Praxisleitfaden: Digitalkompetenz-Trainings wirkungsvoll gestalten

18.12.2025, Text: Birgit Aschemann und Karin Lamprecht, Redaktion/CONEDU
Es ist eine hohe Kunst, Einsteiger*innen beim digitalen Kompetenzerwerb zu begleiten und qualitätsvolle Bildungsangebote für sie umzusetzen. Ein Leitfaden des Institut CONEDU für Trainer*innen und Bildungsmanager*innen unterstützt dabei.
Der Qualitätsleitfaden widmet sich der Frage, wie Bildungsangebote für digitale Einsteiger*innen möglichst gut gestaltet werden können.
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Der Qualitätsleitfaden für digitale Bildungsangebote im Bereich grundlegender digitaler Kompetenzen ist kürzlich in einer neuen und umfassenden Version erschienen und wird damit von der Checkliste zum Praxisleitfaden. Er baut auf der ersten, eher überblicksorientierten Version auf und integriert zahlreiche neue Erkenntnisse aus Praxis, Forschung und gemeinsamer Reflexion mit Expert*innen. Die Publikation soll Trainer*innen und Bildungsmanager*innen dabei helfen, Menschen mit geringen digitalen Vorkenntnissen respektvoll und motivierend beim Einstieg in digitale Lernprozesse zu unterstützen. Entwickelt wurde der Leitfaden vom Institut CONEDU im Auftrag und für die Geschäftsstelle Digitale Kompetenzen beim OeAD.

Qualitätskriterien helfen, Angebote professionell zu gestalten

Die Publikation beinhaltet insgesamt 39 Qualitätskriterien, die in sieben Qualitätsdomänen zusammengefasst sind – von der Konzeption des Bildungsangebots über die didaktische Gestaltung bis hin zur Qualitätssicherung. Zu jedem der 39 Kriterien erläutert der Leitfaden ausführlich seine Relevanz, seine praktischen Auswirkungen für Bildungsangebote und die Umsetzungsmöglichkeiten im Kursalltag. Der Anhang bietet eine Sammlung wichtiger Ressourcen, eine Referenz zum Qualitätssystem LQW sowie eine Zusammenstellung der Qualitätskriterien als Checkliste.

Ein Beispiel: Angebote unabhängig vom Betriebssystem umsetzen

Qualitätskriterium 3.4 fordert, Bildungsangebote für digitale Kompetenzen möglichst unabhängig von Geräten und Betriebssystemen zu gestalten. Diese Anforderung ist zentral, um gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Bildungsangebote sollen für Teilnehmende mit unterschiedlichen Endgeräten und Betriebssystemen gleichermaßen zugänglich sind.

Das Kriterium lässt sich auf verschieden Arten umsetzen. Lehrende können zum Beispiel allgemein genutzte Symbole (wie das „Zahnrad“ für Einstellungen oder das „Hamburger-Menü“ für die Navigation) erklären. In den Materialien können sie Screenshots typischer Benutzeroberflächen verschiedener Systeme bereitstellen und die Teilnehmenden selbst auswählen lassen, welche Darstellung ihrem eigenen Gerät am nächsten kommt.

Diese und weitere Beispiele guter Praxis wurden gemeinsam mit Digitalkompetenz-Trainer*innen im Rahmen einer Community of Practice erarbeitet und flossen in die Gestaltung des Leitfadens ebenso ein wie die Erkenntnisse aus mehreren Expert*innen-Interviews.

Die Publikation wurde vom OeAD (Geschäftsstelle Digitale Kompetenzen) bei CONEDU beauftragt und steht im Kontext der Digitalen Kompetenzoffensive Österreich.

 

Aschemann, Birgit (2025): Qualitätsleitfaden für Bildungsangebote im Bereich grundlegender digitaler Kompetenzen. Medieninhaber & Herausgeber: OeAD-GmbH – Agentur für Bildung und Internationalisierung.

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