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Rückblick auf bildungspolitische Entwicklungen in Österreich

Die österreichischen Entwicklungen im lebenslangen Lernen sind eng an die EU-Bildungspolitik geknüpft. Die Empfehlungen der EU wurden aufgenommen und in Konsultationsprozessen und ExpertInnengremien weiterentwickelt.

Begriffe und Konzepte

Sowohl der Begriff "lebenslanges Lernen" als auch die Konzepte und Strategien veränderten sich im Laufe der Jahre. Seit den ersten bildungspolitischen Diskussionen in den 1990er Jahren war der Begriff des "lebenslangen Lernens" vorherrschend. In den letzten Jahren wird vermehrt auch von "lebensbegleitendem Lernen" gesprochen. Diese beiden Begriffe werden inzwischen meist synonym verwendet. In den zuständigen Ministerien in Österreich wird derzeit der Begriff "lebensbegleitendes Lernen" verwendet.

Die in Österreich diskutierten Konzepte greifen die Empfehlungen der Europäischen Union auf und zeigen daher eine ähnliche Entwicklung. Zunächst stand in Österreich organisierte Erwachsenenbildung im Vordergrund. Erst in den letzten Jahren wird zunehmend ein umfassenderes Verständnis vertreten, das Lernen in allen Lebensaltern und informelle Lernprozesse einbezieht. Sowohl in der EU als auch in Österreich zeigt sich in Bildungsfragen eine vorrangige Orientierung an Wettbewerb und Arbeitsmarkt, insbesondere in der Erwachsenenbildung, die seit vielen Jahren von beruflichen Aspekten dominiert wird. In Konzepten des lebenslangen und lebensbegleitenden Lernens wurden in den letzten Jahren jedoch zunehmend sozial-integrative Aspekte stärker betont.

EU-koordinierte Strategien für lebenslanges Lernen

Lebenslanges Lernen ist seit den 1990er Jahren ein zentrales Thema der europäischen Bildungspolitik. Die Initiativen standen von 2000 bis 2010 dabei im Zeichen der Lissabon-Strategie, die Union bis zum Jahr 2010 zum "wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum" zu machen. Die Nationalstaaten waren aufgefordert, im Rahmen des Vorhabens „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ konkrete Strategien für die Weiterentwicklung und Umsetzung lebenslangen Lernens zu entwickeln. Die Lissabon-Strategie wurde 2010 relativiert und erweitert und mündete ins Vorhaben "Europa 2020: Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum" mit der neuen Strategie "Allgemeine und berufliche Bildung 2020".

In Österreich wurde das Memorandum für lebenslanges Lernen (2000) in einem umfangreichen Konsultationsprozess mit verschiedensten Akteuren und Akteurinnen diskutiert. Die Dokumente zu diesem Prozess sind in der Themendatenbank zugänglich.

Die Mitgliedstaaten wurden im Weiteren zur Entwicklung einer kohärenten Strategie für lebenslanges Lernen aufgefordert. In Österreich wurden dazu mehrere Dokumente von ExpertInnen und Sozialpartnern entwickelt und 2008 in einem Konsultationspapier zusammengefasst. Ergebnis der Entwicklungen ist die 2011 verabschiedete Strategie "LLL:2020".

 

Entwicklung von Messinstrumenten

In Österreich fehlte lange Zeit eine regelmäßige und umfassende Datenerhebung zu lebenslangem Lernen und zur Erwachsenenbildung. Als Beitrag zu EU-weiten Datenerhebungen wurden aber auch in Österreich Instrumente entwickelt und verankert. Alle fünf Jahre wird der Adult Education Survey (AES) durchgeführt. Jährlich wird der EU-Strukturindikator Lebenslanges Lernen erhoben. Hier werden unter dem Begriff "lebenslanges Lernen" Weiterbildungsaktivitäten erhoben. Weitere Datenerhebungen gibt es zu schulischer, hochschulischer, beruflicher und betrieblicher Bildung.

 

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