KI-Tools didaktisch sinnvoll und lernförderlich einsetzen: So geht‘s

13.11.2025, Text: Miriam Klampferer, Redaktion/CONEDU
Ob als Teil von Aufgabenstellungen, zur Unterstützung in Selbstlernphasen oder zur Auflockerung im Kurs – KI-Tools bieten zahlreiche Möglichkeiten, Lernangebote in der Erwachsenenbildung zu bereichern.

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Video: KI-Tools didaktisch sinnvoll und lernförderlich einsetzen: So geht‘s
Video: EBmooc 2025 CC BY 4.0 CONEDU auf iMooX

KI didaktisch im Kurs einzusetzen, stellt Erwachsenenbildner*innen vor eine verantwortungsvolle Aufgabe. Eine Lektion im EBmooc 2025 liefert dazu einen Workflow mit wertvollen Tipps, Infos und Methoden.

Wie generative KI funktioniert und warum das wichtig ist

Wird KI in Lehr-Lernsettings eingesetzt, lohnt es sich, zunächst ihre Funktionsweise zu thematisieren. Ein grundlegendes Verständnis hilft Lernenden dabei, KI-Tools richtig einzusetzen und ihren Output nicht als objektiv oder unfehlbar zu betrachten.

Wenn die Zeit knapp ist, bieten kurze Lernvideos einen kompakten Einstieg ins Thema. Wer genauer eintauchen möchte, kann mit didaktischen Simulationen wie SoekiaGPT oder moebio arbeiten. Sie zeigen vereinfacht, wie Sprachmodelle Texte erzeugen und worauf es bei der Nutzung zu achten gilt. Auch einfache Experimente, etwa der Versuch ein Sprachmodell gezielt zum „Halluzinieren“ zu bringen, machen deutlich, wie leicht es passieren kann, dass generative KI-Tools plausibel klingende, aber faktisch falsche Informationen ausgeben.

Mit guten Prompts zu besseren Ergebnissen

Um KI-Tools sinnvoll nutzen zu können, braucht es ein Gespür dafür, wie man sie zielführend anleitet. Auch dazu können Erwachsenenbildner*innen ihren Teilnehmenden einiges mitgeben: Gute Prompts sind präzise formuliert und beinhalten Infos zu Kontext und Zielgruppe sowie Form und Länge des gewünschten Outputs. Hilfreich ist es außerdem, Sprachmodellen eine Rolle zuzuweisen, etwa als Trainer*in, Expert*in oder Lernpartner*in. Das macht den Output meist noch spezifischer. Besonders gut lässt sich das Prompten mit der Plattform lmarena üben. Dort generieren zwei Sprachmodelle parallel „anonym“ Antworten auf denselben Prompt. Der direkte Vergleich zeigt anschaulich, wie stark KI-Ergebnisse voneinander abweichen können und wie wichtig sprachliche Präzision und kritisches Mitdenken beim Arbeiten mit KI sind.

Lernförderliche Aufgaben gestalten

KI wird dann lernförderlich, wenn sie sinnvoll in Aufgaben eingebettet ist. Wichtig ist, dass Lernende verstehen, warum sie ein Tool nutzen und welche Rolle es im Lernprozess spielt. Eine klare Struktur und Raum für Reflexion sorgen dafür, dass die Nutzung bewusst erfolgt.

Wie das konkret aussehen kann, zeigt eine Aufgabe, bei der Teilnehmende eigene Prompts zu einem Kursthema entwickeln und mit einem Sprachmodell erproben. Dabei wird deutlich, wie stark sprachliche Präzision und fachliches Verständnis die Qualität der Ergebnisse beeinflussen. Lernende erleben unmittelbar, wie kleine Änderungen im Prompt den Output verändern und schärfen dadurch Ausdrucksfähigkeit, inhaltliches Verständnis und kritisches Denken.

Auch mit KI-Grafik-Tools lassen sich sinnvolle Aufgaben gestalten. Lernende können damit etwa eine Übersicht oder Mindmap zu einem Kursthema erstellen, die sie dann als Grundlage für Analyse und Diskussion verwenden. Ziel ist es, Zusammenhänge zu erkennen, Lücken aufzudecken und Strukturen zu hinterfragen. Das ist zugleich eine Übung, die nur gelingt, wenn das Thema bereits gut verstanden wurde.

KI-Methoden für lebendige Lernsettings

Werden KI-Tools direkt in Kursaktivitäten eingebunden, können sie Austausch und Beteiligung fördern. Tools wie tscheck.in liefern anregende Fragen für den Kurseinstieg und mit Hilfe von Sprachmodellen lassen sich Brainstormings oder spielerische Übungen wie „KI-Tabu“ gestalten. Bildgeneratoren können eingesetzt werden, um Begriffe visuell darzustellen und so das Lernen aufzulockern.

Auch am Ende eines Kurses lassen sich KI-Tools nutzen, etwa um individuelle Reflexionsfragen zu formulieren oder kreative Feedback-Zusammenfassungen zu generieren.

KI in Selbstlernphasen einsetzen

Sogar in selbstgesteuerten Lernphasen kann KI unterstützen. Lernende können Sprachmodelle mit Tutor-Prompts oder den Lernmodus – etwa in ChatGPT – als persönliche Lernbegleitung nutzen. So eingesetzt, passt der Chatbot Antworten ans Vorwissen an, erklärt Inhalte auf unterschiedlichen Lernniveaus und regt durch Rückfragen zum Nachdenken an. Als Wissensbasis können dazu auch eigene Dokumente hochgeladen werden.

Eine besondere Form dieses Ansatzes ist der sokratische Dialog. Hier führt der KI-Chatbot das Gespräch ausschließlich über Fragen und regt Lernende so dazu an, ihre Argumente präzisieren.

Für die gamifizierte Wiederholung von Gelerntem eignen sich KI-generierte Quizformate oder digitale Karteikarten, wie sie sich z.B. mit Gemini oder ChatGPT erstellen lassen. Auch beim Dranbleiben können diese Tools unterstützen: mit geplanten Aufgaben, die in festgelegten Abständen Impulse für Wiederholung oder Reflexion geben. Auf Wunsch geht das sogar mit Erinnerungsmails.

Weitere Informationen:
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