Weiterbildungsstudie 2025: Künstliche Intelligenz im Fokus
Am 3. Juni ging es beim 17. Tag der Weiterbildung der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung um Künstliche Intelligenz in der Weiterbildung. Zentrales Element der hybriden Veranstaltung (online und in Wien) war die Präsentation der Weiterbildungsstudie 2025, durchgeführt von MAKAM Research der Plattform Erwachsenenbildung. Für die repräsentative Studie wurden 400 österreichische Personalverantwortliche aus Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeiter*innen befragt.
Die Ergebnisse geben Einblick in aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Österreich:
Künstliche Intelligenz, Green Jobs und IT als Zukunftsthemen
Die Hälfte der Unternehmen gab an, dass Weiterbildung in den kommenden Jahren eine größere Bedeutung einnehmen wird als bisher. Die Weiterbildungsthemen Künstliche Intelligenz (71%), Future Technologies/Green Jobs (57%) und IT-Skills (50%) werden laut den Befragten in den nächsten Jahren am stärksten an Bedeutung gewinnen. 24% der Unternehmen haben in ihren Budgets für 2025 mehr Mittel für Weiterbildung eingeplant als im Vorjahr.
Mehr Menschen bewerten KI-Entwicklungen positiv
Die Studie zeigt erneut einen deutlich positiven Trend bei der Einstellung gegenüber Künstlicher Intelligenz. Aktuell bewerten 74% der Unternehmen die rasante Entwicklung von KI als positiv. 2024 lag der Wert bei 64%. In der Weiterbildung nutzen bereits 37% der Unternehmen KI und 34% planen ihren Einsatz in Zukunft. Jedoch geben 24% an, dass KI in der Weiterbildung für sie (vorerst) kein Thema ist.
Kompetenz und Spezialisierung von Trainer*innen ausschlaggebend
Das reine Präsenztraining ist als Weiterbildungsformat (60% aller geplanten Maßnahmen) weiterhin beliebt. Digitale Formate bleiben mit 21% und Blended Learning mit 16% stabil. Bei der Wahl des Weiterbildungsanbieters ist die Trainer*innenkompetenz für 98% der Unternehmen das ausschlaggebendste Kriterium. Danach folgen Branchenfokus/Themenspezialisierung (91%) und die Verfügbarkeit von Lernmaterialien und Ressourcen (84%).
Drei Keynotes über KI-Zukunftsfragen
Am Tag der Weiterbildung griffen drei Keynotes die Themen der Studie auf und beleuchteten die Rolle von Künstlicher Intelligenz in der Bildung, Qualifizierung und Gesellschaft aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Unter dem Titel „Die Revolution der Weiterbildung“ befasste sich Christoph Wirl (Superintelligenz.EU/Magazin TRAiNiNG) mit der Entwicklung Künstlicher Superintelligenz – von heutigen KI-Chatbots bis hin zu selbstlernenden Systemen. Im Zentrum standen dabei neue Lernformen, KI im Wissensmanagement und die Überlegung, wie Lernprozesse durch KI grundlegend verändert werden können.
Ruben Hetfleisch (AI Austria/Doktorand bei Fraunhofer Austria) sprach im Beitrag „KI in Österreich – Status Quo & Ausblick auf unsere Bildung“ über die derzeitige Nutzung und Verbreitung von KI in der Gesellschaft. Thematisiert wurden mögliche Chancen und Herausforderungen für das Bildungssystem und inwieweit Österreich auf die KI-Entwicklungen der Zukunft vorbereitet ist.
Gudrun Feucht (Bereich Bildung & Gesellschaft in der Industriellenvereinigung) betonte in der Keynote „KI & Qualifizierung – Fachkräfte sichern, Chancen nutzen“ die Notwendigkeit gezielter Weiterbildungsmaßnahmen. Sie wies darauf hin, dass der Umgang mit KI weniger ein technisches als ein bildungspolitisches Thema sei und diskutierte Forderungen zur Weiterentwicklung der LLL-Strategie und zur Verankerung von Microcredentials als konkrete Lernformate.
Über den Tag der Weiterbildung
Der Tag der Weiterbildung findet seit 2009 jährlich statt und verfolgt das Ziel, berufliche Aus- und Weiterbildung in den Mittelpunkt zu rücken. Die österreichweite Weiterbildungsstudie soll seitdem Trends, Entwicklungen und Herausforderungen im beruflichen Aus- und Weiterbildungsbereich sichtbar machen und Handlungsempfehlungen abgeben. Der Livestream vom Tag der Weiterbildung 2025 ist für Interessierte online zum Nachschauen verfügbar.
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