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Europäische Stiftung für Berufsbildung (ETF)

CC BY Rudolf Götz, Franziska Haydn, Magdalena Tauber 2014 / aktualisiert 2020

Die Europäische Stiftung für Berufsbildung (ETF, European Training Foundation) ist eine dezentrale Agentur der Europäischen Union und unterstützt im Kontext der Außenpolitik, Partnerländer bei der Modernisierung ihrer Bildungs- und Berufsbildungssysteme durch Vermittlung von Fachkenntnissen und anderen Kompetenzen. Allgemeines Ziel für den Planungszeitraum 2017-2020 ist es, einen "Beitrag zur Humankapitalentwicklung, also der lebenslangen Entwicklung von Fähigkeiten und Kompetenzen von Menschen, vor dem Hintergrund der EU-Außenbeziehungen durch bessere Berufsbildungssysteme und eine bessere Eingliederung und Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt" zu leisten (ETF, Einheitliches Programmplanungsdokument 2017 – 2020).

 

Politischer Kontext

Die Europäische Stiftung für Berufsbildung (ETF) wurde 1990 errichtet, um den Berufsbildungsbedarf der Länder Mittel- und Osteuropas, die für eine Gemeinschaftshilfe in Betracht kommen, gerecht zu werden. Seit 1990 wurde der geografische Geltungsbereich des Mandats nach und nach erweitert. ETF unterstützt derzeit 29 Länder, die an die EU angrenzen, ihre Systeme der beruflichen Bildung zu verbessern, ihre Kompetenzbedarfe zu analysieren und ihren Arbeitsmarkt zu entwickeln. Der Kompetenzbereich der Stiftung wurde aufgrund ihrer Vielseitigkeit laufend ausgeweitet.

Gründung und Aufgaben

Die Europäische Stiftung für Berufsbildung (ETF) wurde am 7. Mai 1990 vom Europäischen Rat gegründet und ist seit 1994 eine Agentur der EU. Ihre Gründung basiert auf der Verordnung (EWG) Nr. 1360/90, neugefasst mit der Verordnung (EWG) Nr. 1339/2008 . Sie hat ihren Sitz in Turin, Italien.

Die Stiftung wird vorrangig außerhalb der Grenzen der Europäischen Union tätig und arbeitet mit den EU-Nachbarländern im Rahmen ihrer verschiedenen Kooperationsprogramme zusammen. Diese Programme umfassen:

  • Den EU-Erweiterungsprozess
  • Die europäische Nachbarschaftspolitik
  • Die Partnerschaft EU-Russland
  • Die Kooperation mit Ländern Zentralasiens

 

Die ETF als Zentrum für Fachwissen ist damit befasst, eine effiziente Zusammenarbeit zwischen der EU und den in Betracht kommenden Ländern im Berufsbildungsbereich zu fördern und die Unterstützung von Seiten der EU zu koordinieren.

 

Der Tätigkeitsbereich der ETF umfasst die berufliche Grund- und Fortbildung in Verbindung zum Arbeitsmarkt und zum Lebenslangen Lernen. Die ETF unterstützt die Arbeit der Europäischen Kommission und die Partnerländer in ihrem Reformprozess und leistet so einen Beitrag zu den internen Ansätzen der EU im Bereich Ausbildung und Qualifizierung, als auch zu den außenpolitischen Strategien der EU. Auch versteht sich die ETF als Bindeglied zwischen Einrichtungen in Partnerländern und EU-Netzwerken, wie z.B. Euroguidance.

 

Die Unterstützung erfolgt mittels Analysen und thematischen Studien, Politikunterstützung und -beratung, Kapazitätsentwicklung, Aufbau von Partnerschaften und Netzwerken, als auch durch den Austausch von Informationen, einschlägigen Erfahrungen und bewährten Ansätzen - sowohl zwischen der EU und Partnerländern als auch unter den Partnerländern.

Themenfeld Lifelong Guidance bei der ETF

ETF hat bei der Förderung von Lifelong Guidance (LLG) in den EU-Partnerländern eine wichtige Rolle eingenommen, da Lifelong Guidance bei den Reformen dieser Länder im Bildungsbereich und Arbeitsmarktinstitutionen vernachlässigt wurde. Daher hat die ETF durch verschiedene Maßnahmen den Aufbau und die Modernisierung der Bildungs- und Berufsberatungssysteme stimuliert und gefördert. Es wurden Länderstudien und vergleichende Analysen durchgeführt, maßgeschneiderte Studien zur Politikunterstützung angefertigt, die der Erarbeitung nationaler Bildungs- und Berufsberatungsstrategien sowie der Umsetzung konkreter Beratungsinitiativen dienten. Auch hat die ETF eigene Projekte zur Bewusstseinsbildung von EntscheidungsträgerInnen und Weiterbildung von BeraterInnen umgesetzt. Es wurden bedarfsgerechte "Career guidance"-Projekte entwickelt, die über EU-Förderinstrumente implementiert werden. In diesem Zusammenhang gelte es, so Zelloth (2009), die Zusammenarbeit von einzelnen Partnerländern mit EU-Mitgliedstaaten zu stärken, insbesondere dann, wenn im EU Mitgliedstaat bereits eine funktionierende Struktur im Bereich Lifelong Guidance besteht.

 

Weitere Informationen

Quellen

  • Europäische Union (2014): Europäische Stiftung für Berufsbildung. »Link
  • Europa - Zusammenfassung der EU-Gesetzgebung (2007): Europäische Stiftung für Berufsbildung (ETF).
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