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Bildkarten: Die Wirkung von Bildern in der Lehre nutzen

09.06.2014, Text: Online-Redaktion
Den Großteil aller Informationen nehmen wir visuell auf. Bilder erleichtern den Zugang zu Gefühlen und regen die Kreativität an. (Serie: Methoden der Erwachsenenbildung).
  • Foto: (C) EDUCON/Friesenbichler Foto: EDUCON/Friesenbichler
    Bilder in der Lehre einsetzen
Bilder wecken Emotionen und Aufmerksamkeit. Sie können faszinieren, begeistern, beeindrucken, aber auch - wie es etwa die Werbung nutzt - schockieren. Sie ermöglichen Zugänge zu inneren, unbewussten Prozessen und zu Gefühlen, für die zunächst die Worte fehlen. Eine Wirkung, die in der Seminarpraxis für unterschiedliche Bereiche sehr gut nutzbar ist.

Sogenannte "Bildkarten" oder "Emotioncards", Sets von sehr unterschiedlichen und wirkungsstarken Bildern, werden als assoziativer Einstieg in ein Thema, als Impulsgeber für kreative Arbeitsprozesse oder als Feedbackinstrument und Stimmungsbarometer genutzt.

 

Einsatzmöglichkeiten von Bildkarten im Training
Bildkarten können in verschiedenen Phasen im Lehr-Lernprozess zum Einsatz kommen: In Anfangssituationen dienen sie als Eisbrecher bzw. als Einstieg in das Thema, etwa gekoppelt mit der Bitte an die Lernenden, eine Karte zu wählen, die sie mit dem Thema oder einem bestimmten Aspekt davon assoziieren.

Hilfreich sind Bildkarten aber auch, wenn man die Stimmung der Lernenden erheben will - ob als Stimmungsabfrage in Bezug auf einen Inhalt oder im Sinne eines Feedbacks. Das Bild vermittelt einen Eindruck im Sinne von "das hat mich an... erinnert", oder "das Gefühl, das dieses Bild vermittelt, hatte ich, als...".

Bilder können darüber hinaus bei kreativen Prozessen hilfreich sein. So können sie etwa Impulse für neue Ideen, die von den Lernenden zu entwickeln sind, liefern. Das Prinzip ist immer das gleiche: Die Lernenden wählen zu einem Anlass, einem Gegenstand oder einer Frage ein Bild aus, das sie damit assoziieren oder das einen Impuls für die Beantwortung der Frage oder die Weiterarbeit liefert. Sie erzählen dann im Plenum, warum sie diese Karte gewählt haben. Werden Bildkarten für die Ideenfindung eingesetzt, kann diese Plenumsrunde auch entfallen und die Lernenden können direkt an den Ideen, die durch die Bilder angestoßen werden, arbeiten.

Einsatzmöglichkeiten für Coaching und Beratung
Da Bilder den Zugang zu Gefühlen erleichtern, sind sie auch für Coachings und Beratungen gut einsetzbar. Von den KlientInnen selbst gewählte Bilder können es hier etwa erleichtern, über ein Gefühl zu sprechen, es in Worte zu fassen. So können Ansatzpunkte für das weitere Coaching oder die Beratung entstehen.

Kartenset: kaufen oder selber zusammenstellen?
Wo Trainerinnen und Erwachsenenbilder in früheren Jahren eifrig mit der Schere über farbige Magazine herfielen um geeignete Motive auszuschneiden, haben verschiedene Verlage die Angebotslücke längst mit - teils hochpreisigen Bildkartensets - befüllt. Wer sparen will, fotografiert eine Zeit lang allerlei Motive selbst und druckt sie aus.

Eine beliebte Variante unter SeminarleiterInnen stellt auch das eigenhändige Sammeln sogenanter "Freecards" dar. Das sind an öffentlichen Orten aufliegende Gratispostkarten, viele davon in schönem Design und mit variantenreichen Motiven bedruckt. Die kann man nicht nur einmalig verwenden, sondern bei entsprechender Auflage den Lernenden auch als Erinnerungsstück mit auf den Weg geben. So wird das Medium auch gleich zum Erinnerungsanker für den Lerntransfer.

 

Serie "Methoden der Erwachsenenbildung"
Die Serie "Methoden der Erwachsenenbildung" ist ein Service von und für Studierende und EinsteigerInnen in das Berufsfeld der Erwachsenenbildung. Im Rahmen der Serie stellen wir einzelne Lehr-Lernmethoden sowie ihre Varianten und Einsatzmöglichkeiten vor. Wir unterscheiden dabei, welche Funktion die jeweilige Methode im Lehr-Lernprozess hat (zum Beispiel Informieren, Motivieren usw.). Alle Beiträge zur Serie finden Sie hier.

Weitere Informationen:

 

Käuflich erwerbbare Kartensets: