Die Stimme erheben für Kulturgut und Selbstbewusstsein
Seit fast 60 Jahren betreut das BHW NÖ die Familiensingwochen, wohl wissend, dass besonders in den Familien die Wurzeln für die Freude am gemeinsamen Singen gelegt werden. Denn musisches Tun macht glücklich, und Singen, eine uralte menschliche Kulturtechnik, hält Körper, Geist und Seele gesund. Viele namhafte niederösterreichische Musikerinnen und Musiker haben bei den Familiensingwochen in Hohenlehen ihre ersten musikalischen Erfahrungen gesammelt und die jährlich in etwa 300 Teilnehmerinnen wissen: Singen fördert sozio-emotionale und kognitive Kompetenz, stärkt das Gemeinschaftsgefühl, macht selbstbewusst, reguliert die eigenen Stimmungen, fördert Gedächtnisprozesse und steigert die Immunabwehr.
Seminardesign
Die Gestaltung der Familiensingwochen nimmt einerseits Rücksicht auf das dementsprechende Alter (Gruppen für Kindergarten, Primarstufe und Sekundarstufe sowie für Erwachsene), fördert aber auch durch das Gestalten von Festen und Feiern das gemeinsame Singen, Musizieren und Tun. Viele engagierte MusikpädagogInnen begleiten dabei die Familien professionell über eine ganze Woche. Von zahlreichen positiven Feedbacks wissen wir, dass zu Hause dann das gepflegte Liedgut fast über ein ganzes Jahr weiterverwendet wird.
Dabei bemühen wir uns einerseits, die Qualität der Stimme weiter zu entwickeln, aber auch die „Stimmbildung“ zur Erlangung sozialer und personaler Kompetenzen einzusetzen. Quer durch alle Altersgruppen kann man feststellen, dass immer wieder ein sehr breit angelegtes Liedrepertoire – vom alten Meister über das Volkslied, das Kunstlied, den Gospel bis hin zu afrikanischen Liedern – gefragt ist. Die Arbeit sowohl in Kleingruppen als auch in der Großgruppe dann gemeinsam hat sich bestens bewährt. Ein kleines Abschlusskonzert bringt die Probenarbeit noch so richtig in Schwung, und viele der gesungenen Lieder klingen - wie bereits erwähnt - noch Wochen und Monate in den Familien nach. Wenn sich daraus in der einen oder anderen Familie neben dem Singen in diversen Chören auch eine eigene Familiensinggruppe entwickelt, dann haben wir ein ganz wesentliches Ziel erreicht.
Selbstbehauptung
Vieles in der Struktur der Familien aber auch in der Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Gerade aus diesem Grund nimmt das gemeinsame Singen - und damit meine ich nicht nur den Chorgesang, der sich in vielen Regionen toll weiterentwickelt - heute einen noch viel wichtigeren Stellenwert ein: Die Neurobiologen rufen es uns ja von den Dächern zu, wie wichtig das Singen in jeder Altersstufe für die Balance des Menschen ist. Singen, ein wesentlicher Zugang zur Freude am eigenen Klingen und damit an der eigenen Vitalität und von existentieller Bedeutung, wenn es darum geht, die eigene Stimme erheben zu können.
Die Persönlichkeitsbildung über aktive Freizeitgestaltung eben durch das gemeinsame Singen im Netzwerk der Familien zu fördern soll demnach auch als professionelle, zeitgemäße Pädagogik verstanden werden.
Serie "Kunst und Kultur in der Erwachsenenbildung"
In einer Serie von Berichten, Interviews, Essays und programmatischen Beiträgen berichten Korrespondentinnen und Korrespondenten aus Verbänden, Netzwerken und Einrichtungen 2015 über die künstlerischen und kulturellen Aspekte von Erwachsenenbildung. In dieser Gemeinschaftsinitiative soll sichtbar werden, wie wichtig kreative Zugänge zur Welt und deren Aneignung sind. Bildung fungiert hier ebenso sehr als Kulturträger wie auch Innovator. Sie eröffnet Freiräume im Denken und Handeln, schafft Verständigung zwischen den Menschen und Kulturen und hilft uns Identität im Wandel zu begreifen und immer neu zu entwickeln. Alle Beiträge zur Serie finden Sie hier.
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