Digitale Lernangebote überprüfen: ein Online-Selbstcheck

07.02.2024, Text: Miriam Klampferer, Redaktion/CONEDU
Wer die Qualität eigener E-Learning-Angebote absichern, reflektieren und verbessern möchte, bekommt mit dem Online-Tool EduScanPro der k.o.s. GmbH eine fundierte Möglichkeit dazu.
Eine schwarze Lupe wird über eine Laptop-Tastatur gehalten.
Erwachsenenbildner*innen können ihre digitalen Lernangebote mit dem EduScanPro kostenlos und ohne Anmeldung unter die Lupe nehmen.
Foto: Unsplash Lizenz, Agence Olloweb, https://unsplash.com/

Selbstreflexion und fortlaufende Qualitätsverbesserung sind entscheidende Bestandteile der pädagogischen Praxis. Das gilt besonders für das Entwickeln von Online-Lernangeboten. Erwachsenenbildner*innen können nun mit dem interaktiven Online-Fragebogen EduScanPro ihre eigenen E-Learning-Angebote strukturiert erfassen sowie Optimierungspotenziale erkennen. Das Tool ist auf die Lernenden- und Kompetenzorientierung ausgerichtet und soll hauptsächlich als Impulsgeber für Verbesserungen dienen.

Aufbau des Online-Tools

Der EduScanPro beinhaltet elf Qualitätsmerkmale in den drei zentralen Bereichen didaktische Konzeption, Rolle der Lehrenden und Lernenden sowie Information und Organisation des Lernangebots. Zu jedem Qualitätsmerkmal gibt es wiederum vier Parameter. Erwachsenenbildner*innen ordnen ihr Lernangebot bei jedem Parameter auf einer Skala von „trifft zu“ bis „trifft gar nicht zu“ selbstständig ein. Die definierten Qualitätsmerkmale des Fragebogens funktionieren nicht isoliert, sondern beziehen sich aufeinander und spielen zusammen.

Nach der Durchführung des Qualitätschecks erhalten Lehrende ein Ergebnis. Dieses besteht aus einer Grafik und einem Text. Die Grafik visualisiert, in welchen Bereichen das Lernangebot noch verbessert werden kann. Der Text schlüsselt die Auswertung aller Merkmale detailliert auf und schätzt die Qualität des Angebots ein. Außerdem erhalten Nutzer*innen Empfehlungen, wie sie ihr Angebot optimieren können.

Bereich 1: Entwicklung des didaktischen Settings

Der erste Bereich des Selbstchecks lädt Erwachsenenbildner*innen ein, die didaktische Konzeption ihres Lernangebots zu reflektieren. Er ist mit sieben zugeordneten Qualitätsmerkmalen gleichzeitig der umfassendste Bereich.

Lehrende schätzen hier beispielsweise ein, ob ihr Lernangebot sich ausreichend an den Vorerfahrungen und dem Lernbedarf der Zielgruppe orientiert. Sie überprüfen, ob Lernziele eindeutig und kompetenzorientiert formuliert und ob Lerninhalte passend ausgewählt sind. Außerdem gehen Nutzer*innen bei diesem Schritt sicher, dass sie den methodisch-didaktischen Rahmen angemessen definiert und eine unterstützende Lernumgebung geschaffen haben. Sie werden zudem angeleitet, ihre Wahl der Lernmaterialien und digitalen Medien zu reflektieren. Dabei achten sie beispielsweise darauf, dass Lernressourcen auf Individualisierung und Selbststeuerung der Lernenden ausgerichtet sind.

Zuletzt ist das Überprüfen der Lernerfolge während und am Ende des Lernprozesses ein wichtiger Teil dieses Bereichs. Dazu gehört auch, dass Erwachsenenbildner*innen sichergehen, dass Lernerfolge möglichst akkurat in eine konkrete Bescheinigung wie etwa ein Zertifikat umgesetzt werden.

Bereich 2: Die Rolle von Lehrenden und Lernenden

Bei der Bearbeitung des zweiten Bereichs konzentrieren sich Erwachsenenbildner*innen darauf, zu beurteilen, welche Rolle Lehrende und Lernende im geplanten Lernprozess einnehmen.

Ziel ist es, dass Lehrende als Lernbegleiter*innen auftreten. Sie sollten sicherstellen, dass Lernende Selbststeuerung übernehmen sowie Kompetenzen erproben und weiterentwickeln können. Außerdem definiert der EduScanPro es als Teil der Rolle der Lehrenden, Unterschiede in den Vorerfahrungen ihrer Lernenden zu berücksichtigen.

Lernende hingegen sollen idealerweise als aktiv gestaltende Akteur*innen im Lernprozess handeln. Die Wahl geeigneter Methoden sollte das unterstützen und Lernende an ihre aktive Rolle heranführen

Bereich 3: Rahmenbedingungen des Lernangebots

Der dritte Bereich des EduScanPro bezieht sich auf Aspekte wie die Organisation des Lernangebots und die bereitgestellte Information darüber. Dazu gehört etwa, dass notwendige personelle, technische und finanzielle Ressourcen identifiziert und abgesichert werden. Lehrende sollen ihr Angebot für sich selbst möglichst spezifisch beschreiben, um fundierte methodisch-didaktische Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig sollen sie das Angebot auch für Interessent*innen genau definieren, damit sich diese für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Über EduScanPro

Das Tool EduScanPro steht auf der Website weitergelernt.de kostenlos zur Verfügung. Die Plattform sammelt verschiedene Informationen und pädagogische Ressourcen für Erwachsenenbildner*innen. Sie gehört zum Projekt Koordinierungsstelle Qualität der k.o.s. GmbH, das von der Stadt Berlin öffentlich gefördert wird. Dieses Projekt hat das Ziel der Qualitäts- und Kompetenzentwicklung in der Erwachsenen- und Weiterbildung.

Weitere Informationen

 

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