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Lebenslanges Lernen in ländlichen Regionen

17.09.2014, Text: Julia Rodlauer, Online-Redaktion
Handbuch des öieb zeigt auf, wie Lebenslanges Lernen die regionale Entwicklung vorantreibt und was dabei zu beachten ist.
  • Foto: (C) Julia Rodlauer/EDUCON
    Lebenslanges Lernen als Chance für die regionale Entwicklung
Das vom Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung (öieb) herausgegebene Handbuch "Lebenslanges Lernen in LEADER-Regionen 2014-20" thematisiert auf 63 Seiten die Wichtigkeit, Lebenslanges Lernen (LLL) als Ziel und Maßnahme innerhalb des LEADER-Programmes für die Förderung der Entwicklung ländlicher Regionen zu nutzen.

 

Ländlicher Raum hat stark aufgeholt
Wirtschaftlich gesehen hat der ländliche Raum in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten stark aufgeholt, geht aus der Broschüre hervor. Auch bei den Bildungsabschlüssen haben viele ländliche Regionen zu den Städten aufgeschlossen oder diese teilweise sogar überholt (z.B. beim Anteil an Lehrabschlüssen oder mittleren Schulabschlüssen).

 

Dennoch existieren immer noch strukturelle Hindernisse im Weiterbildungsbereich im ländlichen Raum wie geringere Angebotsdichte, lange Anfahrtswege oder Ausdünnung der Infrastruktur.

 

Innovation und Wettbewerbsfähigkeit durch Lebenslanges Lernen sichern
Um die unterschiedlichen Herausforderungen, mit denen ländliche Regionen konfrontiert sind, wie z.B. Migration, bildungsferne BürgerInnen, Globalisierung, demografischer Wandel, Bildungsbarrieren oder Wechsel in Bildungs- und Berufslaufbahnen, zu meistern und in weiterer Folge innovativ sowie wettbewerbsfähig zu bleiben, ist LLL nach Ansicht der AutorInnen aber eine Grundvoraussetzung.

 

LLL als Mittel und Ziel im LEADER-Programm
Um LLL im Rahmen von LEADER umzusetzen, existieren zwei Möglichkeiten. Zum einen entwickeln Regionen Lern- bzw. Qualifizierungsangebote, welche die Entwicklungsziele der Region unterstützen – zum Beispiel die Steigerung der Wertschöpfung, Festigung oder nachhaltige Weiterentwicklung der natürlichen Ressourcen und des kulturellen Erbes sowie Stärkung der für das Gemeinwohl wichtigen Strukturen und Funktionen.

 

Zum anderen legen die Regionen LLL als eigenständiges regionales Entwicklungsziel fest. Dazu gehören beispielsweise die Erhöhung der Bildungsbeteiligung, Verbesserung der Bildungsinformation oder die Aktivierung spezifischer Zielgruppen für Bildungsangebote (wie SeniorInnen, Bildungsferne und MigrantInnen).

 

Beide Zugänge schließen einander nicht aus, sondern können parallel verwirklicht werden. In der regionalen Entwicklungsphase sollten Regionen darauf achten, so die AutorInnen, regionale Stakeholder und ExpertInnen aus dem (Weiter-)Bildungsbereich von Anfang an einzubinden, um von deren Expertise zu LLL zu profitieren. In der Umsetzungsphase wird empfohlen, mit einem beratenden Gremium zu LLL weiterzuarbeiten.

 

Das LEADER-Programm
Als "Liaison Entre Actions de Développement de l’Economie Rurale", also Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft, ist LEADER Teil des ländlichen Entwicklungsprogramms (LE2020). Die EU rief 1991 LEADER ins Leben, um innovative Strategien zur Entwicklung ländlicher Regionen zu fördern.

 

LEADER unterstützt Regionen dabei, ihre Wertschöpfung, Lebensqualität, regionale Identität, die Beteiligung der BürgerInnen und Förderung benachteiligter Gruppen zu steigern.

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