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Lernen am Arbeitsplatz als Empowerment-Ansatz

03.02.2020, Text: Jennifer Friedl, Redaktion/CONEDU
Projekte des Vereins abz*austria möchten Arbeitsplätze zu Lernorten machen und gleichzeitig Gleichberechtigung fördern.
  • Foto: Pixabay Lizenz, Bob_Dmyt, www.pixabay.com
    Die Projekte möchten Empowerment fördern.
Bereits seit 25 Jahren unterstützt der gemeinnützige Verein abz*austria Frauen bei ihrem (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt. Neben der Erfüllung arbeitsmarktpolitischer Anforderungen soll auch die Stärkung der Selbstbestimmung nicht zu kurz kommen. Im Spannungsfeld von Verwertbarkeit und Empowerment möchte der Verein in Ausgabe 38 des Magazin erwachsenenbildung.at mit seinen Projekten zeigen, wie durch die Verbindung von Arbeit und Lernen beiden Ansprüchen Rechnung getragen werden kann.

Zugangschancen erweitern und informelle Kompetenzen aufzeigen

Ein Projekt des Vereins, das im Zeitraum 2011 bis 2013 umgesetzt wurde, nannte sich KeCK - Lernen lernen für den beruflichen Erfolg und richtete sich vor allem an Frauen, die formal niedrige Qualifikationen aufweisen und Lernen nicht gewöhnt sind. Ziel war es, den Frauen dabei zu helfen, ihren Zugang zu Bildungs-, aber auch Qualifizierungsangeboten zu verbessern und mangelnde bzw. fehlende Basiskompetenzen wie z.B. IKT-Kompetenzen, gezielt zu stärken. Das Angebot gliederte sich in ein Basismodul und weitere Aufbaumodule, die auf individuelle Interessen und Bedürfnisse zugeschnitten waren und die Handlungsfähigkeit der Teilnehmerinnen in den Mittelpunkt rückten. Zusätzlich stand es den Frauen offen, Einzelcoachings in Anspruch zu nehmen.

 

Durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen war es möglich, die Angebote an die Arbeitszeiten der dort arbeitenden Frauen anzupassen. Die Ermittlung und Stärkung der Kompetenzen der MitarbeiterInnen führte dazu, dass Arbeit und Lernen miteinander vereint werden konnten. Durch die arbeitsnahe Orientierung konnten die MitarbeiterInnen das Gelernte unmittelbar in der Praxis ausprobieren. Eine Besonderheit des Projektes zeigte sich im Fokus auf informell erworbene Kompetenzen. Mit der Anwendung von Methoden der Biographiearbeit hatte es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, häufig unbemerkte, aber für den Arbeitsplatz relevante Kompetenzen ausfindig zu machen.

Lernen am Arbeitsplatz durch Kooperation mit Unternehmen fördern

Das aktuelle Folgeprojekt Lernen@Unternehmen setzt beim KeCK-Projekt an und möchte durch weiterbildende Maßnahmen vor Ort Unternehmen auch zu einem Lernort machen. Laut abz*austria ergeben sich dadurch nicht nur Vorteile für Mitarbeiterinnen, sondern auch für Unternehmen. Dazu gehören u.a. eine verstärkte Bindung der Mitarbeiterinnen zueinander, effiziente Arbeitsleistung, höhere Motivation und Zufriedenheit.

 

Die Bildungsmaßnahme beinhaltet eine individuelle Bedarfsanalyse, eine Erstellung von Weiterbildungsmodulen für die Mitarbeiterinnen, laufende Prozessbegleitung, Coaching und die Ermittlung von Kompetenzen. Ziel ist es, einen Weiterbildungs- und Entwicklungsplan für jede Mitarbeiterin anzufertigen.

Empowerment und Verwertbarkeit vereinen

Hinter den Angeboten des Vereins steht die Mission, Gleichberechtigung von Frauen nicht nur am Arbeitsmarkt, sondern auch in der Bildung zu fördern. abz*austria ist darum bemüht, für den Arbeitsmarkt und Unternehmen relevante Bildungsangebote mit Ansätzen des Sozialmanagements und Empowerment vor dem Hintergrund einer kritisch-reflexiven Grundhaltung zu verbinden.

 

Die Angebote stellen die individuellen Lebensrealitäten der Frauen in den Fokus. Die Bildungsangebote richten sich ausschließlich an Frauen, um für diese Gruppe geschützte Bildungsräume zu bieten. Durch die Stärkung von Kompetenzen könne nicht nur das Selbstbewusstsein der Frauen, sondern auch ihre gesellschaftliche Teilhabe verbessert werden, so der Ansatz des Vereins.

Quelle: EPALE E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa
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