Video: Lernunterlagen aufbereiten mit KI-Tools

05.02.2024, Text: Birgit Aschemann und Gunter Schüßler, Redaktion/CONEDU
Die erste Lerneinheit der KI-Serie auf erwachsenenbildung.at widmet sich der Bereitstellung von Lernressourcen mittels KI-Chatbots.

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Video: Video: Lernunterlagen aufbereiten mit KI-Tools
Video: CC BY 4.0, CONEDU, Februar 2024

Lehrende können KI-Tools nutzen, um Lernunterlagen chatfähig aufzubereiten und Lernenden zur Verfügung zu stellen.

Für Erwachsenenbildner*innen ist dabei nicht nur der Funktionsumfang der KI-Tools wichtig, sondern es gilt Kriterien der professionellen Bildungsarbeit zu beachten. Dazu gehören die Qualität der KI-Ergebnisse, die Möglichkeit zum Teilen eines qualitätsgesicherten fixen Chats und der Datenschutz bei der Nutzung der Tools.

Lernunterlagen zum Chatten

Das KI-Tool ChatPDF, das namensgleiche GPT von Promptboom und das PDF-Bearbeitungsprogramm PDFgear ermöglichen es Nutzer*innen mit Lernunterlagen im PDF-Format zu chatten.

Erwachsenenbildner*innen können also Lernenden per Link chatfähige PDFs senden. Ganz ohne Anmeldung, insofern datenschutzfreundlich, geht das mit dem KI-Tool der deutschen ChatPDF GmbH. Haben Lernende einen Link erhalten, können sie sogleich den KI-Chatbot zum jeweiligen PDF befragen. Die Konversationen mit dem KI-Chatbot können dabei in unterschiedlichen Sprachen und auch über mehrere PDFs zugleich erfolgen. Das Tool ist in einem beschränkten Umfang kostenlos nutzbar. Laut Betreiber sollen die Freemium-Version und der registrierungsfreie Zugang auch aufrechterhalten werden.

Bei PDFgear handelt es sich um ein kostenloses PDF-Bearbeitungsprogramm mit integriertem KI-Chatbot. Das Tool muss lokal installiert werden – der KI-Bot benötigt aber einen Zugang zum Internet. Auch dieses Tool nutzt eine ChatGPT-Schnittstelle bzw. die Version GPT-3.5.

Das Tool ChatPDF von Promptboom hingegen arbeitet mit dem leistungsfähigeren Sprachmodell GPT-4. Dementsprechend ist ein Bezahl-Account von ChatGPT für die Nutzung erforderlich. Nutzer*innen können dann PDFs in die Chatzeile ziehen und den KI-Chatbot dazu befragen.

Von Chatverläufen zu Lerninhalten

Wenn Lehrende mit KI-Chatbots arbeiten, können sie nicht nur den funktionsfähigen Chatbot teilen. Manche Tools ermöglichen auch das Teilen eines bereits stattgefundenen Chats.

Zum Beispiel kann mit PDFgear ein Chatverlauf als txt-Datei exportiert und nachbearbeitet werden, bevor er verschickt wird. Eventuelle Fehler im Chat sind so nachträglich zu beheben. Viel Gestaltungsfreiheit bietet auch der Poe-Chatbot, da sich einzelne Prompts und KI-generierte Antworten aus einem Chatverlauf nachträglich entfernen lassen. Auf diese Weise lassen sich z.B. aus eigenen Kursunterlagen FAQ-Listen für Kursteilnehmer*innen erstellen.

Lehrende können dabei die Antworten eines KI-Chatbots überprüfen und haben die Qualität in der Hand. Werden KI-Chatbots hingegen von Lernenden aktiv befragt, fallen die Antworten unterschiedlich aus, da sie immer neu generiert werden. Das sollte auf jeden Fall bedacht werden, wenn ein Lernprozess mit KI-Chatbots begleitet wird.

Eigene KI-Chatbots für Lernende erstellen

Erwachsenenbildner*innen können auch eigene KI-Chatbots erstellen, die auf definierte Dokumente und URLs zugreifen und auf dieser vorgegebenen Basis im Chat auf Anfragen antworten. Möglich ist das seit November 2023 mit den GPTs von OpenAI, die mit der Bezahlversion von ChatGPT erstellt werden können. Dabei ist es möglich, auch ohne Programmierkenntnisse das Antwortverhalten recht genau zu konfigurieren.

