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Was Bildungstechnologien für die Erwachsenenbildung bereithalten

19.08.2021, Text: Beatrice Kogler, Redaktion/CONEDU
Ulrich Schmid vom mmb Institut beleuchtet in der Zeitschrift „weiter bilden“ aktuelle und zukünftige Trends der EdTech-Branche. Aktuell boomen Selbstlernkurse; die Zukunft dürfte jedoch in KI-Technologien liegen.
  • Foto: Unsplash Lizenz, jeshoots.com, auf erwachsenenbildung.at
    Immersives Lernen über Virtual oder Mixed Reality zählt laut Artikel zu den aktuellen bildungstechnologischen Trends.

Selbstgesteuertes Lernen gefragt

Derzeit sind internationale Bildungsanbieter, die informelles und autonomes Lernen forcieren, besonders erfolgreich. So konnten etwa internationale Kursplattformen wie Coursera oder Udacity enorme Investitionen erreichen. Der Trend zu Angeboten für individuelle Lernende geht einher mit einem wachsenden Zertifizierungsangebot. Auf On-Demand-Wissensplattformen können Lernende etwa Micro-Degrees oder Badges als Qualifikationsnachweise erwerben. Auch wenn sich diese Formen der Zertifizierung in Europa Schmid zufolge noch nicht durchgesetzt haben, ist erkennbar, dass traditionelle Bildungsanbieter und klassische Lernsettings im Moment weniger stark nachgefragt sind. Die Weiterbildungsbranche wird auch in Deutschland immer mehr von internationalen Anbietern dominiert, was auch aus der aktuellen mmb Learning Delphi hervorgeht. Lokale Unternehmen setzen laut Schmid zu wenig auf den Online-Bildungsmarkt.
 

KI-gestütztes Lernen auf dem Vormarsch

Wenn es um künftige bildungstechnologischen Entwicklungen geht, sieht Schmid die Zukunft in der Integration von Künstlicher Intelligenz (KI). Sowohl beim Planen, Analysieren und Evaluieren von Lernprozessen können KI-Lösungen zum Einsatz kommen und somit Lehrkräfte und BildungsmanagerInnen entlasten. Große Erwartungen gibt es insbesondere gegenüber intelligentem Tutoring über Chatbots und anderen sprachverstehenden Assistenz-Systemen. Adaptive Learning, bei dem Lernende personalisierte Empfehlungen und Lernangebote erhalten sowie das KI-basierte Feststellen von Wissens- und Kompetenzstand der Lernenden oder das Vorhersagen von Lernleistungen (Learning Data Mining, Predictive and Learning Analytics) beurteilt Schmid ebenfalls als zukünftige Trends.
 

Mehr Gründungsinitiativen benötigt

Im Vergleich zu internationalen EdTech-Unternehmen erhalten vergleichbare deutsche Einrichtungen nur wenig Aufmerksamkeit von Investoren. Das führt Schmid unter anderem auf die sprachlichen und rechtlich-administrativen Hürden zurück – der Bildungsmarkt in Deutschland ist komplex und stark öffentlich reguliert. Aus diesem Grund gibt es nur eine relativ geringe Zahl an GründerInnen in der deutschen EdTech-Szene. Für Software-EntwicklerInnen ist es wenig erstrebenswert, in die Bildungstechnologie-Branche zu gehen - zudem fehlen ihnen die nötigen pädagogischen und didaktischen Kenntnisse. Um die Situation in der deutschen EdTech-Branche zu verbessern, bräuchte es laut Schmid mehr bildungstechnologische Gründungs- und Innovations-Center an Hochschulen, die den Austausch zwischen GründerInnen und AnwenderInnen fördern. Außerdem sollten junge EdTech-Unternehmen innovative Lösungen nicht nur modellhaft entwickeln, sondern tatsächlich in Bildungseinrichtungen etablieren zu können.
 
Schmid, U. (2021). Verheißungen, Visionen und Realität: Aktuelle Situation und Trends der EdTech-Branche. weiter bilden, 2, 32–35.
Weitere Informationen:
Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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