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Mit dem KIOSK-Modell Lehre planen

06.12.2015, Text: Online-Redaktion
Damit man beim Planen eines Lehr-Lernangebots auf nichts Wichtiges vergisst, hilft die Metapher vom Hausbau. (Serie: Methoden der Erwachsenenbildung).
  • Bild: (C) CONEDU/Paar
    Das KIOSK-Modell: Lehre nach (Bau-) Plan
Es ist wieder so weit: Die Gestaltung eines Seminars, Workshops oder Online-Lerngangebots steht auf dem Plan. Aber worauf muss man achten und was sollte man auf keinen Fall vergessen? Das KIOSK-Modell bringt die Antworten auf diese komplexen Fragen wortwörtlich alle unter ein Dach.

Lehren und Haus-Bauen: mehr Gemeinsamkeiten als man denkt
Der Trainer und Berater Hubert Teml beschreibt die Planung einer Lehr-Lernsituation vereinfacht anhand eines kleinen Gebäudes, dem Kiosk. Das frei im Internet verfügbare Modell zeigt, dass die Planung und Ausgestaltung einer Lehr-Lernsituation dem Haus-Bauen sehr ähnlich ist. Haus und Lehre - beide brauchen zumindest  Fundament, Grundgerüst und Dach.

Fundament: lernfördernde Haltung
Das Fundament - eine lernfördernde Grundeinstellung - ist die Basis für gute Lehre. Denn etwa eine teilnehmerInnenorientierte Gestaltung und ein wertschätzender Umgang miteinander sind für eine gute Lernatmosphäre unverzichtbar.

Grundgerüst: grundlegende didaktische Fragen
Wie ein Haus, braucht auch die Lehr-/Lernplanung ein Grundgerüst, d.h. Antworten auf grundlegende Fragen zum Seminar:

•    Welche Ziele will ich erreichen?
•    Welchen Inhalt möchte ich behandeln?
•    Welche Methoden soll ich einsetzen?
•    Wie kann der Lernerfolg festgestellt werden?

Aufbau: Aufgaben während des Lehr-Lernprozesses
Das Grundgerüst benötigt aber auch ein Aufbaumaterial, damit es hält. Dieses bezieht sich auf die Aufgaben und Rollen von Lehrenden in fünf grundlegenden Lehr-Lernsituationen, die in Summe als Akronym wiederum einen Kiosk ergeben.

Konfrontieren: In das Thema einsteigen

Informieren: Wissensbasis bereitstellen

Organisieren: Lernaufgaben anleiten

Selbstständiges Arbeiten begleiten: Lernende in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeiten betreuen

Kontrollieren: Lernenden dabei helfen, ihren Lernerfolg sichtbar zu machen


Plant man nun diese Phasen mit Hilfe der oben genannten W-Fragen, ist der Kern der Lehre schon vorbereitet. Denkt man das Ganze etwas mehr von den Teilnehmenden aus (Stichwort: selbstgesteuertes Lernen), so sieht man, dass viele dieser Aufgaben bei ausreichender Aufgabenklärung und -vereinbarung auch von Teilnehmenden übernommen werden können.

Dach: Übergeordnete Bildungsziele
Übergeordnete Bildungsziele, wie z.B. die Förderung von Reflexionsfähigkeit oder Problemlösefähigkeit sollte man bei der Planung nicht vernachlässigen. Sie bilden das Dach des Bildungs-Kiosks und stehen im Grunde am Anfang, und nicht am Ende. Denn wer beim Hausbau das Dach am Anfang noch nicht mitgedacht hat, wird vielleicht nicht das darunter bringen, was aber darunter gehört.


Serie "Methoden der Erwachsenenbildung
Die Serie "Methoden der Erwachsenenbildung" ist ein Service von und für Studierende und EinsteigerInnen in das Berufsfeld der Erwachsenenbildung. Im Rahmen der Serie stellen wir einzelne Lehr-Lernmethoden sowie ihre Varianten und Einsatzmöglichkeiten vor. Wir unterscheiden dabei, welche Funktion die jeweilige Methode im Lehr-Lernprozess hat, zum Beispiel Informieren, Motivieren usw. Alle Beiträge zur Serie finden Sie hier.