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OECD-Studie: Bildung auf einen Blick 2019

19.09.2019, Text: Jennifer Friedl, Online-Redaktion
HochschulabsolventInnen nehmen in den meisten OECD-Ländern häufiger an Fernkursen teil als Personen mit niedrigeren Abschlüssen. In Österreich ist die Teilnahme an Fernkursen vergleichsweise gering.
  • Foto: Pixabay Lizenz, Wokandapix, www.pixabay.com
    Besonders junge HochschulabsolventInnen investieren in Weiterbildung.
"Bildung auf einen Blick" ist der jährlich veröffentliche Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Anregungen liefert, um Bildungssysteme effektiver zu gestalten und Regierungen in ihrer Arbeit zu unterstützen. Dafür entwickelt und analysiert die OECD-Direktion "Bildung und Kompetenzen" international vergleichbare, quantitative Indikatoren und bezieht sich auf länderspezifische Ergebnisse von z.B. der Adult Education Survey (AES), dem Programme for the International Assessment of Adult Competencies (PIAAC) oder nationalen Umfragen. Neben Daten zu Schule und Universität liefert der Bericht auch wichtige Erkenntnisse für die Erwachsenenbildung. Dieses Jahr legt der Bericht besonderes Augenmerk auf die Hochschulbildung.

11 % der TeilnehmerInnen non-formaler Weiterbildung nehmen Fernkurse in Anspruch

Mit der zunehmenden Bildungsbeteiligung steigt, so OECD, zugleich die Forderung nach flexibleren Lernangeboten, wie z.B. Online-Kursen. Laut OECD beeinflusst der Bildungsstand die Inanspruchnahme solcher Bildungsangebote. Demnach nehmen AbsolventInnen des Tertiärbereichs in den meisten OECD-Ländern tendenziell häufiger an Fernkursen teil als Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss. In Österreich zeigt sich allerdings kaum ein Unterschied zwischen HochschulabsolventInnen und Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss oder Abschluss weiterführender Schulen: Im Durchschnitt nehmen hier ca. 11 % der Personen, die an non-formaler Weiterbildung teilnehmen, an Fernlehrgängen und -kursen teil, der OECD Durchschnitt liegt bei ca. 20 %. Insgesamt nehmen in Österreich 68 % an non-formaler Weiterbildung, die berufsbezogen und von ArbeitgeberInnen finanziert ist, teil. Bei berufsbezogener, non-formaler Weiterbildung, die nicht von ArbeitgeberInnen finanziert wird, sind es 12 %.

Studie zeigt nur geringe geschlechtsspezifische Unterschiede

Hinsichtlich des Geschlechts zeigt die Studie, dass der Unterschied in den Teilnahmequoten von Männern und Frauen an formaler und nicht-formaler Aus- und Weiterbildung generell, aber auch in Österreich, nur gering ist. Demnach nehmen in Österreich 61 % der Männer und 59 % der Frauen an Weiterbildung teil. Ausnahmen bilden z.B. Finnland oder Estland, die einen deutlich höheren Frauenanteil verbuchen, wobei z.B. in der Türkei mehr Männer an weiterbildenden Maßnahmen teilnehmen.

Bildungsbeteiligung sinkt mit dem Alter

In Österreich ist der Anteil von 25- bis 34-Jährigen (69%) hinsichtlich der Teilnahme an formaler und nicht-formaler Aus- und Weiterbildung von allen Altersgruppen am höchsten. In der Gruppe der 55- bis 64-Jährigen sind es 41 %. In den OECD Ländern nehmen durchschnittlich 57 % der 25- bis 34-Jährigen Weiterbildung in Anspruch, während der Anteil von 55- bis 64-Jährigen bei lediglich 33 % liegt.

Hochschulabschluss steigert die Weiterbildungsteilnahme

In Österreich verfügen ca. 33 % über einen tertiären Bildungsabschluss. Die Teilnahmequoten von HochschulabsolventInnen an Weiterbildung liegt um 25 % höher als die von Personen, die einen Abschluss einer weiterführende Schule haben. Insgesamt nahmen 47 % der 25- bis 64-Jährigen formale oder non-formale Weiterbildungen in Anspruch. Unter den Personen, deren höchste abgeschlossene Ausbildung die Pflichtschule ist, waren es 26 %.

 

In Österreich macht berufsbezogene Weiterbildung ca. 80 % der in Anspruch genommenen Angebote non-formaler Weiterbildung aus. Insgesamt stehen in den untersuchten Ländern 70 % der nicht-formalen Weiterbildungen, an denen Personen im Alter von 25 bis 64 Jahren teilnehmen, im Zusammenhang mit dem Beruf und sind häufig von ArbeitgeberInnen finanziert. Personen mit Pflichtschulabschluss als höchste Ausbildung nehmen eher an Weiterbildung teil, die nicht berufsbezogen ist, was die OECD auf die niedrige Beschäftigungsquote der Personengruppe zurückführt.

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