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Endlich (wieder) lesen können!

20.06.2009, Text: Ronald Zecha, VolkshochschuleTirol, Redaktion: Barbara Kreilinger, VÖV
Mut machende Positivkommunikation ist der Schlüssel zu den Menschen, die von der Grundbildung profitieren können. Die VHS Tirol nutzt dafür drei Kanäle. (Grund-/Basisbildung an Öst. Volkshochschulen, Teil 5)
Viele Wege führen zur Grundbildung

Wenn ein Mensch seine persönliche Hemmschwelle überschreitet und sich für einen Grundbildungskurs interessiert, muss ihm der Zugang so einfach wie möglich gemacht werden. Deshalb hat die Volkshochschule Tirol eine eigene Hotline, die "Alfa-Nummer Tirol" (0650/41 53 303) eingerichtet, die immer von fachkundigen Personen besetzt ist.

Drei Kanäle eröffnen Zugang zu NutznießerInnen

Voraussetzung für ein Erstgespräch in Sachen Grundbildung ist, dass die Information bei den möglichen NutznießerInnen ankommt. Die Volkshochschule Tirol nutzt dafür drei Kanäle:

  • Besonders wichtig ist die direkte Ansprache, z.B. via Radio oder graphisch entsprechend gestalteten Plakaten.
  • Ebenso wichtig ist die Ansprache von Vertrauenspersonen, die für "Schützlinge" die Lese- und Schreibarbeiten verrichten und die sie am leichtesten motivieren können.
  • Schließlich ist es auch wichtig, möglichst viele Institutionen in die Kommunikationsarbeit mit einzubeziehen, darunter Massenmedien, PolitikerInnen, Interessensvertretungen wie die AK, Sozialorganisationen wie die Caritas oder die "Zweite Sparkasse", das AMS, Ärzte, Bildungseinrichtungen, etc.


Wertschätzung als Kommunikationsprinzip

Mit Berücksichtigung der speziellen Situation der Menschen, die vom Grundbildungsangebot profitieren können, legte die Volkshochschule Tirol von Anfang an großen Wert auf eine wertschätzende, zukunftsorientierte und positive Kommunikation im Grundbildungsbereich. Das begann bei der Wortwahl – so ist etwa niemand gerne ein "Analphabet", nicht einmal ein "sekundärer" - viel eher kann man sich eingestehen, dass man Schwierigkeiten mit Lesen, Schreiben und/oder Rechnen hat und seine Fähigkeiten wieder "auffrischen" will. Potentiellen Grundbildungs-NutznießerInnen hilft es oft auch, zu erfahren, dass sie nicht allein sind, sondern dass viele Menschen den Umgang mit den Kulturtechniken (wieder) lernen sollten. Bewusst vermieden werden "Schuld- und Ursachendiskussionen" – es geht bei der Kommunikation um die Grundbildung und nicht darum, die Ursachen für dieses weltweit auftretende Phänomen zu hinterfragen und bildungspolitische Debatten loszutreten - dies kommt bei den Betroffenen alles andere als motivierend an.

Präsentation des Grundbildungsangebotes der VHS Tirol

Am 22. Februar 2008 präsentierten Bildungslandesrat Erwin Koller, die Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Innsbruck Hilde Zach und die Projektverantwortlichen das Grundbildungsangebot der Volkshochschule Tirol erstmals in einem größeren Rahmen der Öffentlichkeit. Dem waren fast eineinhalb Jahre Vorbereitungen vorangegangen. Eine wesentliche Frage, mit der sich auch der ExpertInnenbeirat intensiv befasst hatte, war, wie Menschen am besten zur Teilnahme an der Grundbildung motiviert werden können. Die Angst, im Falle eines Bekanntwerdens des Grundbildungsbedarfs gesellschaftlich ins Eck gestellt zu werden, treibt Betroffene dazu, das Verstecken ihrer „Defizite“ als eine Art Lebensmotto zu verfolgen. Selbst das unverbindliche Einholen von Informationen zur Grundbildung widerspricht dem täglichen Verhalten dieser Personen und wird zur Barriere.

Auch wenn Grundbildung oft nur von wenigen Institutionen angeboten wird, die Motivation zur Grundbildung und die dafür notwendige Kommunikation muss ein gesamtgesellschaftliches Anliegen sein und von vielen mitgetragen werden, wenn sie erfolgreich sein soll.

 

gefördert durch:

  • BM:UKK
  • ESF
  • Land Tirol
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