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DigiCamp zu Digitalisierung und Erwachsenenbildung im Rückblick

26.09.2022, Text: Redaktion/CONEDU
Beim DigiCamp am 21.9. diskutierten die Teilnehmenden Themen wie virtuelle Lernumgebungen, flexible und interaktive Angebote sowie hybride Veranstaltungen und Medienkompetenz.
  • Zwei Personen stehen neben einem Lagerfeuer. Grafik: Undraw Lizenz, Katerina Limpitsouni, https://undraw.co/
    Digitale Ressourcen in der Erwachsenenbildung stehen im Mittelpunkt der DigiCamps.
Das Mini-Online-Barcamp bot Interessierten die Gelegenheit, ihre Erfahrungen weiterzugeben und anstehende Fragen zu diskutieren.

Lernen in virtuellen Sphären

Virtuelle Realitäten und innovative Lernumgebungen zu erkunden, stößt derzeit auf reges Interesse in der digitalen Erwachsenenbildung. Elisabeth Prähauser, Dörte Stahl und Michaela Herzog stellten in ihrer Session eine breite Palette an Online-Lernumgebungen vor, die vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten bieten. Articulate 360 etwa ist ein Autorentool, mit dem sich Kurse online erstellen lassen.

 

Die Teilnehmenden hinterfragten den Zweck und Nutzen der VR-Technologie, stellten eine Anleitung zum Selberbauen einer VR-Brille bereit und tauschten sich über Möglichkeiten aus, informelle Lernsettings und das Metaversum zu erleben. Topia, Frame und Spatial bieten entsprechende Lösungen an.

 

Die ergänzenden Eigenschaften von H5P als Plugin für Lernplattformen fanden ebenso Eingang in die Diskussion wie das im deutschsprachigen Raum populäre Kursmanagementsystem Moodle.

Flexibilität und Gestaltung von Online-Angeboten

Eine der Gruppen diskutierte mit Sessiongeberin Karin Kulmer (CONEDU) über flexible Angebote in der Erwachsenenbildung. Äußere Rahmenbedingungen wie die Covid-Krise bringen neue Anforderungen mit sich, und die Bedürfnisse der Zielgruppen verändern sich. Die Erfahrung zeigt, dass kürzere Formate (bis zu einem Tag) tendenziell lieber online besucht werden.

 

Beispielhaft besprochen wurde ein Kursdesign, bei dem der Start asynchron per Mail erfolgt und den Teilnehmenden in weiterer Folge kuratierte Materialien zur Verfügung gestellt werden – daneben werden Sprechstunden oder Online-Interviews angeboten und Fallbeispiele aus der Arbeitswelt dargelegt.  

 

Ein Thema war auch die Herausforderung, Bildungsformate aufgrund der Pandemie innerhalb weniger Wochen auf Online-Unterricht umzustellen. Dafür braucht es die Unterstützung der Institution, die passende technische Ausstattung sowie didaktisches Know-how im Online-Setting.

Hybride Meetings für kleines Geld

In der Session von Birgit Aschemann (CONEDU) ging es um die Frage, wie man hybride Sessions mit einem geringen Technikbudget umsetzen kann. Interaktionen in hybriden Veranstaltungen müssen je nach technischer Infrastruktur unterschiedlich moderiert werden. Umgekehrt kann man als geübte*r Hybrid-Moderator*in die fehlende technische Ausstattung kompensieren, indem man für Online-Teilnehmende alles verbalisiert, was nicht von Kameras oder Mikrofonen erfasst wird.

 

Auch Technologien können dazu dienen, den Hybriditätsgraben zu überbrücken. In kleinen Hybridmeetings ist das etwa mit einer Meeting-Owl möglich. Nützlich sind außerdem gemeinsame Smartphone-Anwendungen während des Meetings. Eine weitere „Brücke“ bildet eine bewegliche Kamera, die den jeweils Vortragenden folgt.

 

Ein kabelloses Mikrofon wie etwa Catchbox ist eine kreative Möglichkeit, Teilnehmende im Hybridunterricht einzubinden. Es kann auch selbst gebastelt werden. Dafür baut man ein kleines Mikrofon (wie etwa ein Rode Wireless GO II) in einen Schaumstoffwürfel oder einen Filzball ein. Diesen kann man weitergeben (oder werfen) und verbindet auf diese Weise ein didaktisches mit einem technischen Element.

Flipped Learning und interaktive Lernangebote

Cathrin Thomas berichtete im Breakout-Room zum Thema „Flipped Classroom“ aus dem Projekt „Deutsch für den Beruf: Sprachliche Qualifizierung für Pädagog*innen“. „Umgedrehter“ Unterricht hat sich hier bewährt. Interaktive Videos werden für die asynchrone Vorbereitung genutzt. In Live-Online-Meetings sind dann synchrones Lernen und kollaboratives Schreiben vorrangig.

 

Das Konzept wurde auch in der Erzieher*innen- sowie in der Pflegeausbildung eingeführt. Dabei stellt sich die Frage, wie Eigenlernaktivität angestoßen werden kann. Das „flipped“-Format eignet sich auch, um mit kommunikativ schwierigen Situationen umzugehen.

Medienkompetenz in der Erwachsenenbildung

In der Session über Medienkompetenz in der digitalen Welt, moderiert von Gunter Schüßler (CONEDU), reflektierten die Teilnehmenden über die vorherrschenden ökonomischen Strukturen, die den Konsum und das Teilen medialer Inhalte mit beeinflussen.

 

Über Aktivitäten und Likes in sozialen Netzwerken generiert jede Person ihre eigene Bubble, die nur bestimmte Informationen enthält. Dadurch wird der Blick auf die Welt bereits verzerrt.

 

Die Aufmerksamkeit der User*innen sozialer Medien wurde zur Währung. Inhalte werden emotionalisiert, um eine größere Reichweite zu erzielen – auf Kosten qualitativer journalistischer Recherche: Das öffnet Hate Speech und Fake News die Tür. Digitale Medienkompetenz kann dabei helfen, den Wahrheitsgehalt von Informationen und die zugrundeliegenden Interessen der Absender*innen zu ermitteln.  

                                                                                           

Der öffentliche politische Diskurs läuft Gefahr von privaten Unternehmen aufgrund ihrer Monopolstellung unterminiert zu werden, was unter dem Stichwort Plattform-Kapitalismus diskutiert wird.

 

Eine Frage, die sich allen Teilnehmenden stellte: Wie gelingt es, mehr Personen für den Diskurs über diese essenziellen Themen zu gewinnen? 

Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
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