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2015 ist das Europäische Jahr der Entwicklung

26.01.2015, Text: Sabine Schnepfleitner, Online-Redaktion
"Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft" ist das Motto für das Europäische Jahr 2015. Im Fokus stehen Entwicklungszusammenarbeit und der Blick über den Tellerrand der EU. (Serie: Europäisches Jahr der Entwicklung 2015)
  • Grafik: Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA)
    Europäisches Jahr der Entwicklung 2015
In der Hauptstadt Lettlands hat EU Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker das Europäische Jahr der Entwicklung (EYD2015) am 9. Jänner 2015 offiziell eröffnet. Damit wird heuer der europäischen Entwicklungszusammenarbeit eine besondere Bühne gegeben und dem grundlegenden Anliegen der Verminderung bzw. Beseitigung weltweiter Armut. Die EU-BürgerInnen sollen dabei nicht nur informiert sondern vielmehr zum persönlichen Engagement motiviert werden.
 
Während das EYD2015 gerade startet, geht die UN-Milleniumskampagne zum selben Themenkreis zu Ende. Die Vereinten Nationen hatten sich zur Jahrtausendwende ein ehrgeiziges - und bislang unerreichtes - Ziel gesetzt: weltweite Halbierung der extremen Armut bis 2015. Dazu hat sich auch die EU verpflichtet. Eines der acht Milleniums-Entwickungsziele: Grundbildung für alle.
 
Zusammen gegen Armut
Weltweit sind es 1,2 Milliarden Menschen, die in extremer Armut leben. 800 Millionen Menschen seien darüber hinaus stark davon bedroht, so die Zahlen aus dem UNO Bericht über die menschliche Entwicklung 2014. Armut wird hier bemessen mit der international geltenden Armutsgrenze  von 1,25 USD pro Tag.

Mit dem Auftakt in das EYD2015 streicht das Europäische Parlament  Solidarität als Kerngedanken der europäischen Idee hervor und damit die Entwicklungszusammenarbeit als fixen Bestandteil des Europäischen Integrationsprozesses.  56,5 Milliarden Euro haben die Europäischen Institutionen und 28 EU-Mitgliedstaaten im Jahr 2013 zur öffentlichen Entwicklungshilfe beigetragen und sind damit nach Angaben des Europäischen Parlaments die weltweit größten Geber.
 
Arm ist, wem die Chancen fehlen
Armut geht dabei weit über den ökonomischen Gesichtspunkt hinaus und zeigt sich in der Einflussnahme auf die menschlichen Grundrechte, in  Mangelerscheinungen in Gesundheit, Bildung und Lebensstandard. Wird die ökonomische Armutsdefinition entsprechend ihrer Mehrdimensionalität (Multidimensional Poverty Index - MPI)definiert, steigt laut United Nations Development (UNDP) die Anzahl der in Armut lebenden Menschen auf gar 1,5 Milliarden Menschen an.

Die weltweite Armut zu verringern und langfristig zu beseitigen ist das grundlegende Ziel der europäischen Entwicklungszusammenarbeit. Im Blickfeld bleiben dabei die vielschichtigen Ursachen der Armut, die sich in sozialen, wirtschaftlichen, politischen, institutionellen, ökologischen, strukturellen Bereichen zeigen.
 
Bildung für die globale Entwicklung
Laut der Austrian Development Agency (ADA) können weltweit 774 Millionen Erwachsene nicht schreiben und lesen, nahezu zwei Drittel davon sind Frauen. Bildung ist als Grundrecht in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert. Die "Grundschulbildung für alle"  ist als eines der acht Milleniums-Entwicklungsziele definiert. Mit der Überschrift "Entwicklung braucht Wissen"  arbeitet die Agentur für Österreichische Entwicklungszusammenarbeit zum Thema Bildung und beschreibt dabei die Notwendigkeit von Grundbildung, Berufs- und Hochschulbildung als die Voraussetzung für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Im EYD2015 ist der Februar dem Thema Bildung gewidmet.

ADA - Entwicklungszusammenarbeit in Österreich
In Österreich setzt die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA), die Austrian Development Agency (ADA), österreichische Strategien und Projekte der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit um. Unterstützt werden Schwerpunktregionen in Südost- und Osteuropa, in Afrika , Asien und der Karibik bei ihrer nachhaltigen Entwicklung.
 
Was in ‚unserem' Jahr passiert
Zu den unterschiedlichen Themenmonaten des Europäischen Jahres der Entwicklung, die vom Jänner "Europa in der Welt" bis Dezember "Menschenrechte" reichen,  werden europaweit Veranstaltungen geboten. In Österreich erfolgt der Auftakt heute 26. Jänner 2015 im Katastrophenhilfezentrum des Österreichischen Roten Kreuz in Wien. SchülerInnen sind eingeladen sich mit Außenminister Sebastian Kurz und Neven Mimica, EU-Kommissar für Internationale Zusammenarbeit, über internationale Entwicklung und Zusammenarbeit auszutauschen und sich in interaktiven Stationen mit entwicklungspolitischen Themen auseinanderzusetzen. Der interaktive Gedanke der Auftaktveranstaltung begleitet das EYD2015:  Aktives Mittun der EU-BürgerInnen ist erwünscht.