Alles über "Erwachsenenbildung als Beruf" zum Nachlesen
Erwachsenenbildung ist ein differenziertes und wachsendes Berufsfeld
Allein die Statistik der gesetzlich anerkannten Verbände der Erwachsenenbildung (KEBÖ) listet für das vorvergangene Jahr 2018 insgesamt 61.500 beruflich in der Erwachsenenbildung tätige Personen, um rund 8% mehr als noch 10 Jahre davor. Davon sind 92% Frauen, und knapp 90% nebenberuflich tätig. Jene Beschäftigten, die in der betrieblichen Weiterbildung, an Schulen und Universitäten, in Vereinen und NGOs im Sinne einer erwachsenenbildnerischen Aufgabe tätig sind, wurden da noch nicht einmal mitgezählt – hierzu fehlen genauere, vergleichbare Auswertungen. Manche ExpertInnen schätzen die Zahl der ErwachsenenbildnerInnen in Österreich auf insgesamt über 100.000. Zum Vergleich: es gibt rund 129.000 Lehrerinnen und Lehrer in unserem Land.
Mit Menschen Arbeiten, trotz prekärer Bedingungen
Wenn Erwachsenenbildnerinnen oder Erwachsenenbildner ihren Beruf beschreiben, fallen Begriffe wie "vielfältig", "differenziert" oder "nah am Menschen". Sie erzählen von einem Arbeitsfeld, das viele unterschiedliche Bereiche umfasst - von Training und Lehre über Bildungsberatung bis hin zum Bildungsmanagement oder auch die Tätigkeit im Bibliothekswesen. Jeder Bereich hat in unterschiedlicher Art und Weise Kontakt zu Menschen, die sich weiterbilden und mit pädagogischen Zielsetzungen dabei begleitet werden.
"Teilzeit", "Prekariat" und "Ehrenamt" sind weitere Schlagworte, die fallen. Sie beziehen sich auf die oftmals problematischen Arbeitsverhältnisse von ErwachsenenbildnerInnen, die durch lose Vertragsverhältnisse, projektabhängige Stellen und volatile Teilzeitarbeit gekennzeichnet sind.
Dies zeigt das Spannungsfeld auf, in dem der Beruf angesiedelt ist.
ErwachsenenbildnerInnen haben vielfältige Aufgaben
Den größten Teil erwachsenenbildnerischer Tätigkeit machen lehrende Aufgaben aus. Die dazugehörigen Berufsbilder werden beispielsweise mit Trainer oder Kursreferentin, Seminarleiterin oder eTutor (für technologiegestützte Angebote) bezeichnet. Zum Bereich des Bildungsmanagements zählen auch Aufgaben wie Projektleitung, Netzwerkkoordination und vor allem die Planung von Lehr- und Lernprogrammen. Was man im Job als ErwachsenenbildnerIn genau macht, ist im Dossier nachzulesen.
ErwachsenenbildnerInnen brauchen fachliche und überfachliche Kompetenzen
Viele fragen: Was muss man können, und welche Abschlüsse braucht es für den Arbeitsmarktzugang oder das berufliche Fortkommen? Erwachsenenbildung gilt als atypischer Arbeitsmarkt, auf den viele Wege führen. Das Sammeln von formalen Qualifikationsnachweisen gilt zwar auch hier als Eintrittskarte in den Arbeitsmarkt. Aber auch die beruflichen Erfahrungen und die damit zusammenhängenden Fähigkeiten, also die erworbenen Kompetenzen, sind von Bedeutung. ErwachsenenbildnerInnen brauchen zur Ausübung ihres Berufs sowohl fachliche wie auch überfachliche Kompetenzen. Im Dossier finden Interessierte Kompetenzmodelle, die diese Vielfalt fassen und ordnen.
Ausbildungen für die Fachkarriere oder den Quereinstieg
Erwachsenenbildung lebt davon, dass es Fachleute gibt, die sich mit diesem Feld auskennen, es wissenschaftlich untersuchen, weiterentwickeln und bedarfsgerechte Bildungsangebote erschaffen. Vor allem braucht es Lehrende, die auf Basis einer spezifischen Fachkompetenz und Berufserfahrung Wissen aufbereiten und Lerngelegenheiten gestalten.
Häufig beginnen viele, vor allem Lehrende, eine erwachsenenbildnerische Tätigkeit zunächst ohne spezifische Ausbildung hierfür. Alle Berufsgruppen benötigen aber in der Regel ein pädagogisches Grundverständnis, das oft auch erst im Tun professionalisiert wird. Im Dossier sind Aus- und Weiterbildungsgänge für ErwachsenenbildnerInnen zusammengetragen, um sich über passende Bildungsangebote informieren zu können, die zu einer Qualifikation führen. Außerdem finden LeserInnen einen Medien- und Literaturpool, um in der Erwachsenenbildung am Laufenden zu bleiben. Zeitschriften, Datenbanken und Online-Literatur zum Thema Weiterbildung und Erwachsenenbildung sind dort zu finden.
