeutung und 2006 hat die Kommission mit der Mitteilung "Man lernt nie aus" das erste europäische Dokument veröffentlicht, das exklusiv der Erwachsenenbildung gewidmet war. Bald danach folgte der Aktionsplan Erwachsenenbildung "Zum Lernen ist es nie zu spät": Darin hat die Kommission nicht nur eine Verbesserung der Angebotsqualität und der Lernmöglichkeiten für Erwachsene als Prioritäten definiert, sondern auch die raschere Anerkennung non-formalen und informellen Lernens und ein verbessertes Monitoring des Sektors Erwachsenenbildung insgesamt.


2008 veröffentlichte die Kommission eine Mitteilung mit dem Titel "Neue Kompetenzen für neue Beschäftigungen" und rief dazu auf, Arbeitsmarkt- und Qualifikationserfordernisse besser zu antizipieren und miteinander in Einklang zu bringen. Ziel sollte es sein, Bildungs- und Berufsbildungspolitik wirksamer zu gestalten und die Arbeitsmärkte mittels flexibler Strategien zu modernisieren.

Weitere Informationen

Weiterlesen im Dossier Erwachsenenbildung in der EU

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