Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) für mehr Medienkompetenz
Eine Arbeitsgruppe der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat internationale Studien zur Nutzung von Sozialen Medien analysiert und daraus Empfehlungen abgeleitet. Die Studien zeichnen ein klares Bild: Soziale Medien gefährden Demokratien. Ein reflexiver Umgang mit sozialen Medien – unter anderem um demokratische Strukturen zu verteidigen – müsse auch im Erwachsenenalter oft erst erlernt werden. Die Arbeitsgruppe empfiehlt politische Maßnahmen, um Medienkompetenz und demokratische Bildung zu fördern. Denn es sei nötig, kritische Medienkompetenz gesetzlich zu verankern.
Auch Erwachsene benötigen Medienkompetenz
Die Vermittlung von Medienkompetenz habe sich im schulischen Unterricht bereits etabliert, Erwachsene würden aber außen vorgelassen werden, befinden die Wissenschaftler*innen. Auch Erwachsene benötigen Fähigkeiten und Fertigkeiten für einen kritischen Umgang mit sozialen Medien. Denn Internet-Plattformen wie X (vormals Twitter), Instagram oder Facebook dienen für viele Bevölkerungsgruppen – nahezu egal welchen Alters – als wesentliche Quelle von Informationen und Nachrichten. Dies belegen internationale Studien, so die Wissenschaftler*innen.
Bildungsangebote zum individuellen Umgang mit Desinformation und Manipulation…
Polarisierende Meldungen im Internet leisten einen Beitrag zur Meinungsbildung und beeinflussen die Nutzer*innen. Daher brauche es Bildungsangebote für alle, die die Teilnehmer*innen dazu qualifizieren, Desinformationen zu identifizieren, manipulative Inhalte zu erkennen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Sozialen Medien zu pflegen.
… und politische Regulation der sozialen Medien durch Kontrollorgane und Gesetzesänderungen
Neben Maßnahmen und Angeboten zum individuellen Kompetenzerwerb fordern die Wissenschaftler*innen auch die Implementierung von europäischen und nationalen Kontrollorganen und -gremien. Diese sollen politische Werbung und Öffentlichkeitsarbeit in sozialen Medien regulieren.
Außerdem verlangt die Gruppe rund um den ÖAW, dass Politiker*innen bei der Verwendung von Internet-Plattformen bestimmte ethische Grundprinzipien einhalten sollten, um ihrer Verantwortung als Personen der Öffentlichkeit zu entsprechen.
Um eine qualitativ hochwertige und fundierte Berichterstattung zu garantieren, fordert die Arbeitsgruppe schließlich die (erneute) Änderung der Gesetze zu Medienförderung und Inseratenvergabe.
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Die ÖAW ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit Sitz in Wien. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, wissenschaftlichen Austausch über verschiedene Disziplinen hinweg zu fördern. Neben der Vergabe von Stipendien an (Jung-)forscher*innen berät sie Politik und Öffentlichkeit anhand von wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Nachrichten-Serie über kritische Medienkompetenz
Der kritische und konstruktive Umgang mit Medien ist Voraussetzung für eine selbstbestimmte Teilhabe an der (digitalen) Welt.
Kritisches Medienhandeln ist damit mehr als die Fähigkeit, sich über die Geschehnisse in der Welt zu informieren. Es ist zentral für Lernen, Kommunikation, Partizipation und zur Meinungsbildung. Die Nachrichten-Serie "Kritische Medienkompetenz" versammelt aktuelle Nachrichten und Hintergrundinformationen zum Thema.
Verwandte Artikel
![]()
EU-Politik live: Lern-Mobilität des Rings Österreichischer Bildungswerke
Der Ring Österreichischer Bildungswerke führte im Sommer 2026 die Lern-Mobilität „EU-Politik live" nach Brüssel durch. Die von Erasmus+ mitfinanzierte Veranstaltung vermittelt Erwachsenen Einblicke in EU-Strukturen und lässt die Teilnehmenden Politik „live“ miterleben.![]()
ARGE BHÖ: Mehr Teilnahmen und neue Schwerpunkte im Bildungsjahr 2025
Der Leistungsbericht 2025 der ARGE Bildungshäuser Österreichs zeigt stabile Veranstaltungszahlen, steigende Teilnahmen und veränderte thematische Schwerpunkte. Gleichzeitig werden Bildungsangebote kompakter gestaltet.![]()
#ebcamp26: Zwei Tage Austausch über Digitalisierung in der EB
Zum 8. Mal fand am 5. und 6. Mai 2026 das #ebcamp statt. In dem von der KEBÖ und dem bifeb veranstalteten Online-Barcamp zum Thema „Digitalisierung in der Erwachsenenbildung“ tauschte man sich zu einer Vielfalt an Themen aus.![]()
Von der Utopie zur Realität: Ring-Tagung 2026 in Linz
Wie wird aus der Utopie Realität? Der Ring Österreichischer Bildungswerke näherte sich dieser Frage auf seiner Jahrestagung mit theoretischen Impulsen, Good-Practice-Beispielen aus der Bildungsarbeit und einer Zukunftswerkstatt.![Grafik einer Kaffeekanne vor altrosa Hintergrund, auf der drei rote Figuren mit wissenschaftlichen Instrumenten hantieren]()
Wissenschaft bei Kaffee: Science Cafés bringen Dialog in Stadt und Land
Mit dem Projekt „Wissenschaft im Dialog – Land schafft Wissen“ fördert COMMIT gemeinsam mit regionalen Partner:innen an 9 Standorten in ganz Österreich einen niederschwelligen Dialog zwischen Wissenschaftler:innen und Bürger:innen.![]()
Partizipation in Demokratien stärken: Das Spiel mit den Gefühlen
Studien zeigen, dass sich in Österreich ein Demokratiedefizit abzeichnet. Bürger*inneräte und Community Medien sind anschauliche Beispiele wie dem entgegengewirkt werden könnte, sie mobilisieren Freude am Lernen.



_Ring_OEBW__Samhaber.webp)

