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Speed Dating: Erfahrungen frei austauschen und diskutieren

08.06.2016, Text: Online-Redaktion
Die US-amerikanische Methode zur Beziehungsanbahnung wird in der Lehre eingesetzt um TeilnehmerInnen zu aktivieren, Hemmnisse abzubauen und Erfahrungen auszutauschen. (Serie: Methoden der Erwachsenenbildung).
  • Bild: CC-BY Michael Crane/flickr.com Bild: CC BY Michael Crane/flickr.com
    Lernende aktivieren, Themen diskutieren und Erfahrungen austauschen
  • Bild: CC-BY-NC-ND Tecnalia/flickr.com Bild: CC-BY-NC-ND Tecnalia/flickr.com
Speed Dating, gemeinhin als Methode bekannt, um schnell Flirt- oder BeziehungspartnerInnen oder auch Geschäftskontakte zu finden, kann auch als Lehr-/Lernmethode eingesetzt werden. In Lehr-/Lernsituationen ermöglicht Speed Dating v.a. in größeren Gruppen, Erfahrungen in relativ kurzer Zeit auszutauschen oder Themen mit verschiedenen Personen zu diskutieren.

Melanie Haug: Lehrmethodenvideo Speed Dating

(Creative Commons-Lizenz mit Quellenangabe - Wiederverwendung erlaubt)

Ablauf von "Speed Dating"
Ähnlich der Partnervermittlungsmethode sitzen sich beim Speed Dating als Lehr-/Lernmethode zwei Lernende gegenüber und tauschen sich zu einer vorgegebenen Themenfrage aus. Nach drei Minuten wird der/die GesprächspartnerIn gewechselt und der/die Lehrende stellt eine neue Aussage bzw. Frage zur Diskussion. Wichtig ist, dass vorab gut erklärt wird, wie sich die GesprächspartnerInnen finden (z.B. rücken alle, die zum Fenster blicken nach dem Signal drei Plätze nach rechts weiter) und dass das Signal auch im Lärmpegel der parallelen Einzelgespräche gut hörbar ist.

Nach vier bis fünf Runden ist ein Austausch im Plenum möglich, in dem die Lernenden Highlights aus den Einzelgesprächen weitergeben können. Dabei erhalten auch Lehrende einen näheren Eindruck von den Inhalten, die zuvor besprochen wurden und auch zu noch offenen Fragen u.ä.

Freier Austausch im "Schonraum", ohne Leistungsdruck
Speed Dating ermögliche in der Lehre einen Schonraum, so Melanie Haug vom Lehrstuhl für Pädagogik der TU München, in dem die Lernenden frei über Erfahrungen sprechen können - ohne Leistungsdruck und ohne Nervosität, wie es bei Präsentationen häufig der Fall sei.

Der Lärmpegel, der dadurch entsteht, dass sich die Lernenden paarweise gegenübersitzen und sich gleichzeitig austauschen, sei wie eine Schutzhülle, in der man frei sprechen kann, so Haug. Die erste Hemmschwelle könne so abgebaut werden, die Lernenden können aber auch "Dampf ablassen", etwa wenn sie sich über ihre (positiven und negativen) Erfahrungen austauschen.

Aufwärmen, Aktivieren und Diskutieren
Ziel dieser Methode ist die Übung in freier Rede gegenüber ZufallspartnerInnen. Die Methode dient aber gleichermaßen zum Aktivieren der Lernenden, als "Warmup" und zum raschen Kennenlernen untereinander. Denn der häufige Partnerwechsel bringt verschiedene PartnerInnen miteinander ins Gespräch. Die aktiven Einzelgespräche tragen außerdem dazu bei, die Hemmschwelle zu aktiver Teilnahme an Diskussionen zu überwunden.

Serie "Methoden der Erwachsenenbildung"
Die Serie "Methoden der Erwachsenenbildung" ist ein Service von und für Studierende und EinsteigerInnen in das Berufsfeld der Erwachsenenbildung. Im Rahmen der Serie stellen wir einzelne Lehr-Lernmethoden sowie ihre Varianten und Einsatzmöglichkeiten vor. Wir unterscheiden dabei, welche Funktion die jeweilige Methode im Lehr-Lernprozess hat, zum Beispiel Informieren, Motivieren usw. Alle Beiträge zur Serie finden Sie hier.

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