LMS oder LXP: Welche Lernsoftware ist die richtige für mich?

10.07.2024, Text: Marion Kirbis, Redaktion: Redaktion/CONEDU
Organisationen können Learning Management Systeme oder Learning Experience Plattformen für ihre Weiterbildungen nutzen. Bei der Wahl zwischen den zwei Software-Optionen sind ihre individuellen Vorteile ausschlaggebend.
Zwei Personen sitzen gemeinsam an einem Tisch, jeweils vor einem Laptop.
Faktoren wie die Teamgröße geben Aufschluss darüber, welche Software am besten für eine Organisation geeignet ist.
Foto: Unsplash Lizenz, Mark Sivewright, https://unsplash.com

Sowohl Learning Management Systeme (LMS) als auch Learning Experience Plattformen (LXP) bieten Vorteile für die Weiterbildung in Organisationen. Beide Softwareanwendungen können für E-Learning und Blended Learning genutzt werden oder alternativ auch lediglich zur Bereitstellung von Materialien für die Präsenzlehre eingesetzt werden.

Ob LMS oder LXP die bessere Option für eine Organisation darstellen, ist vor allem von ihren Bedürfnissen und Zielen abhängig. Organisationen sollten bei der Entscheidung für LMS oder LXP also Faktoren wie die Teamgröße, Zielgruppe und die gewünschte Art der Weiterbildung einbeziehen.

Learning Management Systeme für Weiterbildungskurse

Bei einem LMS handelt es sich um eine Software zur Verwaltung von Schulungen oder Weiterbildungen in Organisationen. Mit ihr können die notwendigen Lern- und Schulungsinhalte an die Lernenden gebracht und ihre Lernerfolge verfolgt werden. Der Fokus liegt hier vor allem auf der Organisation und Verteilung von Bildungsinhalten. Beispiele für LMS sind Moodle, SAP SuccessFactors Learning und LMS365.

LMS verfügen in der Regel über eine Nutzer*innenverwaltung, mit der Organisationen verschiedene Rollen und Rechte an Nutzer*innen vergeben können. Somit können sie entscheiden, welche Personen an welchen Kursen teilnehmen können (Lernende) oder wer Administrator*innenrechte besitzt (Lehrende) und Kursinhalte und Dateien verwalten darf (z.B. Skripten oder multimediale Inhalte hochladen). Die Lernenden haben individuelle Accounts und können Lern- und Organisationswerkzeuge (z.B. Stundenpläne) sowie Kommunikationsmöglichkeiten (z.B. Diskussionsforen oder Chats) nutzen und Prüfungen ablegen.

Learning Management Systeme eignen sich vor allem dann für Organisationen, wenn mehrere unterschiedliche Kurse verwaltet werden bzw. alle Aktivitäten rund um die Schulungen wie z.B. die Anmeldungen, das Monitoring oder die Auswertung von Testergebnissen archiviert werden müssen.

Personalisierte Lernerfahrungen mit Learning Experience Plattformen

Learning Experience Plattformen zeichnen sich durch personalisierte und interaktive Lernerlebnisse aus. Durch den Einsatz von KI können LXP abhängig von den individuellen Interessen (z.B. Weiterbildung zu einem gewissen Thema) und Zielen (z.B. Weiterbildungen für eine bestimmte Jobposition) der Teilnehmenden personalisierte „Lernpfade“ eröffnen. Sie sind also besonders für Nutzer*innen interessant, die auf der Suche nach einem ganzheitlichen „Lernerlebnis“ sind. Beispiele für LXP sind edapp, degreed und Coursera.

Neben jenen Möglichkeiten, die auch LMS eröffnen, bieten LXP auch Features für mehr Interaktivität und Flexibilität. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf kooperativer Content Creation und kollektivem Lernen. Es können nämlich nicht nur Lehrende, sondern auch die Lernenden selbst Inhalte beisteuern. Das soll einerseits das „Lernerlebnis“ aller Teilnehmenden bereichern und andererseits für sozialen Austausch sorgen. In LMS können außerdem multimediale Lerninhalte aus verschiedenen Quellen integriert werden und sie sind i.d.R. über verschiedene Plattformen bzw. Geräte (Webbrowser, App, Desktop-Programm etc.) nutzbar.

Learning Experience Plattformen sind für Nutzer*innen geeignet, die Wert auf ein attraktives User Interface und gute Bedienbarkeit (User Experience) legen. Denn LXP orientieren sich in ihrer Optik an gängigen Design-Standards und übernehmen Elemente, die Lernende bereits aus sozialen Netzwerken (z.B. die „Like-Funktion“ für direktes Feedback) oder vom Online-Shopping (z.B. Empfehlungen von Produkten/Inhalten aufgrund des vergangenen Browsing-Verhaltens) kennen.

LMS oder LXP? Was passt zu meinem Team?

Um zu entscheiden, welche der beiden Weiterbildungsoptionen besser für eine Organisation geeignet ist, können laut ELBLearning verschiedene Kriterien herangezogen werden. Wenn es das Ziel einer Organisation ist, standardisierte strukturierte Schulungen oder Weiterbildungen anzubieten (formelles Lernen), eignen sich LMS besser. Wenn individuelle personalisierte Weiterbildung gefragt ist, sind LXP empfehlenswert.

Für kleine Organisationen bzw. Teams stellen LMS die simplere und meist kostengünstigere Option dar, während große diverse Teams vom individualisierten Lernen mit LXP profitieren können. Ist die Zielgruppe an Weiterzubildenden lokal – also z.B. auf eine kleine Organisation – begrenzt, sind LMS eine gute Wahl. LXP, die über integrierte KI-Übersetzungstools verfügen, können bei einem internationalen vielsprachigen Publikum – etwa bei der Angestelltenweiterbildung in weltweit tätigen Unternehmen – nützlich sein und durch kooperatives Lernen beim Teambuilding helfen.

Weitere Informationen:
Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

Verwandte Artikel