Job suchen und Beruf finden
Auch wenn es kein Patentrezept gibt, wie man im Beruf als TrainerIn, BildungsberaterIn oder BildungsmanagerIn Fuß fassen kann, gibt es Tipps, die dabei helfen können. Im Dossier finden BerufseinsteigerInnen eine Zusammenstellung an Tipps und Ratschlägen von erfahrenen ErwachsenenbildnerInnen.
Zusätzlich gibt es eine Liste mit Links zu Jobportalen, auf denen nachweisbar auch Jobs für ErwachsenenbildnerInnen ausgeschrieben werden.
Über rechtliche Grundlagen im Beruf informieren
Das Berufsfeld ist einem raschen Wandel unterworfen und durch die vielfältigen Berufsbilder gibt es auch sehr unterschiedliche Beschäftigungsformen. Diese Vielfalt bringt häufig Fragen zu Arbeitsverträgen und zu Steuer- und Sozialversicherungsrecht mit sich. Im Dossier finden LeserInnen Antworten auf Fragen rund um gesetzliche Grundlagen, die für ErwachsenenbildnerInnen relevant sind.
Sich vernetzen und Gleichgesinnte finden
Verschiedene Formen der Beschäftigung, wie u.a. ein hoher Anteil neuer Selbstständiger unter den Erwachsenen- und WeiterbildnerInnen, führen zu verstärktem Vernetzungsbedarf. Auch der Projektcharakter von innovativen Angeboten sowie das fortlaufende Entstehen neuer Trendthemen tragen dazu bei, dass Kooperation immer beliebter und notwendiger wird. Welche Möglichkeiten es zur Vernetzung und zum Austausch gibt, darüber können sich Interessierte im Dossier informieren.
In den kommenden Monaten erscheinen hier noch weitere Hintergrund-Beiträge zum Berufsfeld Erwachsenenbildung, die dann auch im Dossier zu finden sein werden. Aktuelle News zum Thema finden Sie auch in unserer Serie "Arbeit und Erwachsenenbildung".
Verwandte Artikel
![Dieses Bild zeigt eine Person mit orangefarbenen Haaren, die mit einer großen, abstrakten digitalen Spiegelstruktur interagiert. Die Struktur besteht aus Quadraten in verschiedenen Grün-, Orange-, Weiß- und Schwarztönen, die so zusammengesetzt sind, dass sie die Figur der Person widerspiegeln. Die Hand der Figur ist ausgestreckt, als würde sie auf die Spiegelstruktur zeigen oder mit ihr interagieren. Hinter der Struktur befinden sich orangefarbene Ströme aus Binärcode (Nullen und Einsen), die in Richtung des digitalen Gitters fließen. Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)]()
Wie KI die Arbeit in der Erwachsenenbildung verändert
Künstliche Intelligenz verändert nicht nur die Weiterbildungserfahrungen von erwachsenen Lernenden und die Berufsprofile von Lehrenden, sondern von allen, die in der Erwachsenenbildung tätig sind.![]()
„Dieses Feld ist riesig – und genau das hat mich gepackt“
Die neue Professorin für Erwachsenen- und Weiterbildung in Graz, Doktorin Maria Stimm, über ihren Weg in die Erwachsenenbildung, Wissenschaft als Handlungsfeld und das Ankommen an der Universität Graz.![Universitätsprofessorin Doktorin Maria Stimm am Tisch sitzend.]()
„Das Wissen ist da – aber der Schritt ins Handeln bleibt schwierig“
Univ.-Prof.in Dr.in Maria Stimm (Universität Graz) zur Frage, warum Erwachsenenbildung angesichts von Klimakrise und gesellschaftlicher Transformation von der Vermittlung zur Aneignung kommen muss.![]()
"Erwachsenenbildung ist politisch am wenigsten sichtbar"
Elke Gruber im Interview zur Emeritierung: über ihren außergewöhnlichen Bildungsweg, das Window of Opportunity der 2000er-Jahre und darüber, warum Erwachsenenbildung heute klarer denn je positioniert werden muss.![Mensch auf Fahrrad]()
Klimaschutz in der Basisbildung
Das Team der Urania Steiermark integriert Klimaschutzthemen in Lernunterlagen für den Deutschunterricht in der Grundbildung.![Teilnehmerin oder Teilnehmer in einem Webinar]()
Webinar-Angebote von „Level Up“ im fünften Jahr
Das Programm der Level-Up-Webinar-Reihe für in der Basisbildung und im Bereich Pflichtschulabschluss (PSA) Tätige für 2025 ist online. Es reicht von mathematischen Kompetenzen bis zu Holocaust Education.





