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Brückenkurse – Von der Basisbildung zum Hauptschulabschluss

09.09.2009, Text: Brigitte Schröpel, VHS Meidling, Redaktion: Barbara Kreilinger, VÖV
Erwachsene, die den Hauptschulabschluss nachholen möchten, haben oft zu geringe Kenntnisse in Rechnen, Schreiben und Lesen. Die VHS Meidling bietet für diese Übergangssituation spezielle Kurse an. (Grund-/Basisbildung an Öst. Volkshochschulen, Teil 11)
Das Projekt Flex-off
Das Projekt Flex-off (Flexible und offene Lernformen im 2. Bildungsweg) bietet an der VHS Meidling Qualifizierung und Bildungsabschlüsse für den Bereich der Basisbildung, des Hauptschulabschluss und der Berufsreifeprüfung. Personen mit geringer Erstausbildung bzw. wieder verlernten Basisqualifikationen können dadurch einen Vorbereitungskurs zum Externisten-Hauptschulabschluss-Lehrgang machen.

Lücken füllen
Am Beginn der Entwicklung dieser Brückenkurse lag der Focus auf den Alphabetisierungskursen und den Hauptschulabschluss-Lehrgängen. Schnell hatte sich gezeigt, dass eine Vielzahl der BewerberInnen kaum über ausreichend Kenntnisse in den Kulturtechniken Lesen, Schreiben, Rechnen verfügten, um die Kursangebote zum Hauptschulabschluss in Anspruch zu nehmen. Der Ansatz von Flex-off ist es, möglichst allen BewerberInnen adäquate Bildungsangebote zu bieten. Als Reaktion auf den festgestellten Bedarf veranstaltete die VHS Meidling im September 2008 den ersten Brückenkurs. Die Teilnehmenden setzten sich zusammen aus Hauptschul-Abschluss-BewerberInnen, die ihre Grundkenntnisse in Mathematik, Deutsch, Englisch und Allgemeinbildung verbessern konnten, sowie aus Personen, die zuvor einen Alphabetisierungskurs besucht hatten. Im Februar 2009 startete bereits der zweite Brückenkurs, in dem es auch bereits möglich war, zwischen dem Brückenkurs und den HSA-Abschlusskurs hin – und her zu wechseln, wenn dies für das Lernziel sinnvoll und möglich schien. Die Unterstützung der fortlaufenden Qualifizierungsmaßnahmen durch (e)Portfoliokonzepte und die Nutzung einer Lernplattform ermöglicht es, individuelle Leistungen und erarbeitete Inhalte zu dokumentieren, zugänglich und sichtbar zu machen. Gleichzeitig wird  die Medien- und Computerkompetenz der Teilnehmenden gefördert.

Lernen ohne Angst
Lernen ohne Angst ist das Hauptmotiv für die Gestaltung der Brückenkurse. Frontalunterricht ist daher auf keinen Fall angebracht. Hier bewähren sich andere didaktische Zugangsweisen als Lösung:
  • induktive Methode
  • Lernen durch Lehren
  • informationsorientierter Unterricht
  • eine positive Fehlerkultur.


Druck im Sinne von Prüfungs- und Notenergebnissen auszuüben wird vermieden. Es wurde ein methodisch-didaktisches Konzept auf der Basis von symmetrischen Beziehungen entwickelt. So gibt es explizit keine Blöden und keine G´scheiten. Zu Kursbeginn vereinbaren die Unterrichtenden und die rund 12 Teilnehmenden Grundregeln ihres Zusammenseins wie beispielsweise, dass niemand ausgelacht werden will und alle einander zuhören. Die Teilnehmenden akzeptieren diese Regeln und erkennen ihr gemeinsames Interesse sowie ihr individuelles Ziel. So ist die Basis für ein vertrauensvolles Miteinander geschaffen.

Durch das neue Kursformat Brückenkurs erarbeiten sich die Teilnehmenden in 180-240 Stunden den Übergang in den Hauptschulabschluss-Lehrgang. AbsolventInnen der Brückenkurse erzielen auch in den weiterführenden Kursen positive Ergebnisse. Laut dem Feedback ihrer Unterrichtenden im HSA-Kurs organisieren sich die Brückenkurs-AbsolventInnen den Lernstoff selbständig(er) und schaffen es, die eigenen Fähigkeiten hinsichtlich Zeit-, Energie- und Konzentrationsressourcen besser einzuschätzen.

Gefördert durch:

  • bm:ukk
  • ESF
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