OECD-Bildungsbericht veröffentlicht
Non-formale Weiterbildung: Mehr Arbeitslose als Erwerbstätige nehmen hierzulande teil
Im Durchschnitt der OECD- und Beitrittsländer nehmen in etwa 11% der 25- bis 64-Jährigen an non-formaler Weiterbildung teil, und davon fast 80% an mindestens einer berufsbezogenen non-formalen Lernaktivität.
Bei der Unterscheidung nach Arbeitsmarkt-Status zeigt sich, dass im OECD-Durchschnitt etwa gleich viele Beschäftigte wie Arbeitslose an non-formaler Weiterbildung teilnehmen (12%).
Österreich weicht hier vom Durchschnitt ab: Hierzulande nehmen mehr Arbeitslose (18%) als Erwerbstätige (14%) an non-formaler Weiterbildung teil.
Frauen nehmen häufiger an non-formaler Weiterbildung teil
Im OECD-Durchschnitt nehmen 13% der Frauen und 10% der Männer an non-formaler Weiterbildung teil. Mit Werten von 14% und 11% ist das in Österreich ähnlich.
Ein Unterschied zeigt sich jedoch, wenn man die Daten der erwerbslosen und erwerbstätigen Männer bzw. Frauen vergleicht. Im EU-Durschnitt bleibt es bei einem geringen Abstand zwischen den Geschlechtern: 14% der beschäftigten Frauen und 11% der beschäftigten Männer nehmen an non-formaler Weiterbildung teil. Bei den erwerbslosen Frauen sind es 15%, bei den Männern 11%.
In Österreich ist dieser Gap größer: Von den erwerbslosen Frauen nehmen hierzulande 22% an non-formaler Weiterbildung teil, bei den Männern sind es 14%.
Schwerpunkt: Geflüchtete aus der Ukraine
Im diesjährigen Bericht behandeln die Autor*innen auch die Frage nach dem Bildungszugang für ukrainische Geflüchtete. Sie beziehen sich dabei vorrangig auf Schüler*innen. Die Autor*innen streichen jedoch auch hervor, dass die Anerkennung von Kompetenzen eine zentrale Rolle bei der Integration spielt und nennen Beispiele, welche Maßnahmen verschiedene Länder dabei bereits gesetzt haben. Beispielsweise hat in England das European Network Information Centre (ENIC) untersucht, inwieweit verschiedene Aspekte der ukrainischen und englischen Bildungssysteme (wie Kurse und Ausbildungsjahre) miteinander vergleichbar sind. Auf dieser Basis wurde ein Dienst eingerichtet, über den Ukrainer*innen ein "Statement of Comparability" beantragen können, um ihren Bildungsstand nachzuweisen, ohne zusätzliche Prüfungen absolvieren zu müssen.
Über den OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick"
"Bildung auf einen Blick" ist ein jährlich veröffentlichter Bericht der OECD. Er analysiert Bildungsbereiche und stellt Daten zu Bildungsstand, Bildungsbeteiligung, Finanzierung und Organisation von Bildungssystemen bereit. Dafür entwickelt und analysiert die OECD vergleichbare Indikatoren und bezieht sich auf länderspezifische Ergebnisse anderer Studien.
Verwandte Artikel
![]()
Unternehmen investieren 2025 stärker in Weiterbildung
Der Weiterbildungsbarometer des WIFI hat die Sicht von Unternehmen und Beschäftigten auf die berufliche Weiterbildung erhoben.![]()
Bildung auf einen Blick: Ergebnisse des OECD-Berichts 2025
Trotz steigender Bildungsabschlüsse stagnieren Grundkompetenzen. Weiterbildung und Hochschulzugang bleiben stark vom sozialen Hintergrund und Einkommen abhängig.![]()
Praxisreflexion der wba in neuem Hochschulsammelband
Wie lassen sich Erfahrungen aus der Praxis wissenschaftlich reflektieren? Die Weiterbildungsakademie Österreich (wba) ist dieser Frage in einem aktuellen Beitrag nachgegangen.![Veranstaltungsfoto mit Publikum und einer projizierten Präsentation auf einer Leinwand]()
Weiterbildungsstudie 2025: Künstliche Intelligenz im Fokus
Am Tag der Weiterbildung 2025 der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung wurden am 3. Juni die Ergebnisse der Weiterbildungsstudie 2025 vorgestellt. KI-Weiterbildung steht weiterhin im Fokus österreichischer Unternehmen.![Person steht vor anderen Personen und kratzt sich fragend das Gesicht.]()
Bis 27. Juni an Online-Umfrage zu Microcredentials teilnehmen
Cedefop untersucht die Rolle von Microcredentials bei der Förderung arbeitsmarktrelevanter Weiterbildung und ruft Einrichtungen zur Teilnahme an einer EU-weiten Umfrage auf.![]()
Grundkompetenzen Erwachsener: PIAAC-Ergebnisbericht liegt vor
Bei den Lesekompetenzen schneiden Österreichs Erwachsene vergleichsweise schlecht ab. Der neue Bericht zeigt Zusammenhänge mit Berufsgruppe, Einkommen und sozialer Teilhabe auf.





