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Rollen und Aufgaben in Online-Lernangeboten

CC BY Karin Kulmer – Redaktion/CONEDU, 2022

Die Tätigkeit als Trainer*in in der Erwachsenenbildung beinhaltet vielfältige Tätigkeiten und Aufgaben. Gerade bei Online-Veranstaltungen wie Webinaren oder Onlinekursen erfolgt die Vorbereitung und Durchführung häufig im Team und/oder in Zusammenarbeit mit externen Akteur*innen. Dabei gilt es, die Rollen und Aufgaben vorab klar zu verteilen, um eine lernförderliche Gestaltung der Bildungsveranstaltungen sicherzustellen.

Rollenverteilung in synchronen Live-online-Veranstaltungen

Besonders bei Online-Veranstaltungen mit vielen Teilnehmenden ist es hilfreich, wenn mehrere Personen beteiligt sind, die verschiedene Aufgaben übernehmen können. Hierbei ist eine gute Rollenverteilung von Vorteil, um einen reibungslosen Ablauf und ein erfolgreiches Lernen zu gewährleisten. Die Pädagogin und E-Learning-Expertin Katja Bett unterscheidet dabei zwischen mehreren Moderationsrollen:

  • Die organisatorisch-administrative Rolle sorgt für die Einhaltung des Ablaufs und des Zeitplans und ist für technische Fragestellungen verantwortlich (beispielsweise durch individuelle Unterstützung als Techniksupport).
  • Die motivationale-soziale Rolle behält das Lernklima im Blick, unterstützt die Teilnehmenden und regt zur aktiven persönlichen Beteiligung an (beispielsweise durch das Aufgreifen von Wortmeldungen als Chatsupport).
  • Die didaktisch-vermittelnde Rolle unterstützt die Teilnehmenden beim Verständnis und der Strukturierung der Inhalte, fördert die Wissensaneignung und den Lerntransfer (beispielsweise durch die inhaltliche Moderation bei diskursiven Formaten).
  • Der*die Inhaltsexpert*in kümmert sich um die Vermittlung, Bewertung und Verknüpfung des Wissens. Je nachdem, wo das Lernangebot auf dem Spektrum zwischen Exposition und Exploration angesiedelt ist, kann diese Rolle eher in Richtung Inhaltsvermittlung oder mehr in Richtung Lernbegleitung angelegt werden.

 

Die folgende Grafik zeigt ein Beispiel für eine Rollenverteilung in einem Live-online-Bildungsformat, wobei eine Person auch mehrere Aufgaben übernehmen kann (z.B. Anwesenheitskontrolle und Chatsupport):

Rollen in Online-Bildungsformaten Grafik: CC BY, CONEDU/Sandra Hermann, auf erwachsenenbildung.at
Eine barrierefreie Textalternative zur Grafik finden Sie hier.

Im Ablaufplan der Veranstaltung wird möglichst detailliert festgelegt, wer für welche Aufgaben zuständig ist und wann diese erledigt werden.

 

Trainer*innen, die alleine synchrone Online-Veranstaltungen durchführen, können für Support-Aufgaben wie z.B. Dokumentation oder Zeitmanagement auch die Teilnehmer*innen einbinden. Der Trainer und Berater Jan-Torsten Kohrs hat für diesen Zweck Aufgabenkarten zusammengestellt.

 

Auch bei Gruppen- und Projektarbeiten müssen Aufgaben verteilt werden. Hierfür steht auf wb-web eine Checkliste zur Verfügung.

Aufgabenverteilung in asynchronen Veranstaltungen

Bei asynchronen Veranstaltungen wie MOOCs und Onlinekursen fallen viele Tätigkeiten bereits in der Vorbereitung an. Die Publikation „MOOCs in der Erwachsenenbildung – so gelingen sie“ macht deutlich, welche Fähigkeiten und Erfahrungen (z.B. Kommunikation, Aufbereitung von Inhalten, didaktisches und technisches Know-how) in einem MOOC-Team vorhanden sein sollten. Besonderes Augenmerk kommt hierbei der Funktion der Lernbegleiter*innen zu. Während eines laufenden Online-Kurses ist auf klare Richtlinien und eine gute Abstimmung untereinander zu achten, wenn mehrere Personen die Kommunikation zu den Teilnehmenden und/oder Kooperationspartner*innen übernehmen.

Rollenwandel: Von Trainer*innen zu Lernbegleiter*innen

Mit der steigenden Selbstorganisation von Lernprozessen und den veränderten Bedürfnissen von Teilnehmenden in Zeiten der Digitalisierung ist ein Rollenwandel vom Training zur Lernbegleitung verbunden.

 

Lernbegleiter*innen konstruieren Lern-Architekturen und -Pfade, kuratieren Inhalte und Lernressourcen und stehen für Lernende bei Fragen zur Verfügung. Zu ihren Tätigkeiten gehört im weiteren Sinne auch das Entwickeln und Umsetzen neuer Bildungsformate, das Erstellen von wiederverwendbaren Lernbausteinen und das Anbieten von Erprobungsräumen – etwa in Form von Communities of Practice. Lernbegleiter*innen können auch Lernbedarfe feststellen, Lernpläne gemeinsam mit den Lernenden erarbeiten und zum Thema „Lernen lernen“ beraten. Wissen über verfügbare Lernressourcen und deren offene Zugänglichkeit sowie über motivationsfördernde Maßnahmen beim selbstgesteuerten Lernen sind dafür vorteilhaft.

 

Der Berater und Lernbegleiter Jürgen Sammet differenziert die Tätigkeit von Lernbegleiter*innen weiter in mehrere Rollen:

  • Trainer*innen unterstützen online oder offline bei Lernen oder Üben neuer Fertigkeiten.
  • Lernvideo-Gestalter*innen planen Video-Inhalte und setzen diese professionell und lerngerecht um.
  • Lerncoaches stellen gemeinsam mit den Lernenden den Lernbedarf fest und begleiten den Lernprozess.
  • Kulturentwickler*innen setzen sich für das lernfreundliche Klima in Organisationen ein.
  • Lerndesigner*innen wählen geeignete Lernformate für die jeweiligen Lernziele, Zielgruppen, Inhalte und Rahmenbedingungen aus und kombinieren diese zu einem Lernprozess.

Aufgabenerweiterung: Zusammenarbeit mit IT-Fachkräften

Je stärker die Weiterbildung mithilfe von technischen Lernumgebungen erfolgt, desto höher ist auch der Bedarf, dass diese problemlos funktionieren und entsprechend den Lernanforderungen gestaltet sind. Das erfordert einen Dialog zwischen pädagogischem und technischem Fachpersonal (insbesondere aus dem IT-Bereich) – beispielsweise in Bezug auf die Konfiguration von Software, Lernplattformen oder Websites oder auch die technische Ausstattung vor Ort.

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