Über Poe lassen sich KI-Chatbots mit gewissen Einschränkungen auch kostenlos erstellen. Lehrende können mehrere PDFs als Wissensquelle hochladen und den KI-Chatbot vorab anleiten, wie er auf Anfragen reagieren soll. Durch die hinterlegten PDFs kann das KI-Tool auf eine von der Lehrperson festgelegte, spezifische Wissensbasis zugreifen und beantwortet Prompts nicht nur anhand von Trainingsdaten. Per Link lassen sich die KI-Chatbots mit Lernenden teilen.

KI-Anwendungen reflektieren: worauf es zu achten gilt

Um die eigenen Daten zu schützen, empfiehlt es sich KI-Tools ohne Anmeldung zu nutzen oder KI-Chatbots das Modelltraining mit den eingegebenen Prompts zu verbieten. Das lässt sich zum Beispiel in den Einstellungen von ChatGPT festlegen.

Besonders berücksichtigt werden sollte das Urheberrecht: Nur eigene Texte oder offene Bildungsressourcen unter der Lizenz CC-BY sollten zum Chatten mit KI-Tools verwendet werden. Gibt man einen so generierten Chat weiter, müssen alle verwendeten Materialien angegeben werden, zusammen mit einem Verweis, dass die Inhalte von einer KI generiert wurden.

Unboxing AI: live und online

Anmerkung: Genauere Einblicke in diese Tools und Funktionen gibt das Video-Tutorial oben im Beitrag.

ChatPDF, Poe und die GPTs von ChatGPT wurden auch im ersten Webinar der KI-Serie vorgestellt und zum Teil live erprobt. Die Teilnehmer*innen sammelten unterschiedliche Anwendungsfelder gemeinsam in einem Brainstorming. Vorschläge sind etwa Frage-Antwort-Listen (FAQ) für Kursteilnehmende zu erstellen, KI-Tools für die Unterrichtsvorbereitung zu nutzen, Skripten als Chatbots an Lernende weiterzugeben oder die Tools zu nutzen, um KI im Kurs zu reflektieren.

KI-Experte David Röthler demonstrierte einen Ausblick auf künftige Möglichkeiten, Lernunterlagen bereitzustellen. KI-generierte Simulationen der eigenen Person könnten Lerninhalte per Video vermitteln. Das klingt vielleicht für viele noch nach Science-Fiction, ist technisch aber längst möglich. Der persönliche Avatar von David Röthler, der mit HeyGen künstlich erzeugt wurde, veranschaulicht das. Zugleich ist er ein Beispiel für den Uncanny Valley-Effekt. Angekündigt ist eine Technologie, die solche Avatare eigenständig Fragen beantworten lässt, nachdem sie mit einem Wissenspool hinterlegt wurden.

Ein KI-Zertifikat speziell für die Erwachsenenbildung

Dieser Beitrag samt Video-Tutorial ist Modul 1 der zehnteiligen Serie „KI-Tools in der Erwachsenenbildung: anwenden und reflektieren (Unboxing AI for AE)“, die bis Ende 2024 auf erwachsenenbildung.at umgesetzt wird. Die Serie bietet monatlich eine neue KI-Anwendung für die Erwachsenenbildung im Live-Webinar und als Lernmodul. 

Wir laden Sie ein, sich gleich in den Moodle-Kurs der KI-Serie einzuschreiben und den Multiple Choice-Test zur Lerneinheit zu absolvieren – der erste Schritt am Weg zu Ihrem KI-Zertifikat. Der Test kann jeweils bis zu drei Monate nach Veröffentlichung des Beitrags absolviert werden; die Zertifikate werden mit Jahresende ausgestellt.

Das nächste Webinar der KI-Serie findet am 4. März 2024 statt und das Thema wird Mitte Februar veröffentlicht. Für die Webinare ist eine Anmeldung erforderlich. Bitte abonnieren Sie die Info-Mail zur KI-Serie, um Informationen über alle Termine, Webinare und Lerneinheiten der KI-Serie zu erhalten.

Weitere Informationen:
Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

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