Versteckte Kompetenzen entdecken
Kompetenzerweiterung für die Bildungsberatung
Bereits seit 2012 wird das Format Kompetenz+Beratung österreichweit in der Praxis eingesetzt. Bis zum Sommer 2014 haben rund 1.500 Menschen dieses Angebot angenommen, um neue Ideen und Wege für ihre bildungs- und berufsrelevante Weiterentwicklung zu finden. Im Zentrum der Methode stehen das persönlich-biographische Arbeiten und gleichzeitig ein Reflektieren in der Gruppe. Für die KundInnen heißt das jedenfalls: aktiv mitarbeiten.
Entwickelt wurde Kompetenz+Beratung im Rahmen der Initiative Bildungsberatung Österreich. Das Anliegen des BMBF (damals BMUKK) war, die Angebotspalette der Bildungs- und Berufsberatung sowie der Bildungsinformation um den Kompetenzansatz zu erweitern.
Die Anleitung zur Umsetzung
Was wir können und wissen steht nicht nur auf Zeugnissen und Zertifikaten. In den Kompetenz+Beratungen werden vielmehr auch die informell erworbenen Kompetenzen entdeckt. Der Beratungsprozess gliedert sich in vier Phasen: Informationsgespräch, Workshop, Eigenarbeit der KundInnen und Einzelberatung.
Ein Ausgangspunkt für den Prozess ist die Frage "Was machen Sie besonders gerne oder was haben Sie besonders gerne gemacht?" und somit ein gedanklicher Blick auf den bisherigen Lebenslauf. Gesammelte Aktivitäten und Tätigkeiten werden zu einer sogenannten Erinnerungslandkarte zusammengetragen. Die Reparaturen im Haushalt haben dabei denselben Stellenwert wie das Philosophiediplom. Die Kundin bzw. der Kunde entscheidet selbst, welche Aktivitäten in weiterer Folge beschrieben und als Kompetenz benannt werden, worauf der Fokus für die Weiterarbeit gelegt wird.
Während des gesamten Prozesses, vom Workshop bis zur Einzelberatung, begleitet die TeilnehmerInnen ein selbst geführtes Kompetenzprotokoll. Die persönlichen Aktivitäten sowie die benannten und beschriebenen Kompetenzen werden darin als Ergebnisse festgehalten. Ergebnisse, aus denen die KundInnen dann ihre neuen berufs- oder bildungsrelevanten Vorhaben ableiten. Unterstützt werden diese Ideen und Vorhaben durch die Erarbeitung eines Aktionsplans. Darin finden sich die selbst gesetzten Ziele sowie erarbeitete Strategien und Ressourcen, ergänzt durch einen Zeitplan, womit Berufs- und Bildungspläne für die KundInnen konkret und umsetzbar in nächste Schritte für die Zukunft übersetzt werden.
Die Begleitung zum Begleiten
Mit "Die Kompetenz+Beratung. Ein Leitfaden" wurde nun eine Gebrauchsanweisung zur Methode veröffentlicht, die den BeraterInnen ein detailliert ausgearbeitetes Beratungsdesign anbietet. Nach einer Einführung mit ausführlicher Hintergrundinformation zur Arbeit mit Kompetenzen und der Methodenentwicklung, beschreiben die AutorInnen Brandstetter und Kellner die einzelnen Phasen und Schritte des Prozesses. Eine Anleitung, die neben Materialien und Übungen auch Lernergebnisse, Empfehlungen und Alternativen bereithält. Die gemeinsame Auswertung der Kompetenz+Beratungen, die die BeraterInnen während der Ausbildungslehrgänge durchführten, ermöglichten dichte praxisnahe Beschreibungen von Prozessen und Ergebnissen.
- Download: Die Kompetenz+Beratung. Ein Leitfaden
- Publikationen des BMBF
Erstellung des Artikels gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und des Europäischen Sozialfonds.
![]()
CC BY ÖIBF/CONEDU, auf erwachsenenbildung.at 2015
Lizenziert unter CC BY http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Verwandte Artikel
![]()
Interview zum Lehrgang Beraten. Coachen. Supervidieren.
Anfang Juli führte die neue Lehrgangsleiterin Dipl. Psych. Susanne Holzbauer ein Interview mit Dr. Karl Schattenhofer zur Geschichte und Entwicklung der Supervisionsausbildung am bifeb. Das Interview bietet interessante Einblicke in die Geschichte und Entwicklung der Supervisionsausbildung am bifeb.![Person mit Rucksack mit Abbildung der Weltkugel]()
Klimapolitik: Werkzeuge für die politische Erwachsenenbildung
Der neue Workshop der ÖGPB vermittelt Wissen und Methoden zum Themenfeld Klimapolitik.![]()
#ebcamp26: Zwei Tage Austausch über Digitalisierung in der EB
Zum 8. Mal fand am 5. und 6. Mai 2026 das #ebcamp statt. In dem von der KEBÖ und dem bifeb veranstalteten Online-Barcamp zum Thema „Digitalisierung in der Erwachsenenbildung“ tauschte man sich zu einer Vielfalt an Themen aus.![Grafik einer Kaffeekanne vor altrosa Hintergrund, auf der drei rote Figuren mit wissenschaftlichen Instrumenten hantieren]()
Wissenschaft bei Kaffee: Science Cafés bringen Dialog in Stadt und Land
Mit dem Projekt „Wissenschaft im Dialog – Land schafft Wissen“ fördert COMMIT gemeinsam mit regionalen Partner:innen an 9 Standorten in ganz Österreich einen niederschwelligen Dialog zwischen Wissenschaftler:innen und Bürger:innen.![]()
Praxisleitfaden: Digitalkompetenz-Trainings wirkungsvoll gestalten
Es ist eine hohe Kunst, Einsteiger*innen beim digitalen Kompetenzerwerb zu begleiten und qualitätsvolle Bildungsangebote für sie umzusetzen. Ein Leitfaden des Institut CONEDU für Trainer*innen und Bildungsmanager*innen unterstützt dabei.![Frau erklärt vor einer Wand mit aufgepinnten Buchblättern.]()
Wie der Froschkönig das österreichische Recht erklärt
Uli Zimmermann, Kursleiterin an der VHS Wien, hat für den Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ Unterrichtsmaterialien rund um das österreichische Recht entwickelt und erhielt dafür den Ludo-Hartmann-Preis.

.webp)



