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DigiCafé: Online-Didaktik in der Erwachsenenbildung

19.10.2022, Text: Redaktion/CONEDU
Beim DigiCafé am 12.10. tauschten sich Interessierte über die schlüssige Planung von Online-Lernangeboten aus. Eine neue Themensammlung zur Online-Didaktik in der Erwachsenenbildung wurde vorgestellt.
Video: CC BY 4.0 CONEDU, Oktober 2022
Pandemiebedingt mussten viele (Weiter-)Bildungseinrichtungen von Präsenz- in Online-Räume wechseln. Damit dieser Umstieg gut gelingt, ist es wichtig didaktische Aspekte zu berücksichtigen. Im DigiCafé drehte sich alles um die Frage: Was ist Online-Didaktik und warum ist sie so wichtig?

Online-Didaktik: Unterschiede zu Präsenz-Formaten

In der Ausgestaltung von Lernangeboten werden die didaktischen Unterschiede zwischen Präsenz- und Online-Formaten deutlich. Präsenzformate im Online-Raum abzubilden ist aus didaktischer Sicht nicht sinnvoll. Die Erfahrung zeigt: Das führt zu keinen zufriedenstellenden Ergebnissen.

 

Grundsätzlich gilt für den Online-Raum: „Keep it simple“, weniger ist oft mehr. Es sollte immer eine Teilnehmer*innen-zentrierte Didaktik verfolgt und insbesondere darauf geachtet werden, Teilnehmende nicht zu überfordern. Eine vorausschauende Planung, klare Strukturen und eine genaue Aufgaben-Verteilung werden generell empfohlen. Längere Bildungsangebote sollten gesplittet werden und Live-Online-Einheiten nicht zu lange dauern.

Zielgruppenwissen, Fokus und Abwechslung

Personas sind eine beliebte Methode zur Zielgruppenanalyse, die vor der Planung des Lernangebots durchgeführt wird. Auch das Wissen und die digitalen Kompetenzen der Teilnehmenden vorab zu erfragen ist hilfreich.

 

In der Planung von Lerneinheiten hat sich der Einsatz von Mini-Lernbausteinen (PDF) bewährt, da sie nur einmal vorbereitet werden müssen und jederzeit verwendet werden können. Eine barrierefreie Textalternative zu den Lernbausteinen ist hier verfügbar. Design Thinking eignet sich gut, um ein Lernangebot zu entwickeln, dass auf die eigene Zielgruppe abgestimmt ist.

 

Bei Sequenzen im Flipped-Learning-Format ist darauf zu achten, die Teilnehmenden „abzuholen“. Dafür bietet sich bspw. eine Wiederholung der Lerninhalte der letzten Einheit an.

 

Mit aktivierenden Interventionen kann es gelingen, die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden während Live-Online-Sequenzen zu halten. Möchte man zwischendurch asynchrone Methoden einbinden, um für Abwechslung zu sorgen, kann man Teilnehmenden eine Einzelarbeit anbieten: etwa unter Verwendung eines vorbereiteten Videos, eines Learning Snacks, oder eines Mini-Online-Selbstlernkurses, mittels Smartphone im Freien oder analog mit Stift und Papier.

Tools didaktisch sinnvoll einsetzen

Digitale Werkzeuge können hilfreich für die Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen sein. Ein niederschwelliger Zugang sollte beachtet werden: Es gibt Online-Tools, die keine Anmeldung erfordern, den Datenschutzbestimmungen entsprechen und einfach über einen Link geteilt werden können.

 

Am besten achten Erwachsenenbildner*innen auch darauf, nicht zu viele Tools zu verwenden. Umfragen können direkt in einem Videokonferenzsystem durchgeführt werden.

 

Für die kollaborative Arbeit eignen sich etwa gemeinsame Texteditoren wie Etherpads oder Whiteboards bzw. Pinnwände wie TaskCards. Vortragende können zum jeweiligen Board dazustoßen und für Fragen zur Verfügung stehen. Für ein stärker immersives Erleben in Kleingruppen eignen sich Tools wie welo.space oder kumospace.com.

Tipps für hybride Formate

Körpersprache und Mimik spielen in der Vermittlung von Inhalten eine bedeutende Rolle. Dass sie online völlig anders wahrgenommen werden als in Präsenz, sollte beachtet werden.

 

Gerade mit hybriden Formaten, also der Kombination aus physischer und Online-Präsenz, gehen einige Herausforderungen einher. Damit sich eine der Teilnehmenden-Gruppen nicht vernachlässigt fühlt, muss eine didaktische Planung beide Räume gleichermaßen einbinden.

 

Technische Komponenten können unterstützend eingesetzt werden und sollten in jedem Fall gut vorbereitet sein. Die Meeting Owl hat sich in kleinen Gruppen mit nur einer moderierenden Person bewährt. Bei größeren Gruppen stößt sie an ihre Grenzen. Können sich Teilnehmende gegenseitig nicht gut hören, kann das schnell zu Frustration führen.

 

Oft haben einfache Lösungen große Wirkung: Um sich daran zu erinnern in die Webcam zu schauen, kann man sich ein kleines Bild ausdrucken und es bei der Kamera platzieren. Verbalisiert man sein Tun und sagt bspw. „ich rücke Sie noch besser ins Bild“, wenn man den Bildschirm zurechtrückt, fühlen sich die Teilnehmenden gut „abgeholt“. Eine kleine Figur im Präsenz-Raum aufzustellen, kann die Funktion erfüllen, auf die Online-Teilnehmenden nicht zu vergessen.

Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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