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Magazin erwachsenenbildung.at

Lern- und Bildungsräume

Nr.35/36 | Januar 2019 | ISSN 1993-6818

Kurzzusammenfassung

Meb35/36 lotet in 22 Beiträgen aus, welche örtlichen und räumlichen Dimensionen sich für Lern- und Bildungsräume eröffnen und welche Möglichkeiten – aber auch Gefahren und Grenzen – mit der Pluralisierung der Bildungsräume verbunden sind.

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Lea Pelosi

Der Lernraum im Kontext reflexiver Lernprozesse

Eine philosophische, bildungstheoretische und erwachsenenbildungspraktische Betrachtung

Reflexives Lernen ist auf einen sozialen Raum bezogen. Denn Selbstverständnis ist sozial bedingt. Vor diesem Hintergrund ist Selbstreflexion in reflexiven Lernprozessen als eine öffentliche Handlung zu verstehen, nicht primär als etwas „Innerliches“, „Ideelles“ oder als eine private Selbstkontemplation. Reflexive Lernprozesse als diese spezifische Form von (sprachlich vermitteltem) Lernhandeln erfordern daher einen öffentlichen Handlungsraum, den sie zugleich erzeugen und mitgestalten. Aus philosophischer, bildungstheoretischer und erwachsenenbildungspraktischer Perspektive zeigt die Autorin des vorliegenden Beitrages unter Bezugnahme auf P. Bourdieu, M. Foucault und J. Butler, dass konkrete Reflexionshandlungen einen sozialen Raum eröffnen und gestalten, der zu einem Lernraum wird, wenn die Reflexion auf einen Lernanlass, ein Lernziel oder eine angestrebte Wirkung bezogen ist. Reflexives Lernen wird damit in besonderer Weise einem handlungs- und kompetenzorientierten Lernen gerecht, das sich im Spannungsfeld zwischen Selbststeuerung, Bildung und Anforderungsbezug bewegt. Erwachsenenbildungsangebote können wesentlich zur Konstitution und Gestaltung so verstandener reflexiver Lernräume beitragen. (Red.)
  1. Lea Pelosi
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