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Kompetenzfeststellung in der Grundbildung

26.08.2009, Text: Sonja Muckenhuber, VHS Linz/Grundbildungszentrum, Redaktion: Barbara Kreilinger, VÖV
Die Sicht auf eigene Kompetenzen ist Erwachsenen mit geringer Grundbildung häufig versperrt. Durch das Kompetenzmanagement-Instrumentarium kann diese Zielgruppe selbständig die eigenen Kompetenzen feststellen. (Grund-/Basisbildung an Öst. Volkshochschulen, Teil 10)
Ein eigenes Instrument für Kompetenzfeststellung im Kontext Grundbildung – warum?
Existierende Verfahren zur Kompetenzfeststellung sind für die Gruppe der GrundbildungsteilnehmerInnen nur bedingt bis gar nicht geeignet:
  • Sie setzen einen hohen Grad an Schriftsprachkompetenz voraus
  • Es wird von einem Selbstbild der NutzerInnen ausgegangen, das sehr wohl Kompetenzen und Fähigkeiten beinhaltet.


Aus diesem Grund arbeitet im Rahmen des ESF-BMUKK-Projektes "In.Bewegung" das Grundbildungszentrum der Volkshochschule Linz an einem Kompetenzmanagement-Instrumentarium. Es kann von Personen mit Grundbildungsbedarf  selbständig gehandhabt werden.

Kompetenznachweise – wem nützen sie?
Für die Zielgruppe der GrundbildungsteilnehmerInnen  ist das Fehlen formaler Kompetenznachweise bezeichnend. Informell und non-formal erworbenen Kompetenzen werden von der Zielgruppe meist nicht als solche wahrgenommen. Der/dem Einzelnen fällt es in der Praxis dementsprechend schwer, sich der eigenen Kompetenzen bewusst zu werden und diese Dritten gegenüber nachvollziehbar darzustellen. Eine strukturierte Potentialerhebung ist für gelungene Bildungsprozesse hilfreich. Sie nützt TrainerInnen sowie Lernenden.

Das Angebot – Design und Methoden
Das Angebot bestand aus einer Einstiegsberatung, vier Gruppenworkshops zu je vier Stunden und einem nachgeschalteten Einzelberatungsmodul.

Je nach Modulinhalt wurden als Methoden Einzelgespräche, Biografiearbeit, Partnerarbeit, Austausch in der Gruppe, Plenumsdiskussionen oder Einzelpräsentationen gewählt.

Erfahrungen mit Kompetenznachweisen
Die Teilnehmenden erfuhren durch den Prozess der Kompetenzfeststellung ein Bewusstwerden ihrer Fähigkeiten und empfanden dies als stärkend. Sie fühlten sich, laut eigener Angaben, besser in der Lage, ihre Fähigkeiten besonders im Hinblick auf weiterführende Bildungsangebote einzuschätzen.Sie gaben aber auch an, dass die Unterstützung durch die Kompetenzbegleiterin unverzichtbar sei, und dass sie sich nicht vorstellen könnten, die Kompetenzmappe alleine zu ergänzen.

Kompetenzverständnis im Grundbildungszentrum der VHS Linz

Der Entwicklung des Kompetenznachweisverfahrens lag ein allgemeiner Kompetenzbegriff zugrunde. Es wurden die gesamten Handlungsmöglichkeiten eines Menschen auf Basis von Kenntnissen, Fähigkeiten und Haltungen miteinezogen. Neben formalen Kompetenzen waren informelle sowie non-formale Kompetenzen herauszufinden.

Wie geht es weiter?
Für uns ergibt sich aus all den Erfahrungen der Auftrag zur Weiterentwicklung des Instrumentes. Wir wissen nun, es gibt noch viel zu tun. Es ist dabei zu bedenken, dass die Gruppe der GrundbildungsteilnehmerInnen über sehr unterschiedliche Schriftsprachkompetenz verfügt und deshalb unterschiedliche Angebote angebracht sind. Kompetenzfeststellungsverfahren mit stark reduzierter Schriftsprachlichkeit sind entweder inhaltlich reduziert oder durch erhöhten Einzelcoachinganteil sehr teuer.Zurzeit wird überlegt, das Kompetenznachweisverfahren in Richtung eines Kompetenznachweises, der Grundlage für Kursseinstiege (etwa Brückenmodule oder Hauptschul-Abschlusskurse) sein kann, weiterzuentwickeln.

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