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Aktuelle Strategien und Ziele von UNESCO und OECD

Die UNESCO hat auf die ökonomische Krise der letzten Jahre reagiert, indem nun emanzipatorische, kritische Grundideen wieder stärker betont werden. Die Statistiken der OECD geben ländervergleichend Auskunft über Bildungsaspekte der Mitgliedsländer. Die Erwachsenenbildung spielt hier allerdings eine eher untergeordnete Rolle.

UNESCO

Die UNESCO legt weiterhin ihren Interessen und Zielen gemäß den Schwerpunkt auf Lernen insbesondere für benachteiligte Regionen. Es zeigen sich aber auch einige Übereinstimmungen mit Strategien der EU und der OECD. So werden beispielsweise - ähnlich der EU - aktive BürgerInnenschaft, Entwicklung der Arbeitskräfte und soziale Integration als wesentliche Aspekte des lebenslangen Lernens definiert.
Das frühere "UNESCO Institute for Education" wurde umbenannt in das "UNESCO Institute for Lifelong Learning (UIL)". Zentrales Programm ist "Education for All" (EFA) mit einem starken Fokus auf Grundbildung. Die thematischen Schwerpunkte sind:

  • Alphabetisierung
  • Förderung der Erwachsenenbildung
  • Lebenslanges Lernen in Fortführung der Ideen aus den 1970er Jahren
  • Fokus auf Afrika in all diesen Bereichen

In Folge der wirtschaftlichen Krise von 2008 empfiehlt die UESCO nun wieder verstärkt die Abkehr vom Humankapitalkonzept hin zum Konzept der persönlichen Selbststärkung (political empowerment). Den Nationalstaaten wird empfohlen, durch höhere Investitionen einerseits und durch aktiveres Engagement andererseits das Prinzip demokratisch-emanzipatorischen Bewusstseins in die Umsetzung von lebenslangem Lernen einzubetten.

OECD

Die OECD stellt sich die Aufgabe, regelmäßig Berichte und Statistiken zu veröffentlichen. Diese bieten Regierungen die Möglichkeit, ihre weiteren politischen Strategien auf eine fundierte Basis zu stellen. Der OECD zufolge leistet lebenslanges Lernen einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit, sozialen Ausgeglichenheit und Demokratiesicherung einer Gesellschaft. Neben klassischen Wirtschaftsthemen erhebt sie daher auch Daten aus dem Bildungsbereich.

Die letzte OECD-Länderprüfung zur Erwachsenenbildung aus dem Jahr 2003 hat Österreich viele positive Aspekte bescheinigt: z.B. eine hohe Weiterbildungsbeteiligung und ein ausreichendes Angebot an beruflicher Weiterbildung. Sie hat aber auch aufgezeigt, dass in manchen Bereichen Handlungsbedarf besteht:

  • Die Aktivitäten im Bereich der Grundbildung sind zu gering.
  • Allgemeinbildung und E-Learning wird innerhalb des Sektors Weiterbildung zu wenig gefördert.
  • Klein- und Mittelbetriebe brauchen Förderungen für ihre betrieblichen Weiterbildungsaktivitäten.
  • Es bedarf einer kohärenteren Erwachsenenbildungspolitik.

Auf diese Prüfung einiger OECD Länder folgte 2004 das Dokument "Promoting Adult Learning", das weitere Förderungen und Maßnahmen vorschlägt. Im umfassenden, jährlich erscheinenden OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick" spielt hingegen die Erwachsenenbildung eine eher untergeordnete Rolle.

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