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Europäischer Aktionsplan für digitale Bildung 2021-2027 veröffentlicht

14.10.2020, Text: Karin Kulmer, Redaktion/CONEDU
Digitales Ökosystem fördern und digitale Kompetenzen verbessern: Der Plan der EU-Kommission beinhaltet zahlreiche Maßnahmen für hochwertige, inklusive und zugängliche digitale Bildung in Europa.
  • Foto: Unsplash Lizenz, Markus Spiske, https://unsplash.com
    Die EU-Kommission hat einen neuen "Digital Education Action Plan" für 2021-2027 veröffentlicht.
Die Europäische Kommission hat kürzlich den neuen „Digital Education Action Plan" vorgestellt, der für den Zeitraum 2021-2027 angelegt ist und den derzeit gültigen Aktionsplan (2018-2020) ablösen wird. Der neue Aktionsplan sieht zwei langfristige strategische Prioritäten vor: einerseits die Förderung eines leistungsstarken digitalen Bildungsökosystems und andererseits die Stärkung der digitalen Kompetenzen der Bevölkerung im digitalen Zeitalter. Als konkrete Maßnahmen werden u.a. eine europäische Austauschplattform für digitale Bildung, ein europäisches Zertifikat für digitale Kompetenzen und ein Think-Tank zur Förderung der Kooperation auf EU-Ebene vorgeschlagen.

 

Strategische Priorität: Digitales Bildungsökosystem fördern

Die erste Priorität zielt auf die Bereitstellung hochqualitativer und inklusiver digitaler Bildung ab. Dafür braucht es leistungsfähige Infrastruktur, Konnektivität und digitales Equipment für Lehrende und Lernende. Besonderes Augenmerk soll dabei auf eine effektive Kapazitätsplanung gelegt werden, die den Zugang zu digitaler Bildung sicherstellt. Lehrkräfte sollen bei der Erweiterung ihrer digitalen Kompetenzen unterstützt und damit befähigt werden, innovative Methoden einzusetzen, Umwelteinflüsse zu berücksichtigen und nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Die Kommission betont außerdem die Bedeutung hochqualitativer Inhalte, nutzerInnenfreundlicher Tools und sicherer Plattformen, die die Privatsphäre der NutzerInnen schützen und ethische Standards erfüllen.

 

Strategische Priorität: Digitale Kompetenzen verbessern

Die Vermittlung grundlegender digitaler Kompetenzen soll bereits vom frühen Kindesalter an über die gesamte Lebensspanne unterstützt werden. Dazu gehört laut Aktionsplan einerseits Digital Literacy (etwa im Sinne von Erkennen von Falschinformationen oder Filtern relevanter Informationen) sowie andererseits Informatik- und Programmierkenntnisse bis hin zum Verständnis datenintensiver Technologien wie z.B. Künstlicher Intelligenz.

 

Europäische Austauschplattform: Zertifizierte Online-Inhalte bündeln

Um die strategischen Prioritäten zu erfüllen, plant die Kommission einen strategischen Dialog mit den Mitgliedsstaaten, um erfolgreiche digitale Bildung zu erleichtern. Basierend aus den Erfahrungen im Rahmen der Covid-19-Krise sollen bis Ende 2021 konkrete Empfehlungen für Online- bzw. Distanzlehre in Primär- und Sekundarstufen ausgearbeitet werden. Mit dem „European Digital Education Content Framework" soll ein Rahmenwerk für die Inhalte digitaler Bildung auf europäischer Ebene entstehen. Eine europäische Austauschplattform soll das Teilen zertifizierter Online-Inhalte (wie z.B. MOOCs) erleichtern und bestehende Bildungsplattformen verlinken. Darüber hinaus möchte man die Mitgliedsstaaten beim Breitband- und Internetanschluss (vor allem an Schulen) sowie bei digitalen Tools (wie z.B. SELFIE for Teachers) unterstützen. Erasmus-Projekte sollen dazu genutzt werden, die digitale Transformation in Bildungseinrichtungen jeglicher Stufe (von Primärstufe bis Erwachsenenbildung) voranzutreiben.

 

Digital Skills Certificate: Kompetenzen nachweisbar machen

Um das Verständnis neuer Technologien und deren Auswirkungen auf den Bildungsbereich zu vertiefen, möchte die Kommission ethische Leitlinien für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Bildungseinrichtungen entwickeln. Das europäische Rahmenwerk für digitale Kompetenzen, DigComp, soll in Hinblick auf KI und datenbasierte Fähigkeiten aktualisiert werden. Für Lehrende soll es gemeinsame Leitlinien geben, um Digital Literacy zu fördern und Falschinformationen zu bekämpfen. Ein europäisches „Digital Skills Certificate" (EDSC) soll Lernenden künftig die Möglichkeit bieten, ihre digitalen Kompetenzen nachzuweisen.

 

Die Kommission plant außerdem eine öffentliche Empfehlung zur Verbesserung der Vermittlung von digitalen Kompetenzen – verbunden mit Investitionen zur Professionalitätsentwicklung von Lehrenden. Daneben soll ein EU-Ziel für digitale Kompetenzen von Lernenden eingeführt, die Entwicklung fortgeschrittener digitaler Kompetenzen gefördert und die Teilnahme von Frauen und Mädchen in technischen Bildungsgängen unterstützt werden.

 

European Digital Education Hub: Kooperation auf EU-Ebene fördern

Die EU kann dem Aktionsplan zufolge eine aktive Rolle spielen, indem sie Beispiele guter Praxis bekannt macht, Mitgliedsstaaten und Akteure im Bildungsbereich mit Tools, Rahmenwerken, Forschung und Beratung unterstützt und die Kooperation zwischen Stakeholdern fördert. Die Kommission möchte daher einen neuen „European Digital Education Hub" schaffen, der als Think-Tank fungiert und Initiativen und AkteurInnen zur digitalen Bildung vernetzt. In diesem Zusammenhang sollen Cross-Sektor-Kooperationen und neue Austauschmodelle für digitale Lerninhalte gefördert werden, die Themen wie gemeinsame Standards, Zugänglichkeit und Qualitätssicherung behandeln.

Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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