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Magazin erwachsenenbildung.at

Öffentlichkeit und Markt: Wozu ein öffentliches Bildungswesen?

Nr.32 | Oktober 2017 | ISSN 1993-6818

Kurzzusammenfassung

Ausgabe 32 des Meb stellt sich in fünfzehn Beiträgen den Privatisierungstendenzen in der Erwachsenenbildung und einer vertieften Auseinandersetzung zwischen Öffentlichkeit, Markt und Bildung.

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Andrea Widmann

Im Spannungsfeld von Konkurrenz, Selbstorganisation und Hierarchie

Ein Praxisbericht aus der Organisationsberatung

Welche Mechanismen der staatlichen Regulierung, der Außensteuerung und der Konkurrenz bilden sich in Erwachsenenbildungseinrichtungen ab? Wie steht es um ihre Selbstorganisation und Selbststeuerung? Wie um die unterschiedlichen Erwartungen der Anspruchsgruppen? Der vorliegende Beitrag versucht aus dem Blickwinkel langjähriger Beratungspraxis im Bildungsbereich zu illustrieren, vor welchen Herausforderungen Erwachsenenbildungseinrichtungen konkret tagtäglich stehen: Beratungsprojekte werden oftmals durch politische Zielvorgaben angestoßen, zusätzlich verursachen unterschiedliche Steuerungsmechanismen Spannungen innerhalb der Bildungseinrichtungen. Die staatlichen Vorgaben sowie die Steuerungsimpulse sind dabei oftmals von der Annahme getragen, dass mehr Wettbewerb zu einer Verbesserung der Qualität und erhöhter Effizienz führt, was sich im New Public Management-Ansatz abbildet. Marktorientierte Ziele der Steigerung von Effizienz oder Qualität ebenso wie Innovationsziele oder bessere Verwertbarkeit auf Arbeitsmärkten, Fördermittelmärkten oder Reputationsmärkten schlagen sich in politischen Förderprogrammen nieder und erhöhen dadurch indirekt den Konkurrenzdruck unter den Erwachsenenbildungseinrichtungen. Wesentliche Schlussfolgerung der Autorin: Diese Spannungsfelder werden kaum benannt und brauchen deshalb eine gezielte Bearbeitung, zum Beispiel durch eine institutionelle Rollenklärung. Eine solche Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Anforderungen trägt dazu bei, dass Bildungseinrichtungen ein neues Selbstverständnis entwickeln und so politische Mitverantwortung übernehmen können. (Red.)
  1. Andrea Widmann