BNE-Auszeichnung geht an das Bildungsprojekt „WeltTellerFeld“
Die diesjährigen BNE-Auszeichnungen wurden am 22. November vom Forum Umweltbildung und dem Bildungsministerium für Klimaschutz in Wien an nachhaltige Bildungsprojekte in den drei Kategorien „Kooperieren“, „Mobilisieren“ und „Transformieren“ vergeben. Die BNE-Auszeichnung in der Kategorie „Transformieren“ ging an das interaktive Bildungsprojekt „WeltTellerFeld“.
Das „WeltTellerFeld“ ist ein öffentlich zugänglicher Bildungsort in Wien, der entlang der namensgebenden Begriffe verschiedenen Fragen über nachhaltige Entwicklung im Sinne der Sustainable Development Goals nachgeht. Zum Beispiel: Wie viel Platz (ver)braucht meine Ernährung?
Das Bildungsprojekt beantwortet diese Frage anschaulich auf einem rund 3000 m2 großen Feld und zeigt dort die landwirtschaftliche Anbaufläche, die der jährliche Lebensmittelkonsum einer österreichischen Durchschnittsperson verbraucht. Die Bepflanzung und Anordnung des Feldes spiegeln konkret wider, wie viel Raum für welche landwirtschaftlichen Kulturen genutzt wird und wie viel Platz diese im In- und Ausland verbrauchen (45% und 55%).
Das didaktische Konzept: Begehen, um zu begreifen
Das „WeltTellerFeld“ führt Besucher*innen z.B. vor Augen, dass für die Befriedigung der durchschnittlichen österreichischen Essgewohnheiten 67% der Gesamtfläche des Feldes für Weide- und Futterpflanzen genutzt werden, um tierische Produkte herzustellen, und nur 33% auf pflanzliche Lebensmittel entfallen. Von den rund 200 m2 Soja am Feld werden 87% zu Tierfutter und nur 13% zu Lebensmitteln verarbeitet. Traubenfelder mit einer Größe von 53 m2 und 12 m2 zeigen, wie viel Platz einerseits der der Anbau von Weintrauben für den Weingenuss von Durchschnittsösterreicher*innen einnimmt, und wie wenig für den Verzehr beansprucht wird.
Information wie diese werden entsprechend dem Bildungskonzept an interaktiven Stationen mit allen Sinnen vermittelt: Die Besucher*innen können Pflanzen berühren, die Größe der Felder sehen, Vogelgezwitscher und das Windrauschen hören, Obst kosten und den Geruch von Getreide kennen lernen. Dahinter steht der Gedanke, dass Interessierte am Feld nicht nur Theorie erlernen, sondern es beim Begehen auch sehen, erleben und besser begreifen sollen.
Über die Initiative „WeltTellerFeld“
Anfangs startete das „WeltTellerFeld“ mit Bildungsprogrammen für Kinder und Jugendliche ab ca. 12 Jahren. Die Vermittlungsformate wurden nach und nach ausgeweitet und reichen nun von Führungen, über Workshops, bis zu privaten und Team-Events für Organisationen und Firmen.
Heute versteht sich die Initiative „WeltTellerFeld“ als offener Lernort, an dem verschiedene Zielgruppen erlebnis- und handlungsorientiert lernen können. Umgesetzt wird sie gemeinsam vom Ernährungsrat Wien, dem Verband „Die kleine Stadtfarm“, „Brot für die Welt“ und dem Verein „Hello Klima!“.
Nachhaltige Entwicklung in der Erwachsenenbildung
Auch weitere Projekte für Erwachsene oder mit Bezug zur Erwachsenenbildung haben es unter die Finalist*innen für die BNE-Auszeichnung geschafft: Ebenfalls im Bereich „Transformieren“ nominiert war der kostenlose Klimawandel MOOC KliMO. Dieser beschäftigt sich in 12 Lektionen mit dem Themenkomplex Klimawandel und beinhaltet multidisziplinäre Beiträge von nationalen und internationalen Expert*innen.
In der Kategorie „Kooperieren“ waren das Weiterbildungsprogramm „ReSeTech“ zum*zur zertifizierten Reparatur- und Servicetechniker*in des Reparatur- und Service-Zentrums R.U.S.Z und der Weiterbildungslehrgang „Die UN-Agenda 2030: den Wandel nachhaltig gestalten“ der BOKU Wien vertreten. Die mobile Escapebox „OceanEye“ vom Science Center Netzwerk schaffte es in der Kategorie „Mobilisieren“ unter die Finalist*innen.
Serie zu Klima- und Umweltschutzbildung auf erwachsenenbildung.at
Hochwasser, Waldbrände, Hungersnot – Expert*innen der Klimaforschung warnen vor den Folgen extremer Wettereignisse durch den Klimawandel. Verschiedene politische Strategien wie etwa der UN-Aktionsplan Agenda 2030 versuchen, dieser Herausforderung zu begegnen. Dabei sehen sie auch Bildungsinstitutionen gefordert, Aufklärungsarbeit zu leisten, Diskurse zu ermöglichen und „grüne“ Kompetenzen zu fördern. Wo setzt hier die Erwachsenenbildung an? In der Serie "Klima- und Umweltschutzbildung" versammeln wir Beiträge, die sich dieser Frage widmen und Antworten geben.
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