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Basisbildung intensiv

16.07.2009, Text: Elke Dergovics, VHS Floridsdorf, Redaktion: Barbara Kreilinger, VÖV
Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und unterschiedlicher Herkunft steigern im Intensivkurs an der VHS 21 ihre Kompetenzen im Bereich Lesen, Schreiben, Rechnen oder IKT. (Grund-/Basisbildung an Öst. Volkshochschulen, Teil 7)
Ein intensives Angebot für verschiedene Zielgruppen
Seit 2005 findet an der VHS 21 an drei Tagen in der Woche mit vier Unterrichtseinheiten pro Tag der Intensivkurs "Basisbildung und Alphabetisierung" statt. Maximal zehn TeilnehmerInnen besuchen 14 Wochen lang den Kurs, der von zwei KursleiterInnen gestaltet wird.

Ein Kurs läuft vormittags, einer nachmittags. Ein Einstieg ist möglich, sobald ein Kursplatz frei ist (Nonstopp-Einstieg). Die TeilnehmerInnen sind großteils arbeitssuchend und das AMS übernimmt meist die Kosten für den Kurs. Die Kursgruppe zeichnet sich durch große Diversität aus. So nehmen Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, unterschiedlichen Alters, aus unterschiedlichen Lebenssituationen und mit unterschiedlichen Lernerfahrungen im Bereich der Basisbildung teil. Individuell werden Schwerpunkte im Bereich Lesen, Schreiben, Rechnen oder IKT gesetzt und gemeinsam mit den TeilnehmerInnen werden regelmäßig Lernziele erstellt und überprüft.

Die Bandbreite der Ansprüche verlangt ein höchst individuelles Arbeiten und stellt eine große Herausforderung an die Flexibilität, Kreativität und Kompetenz der Kursleiterinnen dar. Diese haben fachspezifische Aus- und Weiterbildungen und Erfahrung in der Erwachsenenbildung.
Kursbegleitend wird im Bedarfsfall Sozialberatung angeboten und gerne angenommen, um die Kommunikation mit Ämtern zu verbessern, Ansprüche zu klären etc.

Miteinander oder doch alleine? 
Im Kurs arbeiten die TeilnehmerInnen nicht an den gleichen Themen, was schon durch unterschiedliche Kenntnisstände und Lernziele schwierig wäre. Doch das Geschehen findet in der Gruppe statt und manchmal „schwappen“ Themen über und eröffnen so neue Lernfelder. Die KursteilnehmerInnen mit unterschiedlichen Lernansprüchen bringen eine große Bandbreite von Inhalten mit, die häufig auch befruchtend sind. Wenn der/die NachbarIn die Grundrechenarten übt, kann das durchaus anregend sein, selbst ein paar Übungen auszuprobieren. Wenn Alltagsthemen wie z.B. Ratenzahlungsvereinbarung aufgrund offener Rechnungen von einem/einer KursteilnehmerIn mit in den Kurs gebracht werden, so führt das zu regen Diskussionen.

Selbstbestimmtes und soziales Lernen
Durch diesen Austausch wird der Begriff der Basisbildung erweitert und im Anschluss wieder zu den Kernbereichen zurückgeführt, wenn dann z.B. die Höhe der möglichen Ratenzahlung errechnet wird und somit das Thema Division seinen Platz findet oder ein Stundungsansuchen formuliert und geschrieben wird. Selbstbestimmtes Lernen findet im Kurs ebenso seinen Platz  wie soziales Lernen.

Die MigrantInnen im Kurs sprechen ausreichend Deutsch, um dem Kurs zu folgen. Durch den Austausch mit den KollegInnen mit deutscher Erstsprache eröffnet sich auch die Möglichkeit der Kommunikation auf Deutsch. Umgekehrt bietet das strukturierte Sprachenlernen, das oft Thema bei den MigrantInnen ist, die Möglichkeit für Menschen mit deutscher Erstsprache, sich ganz bewusst mit der eigenen Sprache auseinander zu setzen und die Strukturen zu verstehen.

Viele der TeilnehmerInnen lernen mit dem Kurs wieder eine Tagesstruktur aufzubauen und einzuhalten. Freundschaften entstehen, Schamgefühle werden oft überwunden und der Wunsch nach einer Verlängerung des Kurses nach Ablauf der 14 Wochen  (ca. 50% möchten verlängern) zeigt, dass Lust am Lernen entstanden ist und Fortschritte deutlich geworden sind.

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