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Jugendliche zu Bildung motivieren

23.06.2014, Text: Anton Dippel, BFI Tirol, Redaktion: Katharina Moser, bfi Österreich
Das Projekt "PerspektivenBildung Österreich" präsentierte Forschungsergebnisse und methodische Ansätze für die Bildungs- und Berufsberatung.
  • Foto: BFI Tirol
    Methodenkoffer zur Zielarbeit mit Symbolen
  • Grafik: Zentrum für MigrantInnen in Tirol (ZeMiT)
    Bildungstypen von Jugendlichen
Informative Projektpräsentation
Im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Projekts "PerspektivenBildung Österreich" am 13. Mai 2014 in Innsbruck wurden interessante Ergebnisse präsentiert. Die Projektpartner BFI Tirol, Zentrum für soziale Innovation (ZSI), Zentrum für MigrantInnen in Tirol (ZeMiT), Hafelekar Unternehmensberatung und das Institut für Erziehungswissenschaft der Universität  Innsbruck stellten Forschungsergebnisse zu Ursachen für Unterschiede in der Bildungsbeteiligung von Jugendlichen sowie neu definierte Bildungstypen und innovative methodische Ansätze für die Bildungs- und Berufsberatung vor.

 

Lebenswelten und Berufswünsche von Jugendlichen als Basis für innovative Bildungs- und Berufsberatung
Das vom Bildungsministerium und vom Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt soll vor allem Jugendliche der zweiten Zuwanderungsgeneration bei der Bildungs- und Berufswahl unterstützen. Dazu wurden die Lebenswelten von Jugendlichen erforscht und neue Methoden zur Erhebung von Lebens- und Berufswünschen entwickelt. Die Ergebnisse dienten als Basis für die Erarbeitung konkreter Handlungsoptionen zu Bildungsinhalten, -formaten, Rahmenbedingungen und Lernprozessen. Besonders zu erwähnen ist der partizipative Ansatz: Jugendliche wurden in jeder Projektphase von der Erforschung bis zur Entwicklung und Umsetzung von Methoden direkt eingebunden.

 

Das Projekt unterteilte sich in drei Phasen:

  • Ursachen und Unterschiede in der Bildungsbeteiligung
  • Bildungsbezogene Selbstbilder und Lerntypen und Häufigkeiten der Selbstbilder mit einer qualitativen Analyse und Quantifizierung der Typen
  • Erarbeiten von Handlungsmöglichkeiten

 

Ursachen und Unterschiede in der Bildungsbeteiligung
August Gächter vom ZSI stellte Forschungsergebnisse zu den Hauptursachen für Unterschiede in der Bildungsbeteiligung vor. Durch die Analyse von Mikrozensusdaten konnte aufgezeigt werden, dass vor allem Merkmale der Eltern, wie z. B. deren Bildungsgrad und deren Beschäftigungsstatus Haupteinflussfaktoren dafür sind, wie häufig Jugendliche nach der Pflichtschule eine weiterführende Ausbildung absolvieren. Die staatliche Herkunft spielt bestenfalls eine kleine Rolle.

 

Bildungstypen von Jugendlichen
Das Team des ZeMiT mit Gerhard Hetfleisch und Christina Hollomey-Gasser präsentierte sieben Bildungstypen von Jugendlichen am Übergang von der Pflichtschule zu weiterführender Bildung und Beruf (siehe Kartoffelgrafik links). Die Bildungstypen sind das Ergebnis einer qualitativen Analyse der Lebens- und Bildungsrealitäten von 92 Jugendlichen, welche an insgesamt 13 Gruppenwerkstätten in Tirol, Oberösterreich und Wien teilgenommen haben.

 

Handlungsmöglichkeiten: innovative Weiterbildung für TrainerInnen
Claire Oetting von der Unternehmensberatung Hafelekar zeigte neue methodische Ansätze  für die Bildungs- und Berufsberatung auf. "Im Rahmen von PerspektivenBildung Österreich haben wir Lernszenarien entwickelt, die den Jugendlichen ihre eigenen Ressourcen und Kompetenzen bewusst machen. Sie beschäftigen sich dabei stark mit ihrer eigenen Identität und Persönlichkeit und werden darin unterstützt, ihre individuellen Möglichkeiten zu verorten," erklärte Oetting. Die vorgestellten Lernszenarien basieren auf Symbolarbeit, Theaterpädagogik und dem Einsatz von Social Media. Zu den Methoden wurden bereits erste Train-the-Trainer-Workshops durchgeführt. Ab Herbst 2014 werden die Workshops auch öffentlich angeboten. Auf der Projektwebsite www.perspektivenbildung.at stehen die Lernmaterialien und -unterlagen zum freien Download zur Verfügung.

 

Impulse für Politik und Bildungslandschaft
Zum Abschluss reflektierte Erol Yildiz vom Institut für Erziehungswissenschaft die Ergebnisse des Projekts und diskutierte deren Relevanz für zukünftige Forschungen und mögliche politische bzw. institutionelle Neuerungen in der Bildungslandschaft.