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„Wenn wieder Einschränkungen kommen, wissen wir, wie wir das meistern"

18.06.2020, Text: Birgit Aschemann und Karin Kulmer, Redaktion/CONEDU
Digitale Lernerträge aus dem Frühjahrs-Lockdown: Die Aufzeichnung des DigiTalks von 15. Juni 2020 steht nun online zum Nachsehen zur Verfügung.

DigiTalk erwachsenenbildung.at | CC-BY 4.0 CONEDU Juni 2020
Wie es nach Corona in der Erwachsenenbildung weitergeht, und wohin sich die Arbeitsformen, Kommunikationsformen und Bildungsformate jetzt entwickeln sollen – diese Fragen standen im Mittelpunkt des DigiTalk am 15. Juni 2020. Am Podium diskutierten Gerhard Bisovsky (Verband Österreichischer Volkshochschulen), Gaby Filzmoser (ARGE Bildungshäuser Österreichs), Dieter Frei (LFI Steiermark), Michaela Haller (Lesezentrum Steiermark) und Brigitte Lackner (Forum Katholischer EB), moderiert von Birgit Aschemann (CONEDU).

 

Digitalität in der Krisenzeit: Zustrom und Lernsprünge, aber auch Verluste

Im Frühsommer 2020 liegen hinter uns denkwürdige und anstrengende Monate. Ihr Gewinn ist ein Lernsprung. Viele ErwachsenenbildnerInnen und TeilnehmerInnen sind durch den Lockdown nun erfahrener und versierter im Umgang mit digitalen Technologien. Die Erfahrung der Verbundenheit dank digitaler Medien war einprägsam, und die Akzeptanz für die Onlinewelt ist gestiegen. Aus den Einrichtungen und Verbänden wird von einem großen Weiterbildungsinteresse berichtet, besonders auf Seiten der Kursleitenden. Allerdings sei es unmöglich gewesen, alle Angebote auf online umzustellen – gerade bei größeren und damit trägeren Organisationseinheiten. Und manche Lernendengruppen blieben vorerst digital fast auf der Strecke.

 

Positive Resonanz auf praxisnahe Formate

Gaby Filzmoser von der ARGE Bildungshäuser Österreichs berichtete auch von einer Zunahme der Reichweite, die manche überrascht hat: Online-Veranstaltungen haben ganz neue Personen angesprochen, für die eine Präsenzteilnahme nicht machbar wäre. Dass die Krise vielen geholfen habe, Vorbehalte gegenüber Online-Angeboten zu beseitigen, bestätigte Michaela Haller auch aus einem anderen Bereich der Erwachsenenbildung, nämlich dem Lesezentrum Steiermark.
 
Beim Ländlichen Fortbildungsinstitut (LFI) arbeitet man bereits seit Längerem mit innovativen digitalen Formaten. Gerade praxisnahe Formate wie die „Farminare", die direkt vom Acker oder aus dem Wald übertragen werden, kommen hier gut an.
 
Bei längeren Lehrgängen unterscheiden sich die Erfahrungsberichte, was die Bereitschaft für Online-Varianten betrifft. Hier scheint die Motivationslage wichtig: wer neben der Berufstätigkeit lernt, ist für Online-Angebote oft dankbar - aber wer sich Weiterbildungen fernab von Alltag und Arbeitsplatz wünscht, wird online eher enttäuscht. Auch das Lebensalter als Einflussfaktor wurde andiskutiert.
 

Und jetzt? Wie die Erwachsenenbildung für den Herbst plant

Die Publikumsabstimmung zum Thema fiel deutlich aus: flexible Angebote werden reinen Präsenz- oder Online-Angeboten vorgezogen. Das kann z.B. Blended Learning oder hybride Formate bedeuten. Aber Online-Angebote sind „nicht um jeden Preis und überall, sondern nur wo es gut passt", angebracht, so Brigitte Lackner und mit ihr die Runde am Podium. Laut Gerhard Bisovsky müsse man didaktisch gut argumentieren, warum man welche Formate verwendet. Digitalität ist kein Selbstzweck. Und auch Dieter Frei pflichtete bei: „Eine Kombination aus digital und live ist vielversprechend". Konkret möchten die DiskutantInnen jetzt dort anknüpfen, wo sie im Frühling gute Erfahrungen gemacht haben. Die Erfahrung aus dem Lockdown habe jedoch vor allem eines gezeigt: „Wenn wieder Einschränkungen kommen, wissen wir jetzt, wie wir das meistern."
 
Kooperation ist dafür wesentlich, so der Tenor zum Diskussionsabschluss. Konkrete Vorschläge dazu betreffen ein gemeinsames OER-Repositorium oder gemeinsame Qualitätskriterien für Online-Angebote, aber auch die verstärkte Zusammenarbeit von Kursanbietern und Bibliotheken.
Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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