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Praxishandbuch: Qualitätssicherungs-Tools für Gruppentrainings

19.09.2015, Text: Karin Kulmer, Online-Redaktion
Eine Online-Publikation des AMS-Forschungsnetzwerks will mit der Beschreibung von 64 erprobten Methoden zu einer höheren Trainingsqualität in arbeitsmarktnahen Kursen beitragen.
  • Foto: (c) CONEDU/Kulmer Foto: (c) CONEDU/Kulmer
    Methoden für bessere Trainingsqualität
Die meisten Bildungsorganisationen betreiben Qualitätsmanagement. TrainerInnen selbst sind davon allerdings oft nur am Rande betroffen, etwa indem sie Feedbackbögen verteilen. Das AMS-Forschungsnetzwerk hat deshalb mit Kooperationspartnern ein Praxishandbuch entwickelt, das TrainerInnen Instrumente zur Qualitätsverbesserung zur Verfügung stellt. 64 Methoden sollen die Dynamik des Lehr-Lernprozesses sichtbar machen und Lehrende in ihren Qualitätsbemühungen unterstützen. Die Methoden sind einerseits nach dem zeitlichen Ablauf eines Kurses gegliedert - so werden etwa Methoden für den Kursbeginn, für zwischendurch, oder für den gelungenen Abschluss vorgestellt. Quer dazu werden unterschiedliche Qualitätsbereiche angeschnitten - beispielsweise "Erwartungen und Vorkenntnisse der TeilnehmerInne" oder "Dokumentation des Lernprozesses".

 

Beispiel: Eine Seilbrücke macht Übergänge sichtbar

Die Methode "Seilbrücke" eignet sich dafür, den TeilnehmerInnen Übergänge begreifbar zu machen und den Trainingsprozess gemeinsam zu reflektieren. Dazu stellt der/die TrainerIn zwei Pinnwände auf, die Anfang und Ziel einer Trainingssituation symbolisieren. Zwischen den Pinnwänden werden zwei Seile im Abstand von etwa 30cm gespannt, sodass dazwischen Papierblätter mit Wäscheklammern befestigt werden können. Im Plenum erarbeiten die TeilnehmerInnen die Ist-Situation sowie die Ziele des Trainings - die Ergebnisse werden anschließend auf den Pinnwänden festgehalten.

 

Nun folgt die zentrale Fragestellung: "Wie kommen wir vom Ist zum Soll?" In Kleingruppen diskutieren die TeilnehmerInnen die notwendigen Schritte zum Ziel und notieren diese auf Papierblättern, die anschließend zwischen die Seile geklammert wird. Anschließend betrachten die TeilnehmerInnen die entstandene Brücke und diskutieren, ob die Brücke "tragfähig" ist oder ob sie einzelne Schritte noch verbessern oder ergänzen können. Durch die Seilbrücke entwickeln die TeilnehmerInnen ein gemeinsames Verständnis des Lernprozesses und der einzelnen Schritte in Richtung Seminarziel. Zusammenhänge können so transparenter und greifbarer dargestellt werden.

 

Fazit

Die 129 Seiten starke Online-Publikation fasst populäre und weniger bekannte Methoden zusammen und beschreibt diese kompakt und übersichtlich. Interessierte können das Praxishandbuch online kostenlos herunterladen oder für den Druckpreis von sechs Euro bestellen. Die Methoden eignen sich zum Einsatz in Berufsorientierungs- und Aktivierungstrainings, fachspezifischen Kursen sowie in der Ausbildung. Vor allem EinsteigerInnen finden hier eine Alternative zu kostenpflichtigen Methodensammlungen.

Weitere Informationen: