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D21-Digital-Index: Digitale Kompetenzen weiter gestiegen

15.03.2022, Text: Birgit Aschemann und Karin Kulmer, Redaktion/CONEDU
Themen wie Nachhaltigkeit, kritische Medienkompetenz und gesundheitsförderndes Arbeiten rücken in den Fokus – daraus ergeben sich auch Konsequenzen für die Erwachsenenbildung.
  • Menschen mit Smartphones Foto: Unsplash Lizenz, Carlo Jimenez, https://unsplash.com
    Der Großteil der Bevölkerung nutzt mittlerweile ein Smartphone. Die digitalen Kompetenzen sind zwar gestiegen, jedoch besteht weiterhin ein „Digital Skills Gap“.
Der Digitalisierungsgrad ist in allen Teilen der Bevölkerung gestiegen – das zeigt der aktuelle „D21-Digital-Index". Die Studie der Initiative D21 liefert jährlich ein Lagebild zur digitalen Gesellschaft in Deutschland und gibt Auskunft über aktuelle Trends. Für die Erwachsenenbildung lassen sich einige relevante Erkenntnisse ableiten, die wohl auf Österreich übertragbar sind.

Digitale Kompetenzen steigen, Skills Gap besteht weiter

Der Digitalisierungsgrad in der Gesellschaft ist seit der letzten Erhebung weiter angestiegen – so nutzen mittlerweile rund 87% der Bevölkerung ein Smartphone. Insbesondere die Nutzung sozialer Medien, die mobile Internetnutzung und generell das mobile Arbeiten haben in den letzten beiden Jahren deutlich zugenommen.

 

Die Aneignung von digitalem Wissen passiert weiterhin vor allem informell – etwa durch eigenes Ausprobieren oder persönlichen Austausch. Im formalen Bereich haben vor allem kostenlose Online-Schulungen und Weiterbildungsangebote zugenommen, die meist durch öffentliche Förderungen ermöglicht wurden.

 

Insgesamt sind die digitalen Kompetenzen gestiegen – das lässt sich auch in Erwachsenenbildungs-Angeboten beobachten. Gleichzeitig besteht weiterhin ein „Digital Skills Gap": Niedrigqualifizierte und Ältere profitieren seltener von der Digitalisierung als Höherqualifizierte. Hier bleibt es künftig Aufgabe der Erwachsenenbildung, die (digitale) Teilhabe aller Gruppen zu unterstützen.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Auswirkungen schwer nachvollziehbar

Die diesjährige Studie befasste sich schwerpunktmäßig mit Digitalisierung und ökologischer Nachhaltigkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Umwelt für die Mehrheit schwer nachvollziehbar sind. Die Erwachsenenbildung ist hier gefordert, relevantes Wissen zu vermitteln und einen Diskurs zu Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu ermöglichen.

Kritische Medienkompetenz: Desinformation entgegenwirken

Nur 56 Prozent der Befragten sehen sich in der Lage, unseriöse Nachrichten bzw. Desinformationen im Internet zu erkennen; immerhin 28 Prozent sehen in Digitalisierung eine Gefahr für die Demokratie. Besonders in Zeiten von Krisen und Konflikten ist diese Unsicherheit beim Beurteilen von Informationen fatal. Umso wichtiger ist es, sich in Erwachsenenbildungsangeboten und -Programmen der kritischen Medienkompetenz und „information literacy" anzunehmen.

Digitaler Ermüdung entgegenwirken

Trotz einer überwiegend positiven Einstellung zur Digitalisierung treten in der Bevölkerung immer mehr Signale digitaler Ermüdung und Überforderung auf – das bestätigt der D21-Digital-Index. ErwachsenenbildnerInnen können der sogenannten „Zoom-Fatigue" entgegenwirken, indem sie Bildungsveranstaltungen entlastend planen – das ist nicht nur eine individuelle, sondern vor allem auch eine organisationale Aufgabe.

Über den D21-Digital-Index

Der D21-Digital-Index ist eine jährlich durchgeführte, repräsentative Studie der Initiative D21 – ein gemeinnütziges Netzwerk für die Digitale Gesellschaft in Deutschland. Die Befragung erfasst die deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahren und erfolgt per face-to-face-Interview. Für die aktuelle Ausgabe (D21 2021/2022) wurden 18.243 Personen befragt. Im Jahr 2018 erschien ein spezifisches Digital-Dossier Österreich, das Aufschluss über die Digitalisierung in Österreich gibt.

Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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