Video: Bilder generieren mit KI – praktische Tools für die EB

05.06.2024, Text: Gunter Schüßler, Redaktion/CONEDU
KI-Bildgeneratoren ermöglichen es, auf Basis eines kurzen Text-Prompts anschauliche Bilder zu erzeugen. Für die Erwachsenenbildung ergeben sich einige Einsatzmöglichkeiten, aber auch Risiken wie etwa Deepfakes.

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Video: Video: Bilder generieren mit KI – praktische Tools für die EB
Video: CC BY 4.0, CONEDU, Juni 2024. Von der CC BY-Lizenz ausgenommen sind alle eingeblendeten Screencasts sowie die enthaltenen Logos.

Erstellt man als Erwachsenenbildner*in Präsentationsfolien, verfasst ein Social Media-Posting oder entwirft ein Zertifikat, so benötigt man meist Grafiken oder Bilder, um die Produkte visuell zu unterstützen. Stock-Medien waren bisher eine beliebte Möglichkeit, die eigenen Lernmaterialien optisch zu verschönern. Oft findet man aber zu einem bestimmten Thema kein passendes Bild oder das gewünschte Foto ist kostenpflichtig. Hier zeigt sich ein Vorteil von KI-Bildgeneratoren: Nutzer*innen können in wenigen Worten das Bild beschreiben, das sie gerne hätten. Einige KI-Tools erzeugen qualitativ hochwertige Bilder und sind zudem kostenlos. Damit ergeben sich gerade für Bildungsanbieter oder Trainer*innen zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten für die eigene Praxis.

Materialien gestalten mit dem MS Designer

Der Microsoft Designer ist für zwei unterschiedliche Anwendungsfälle nützlich. Zum einen lassen sich mit dem Design Creator Unterlagen erstellen, wie etwa Zertifikate, deren Design nach Belieben angepasst werden kann.

Zum anderen können Erwachsenenbildner*innen den Image Creator nutzen, um Bilder von der KI generieren zu lassen. Zu beachten ist dabei, dass KI-generierte Menschen typischerweise der Norm-Schönheit entsprechen und die Ergebnisse nicht immer perfekt ausfallen. Am häufigsten finden sich solche „KI-Fehler“ bspw. an den Fingern.

Für das Generieren der Bilder verwendet der Microsoft Designer das Modell Dall-E von Open-AI. Mit einem privaten Microsoft Account lässt sich der Designer in einem Umfang von täglich bis zu 15 Prompts nutzen. 100 Prompts stehen mit einem kostenpflichtigen Copilot Pro-Abo zur Verfügung.

Bilder generieren mit Adobe Firefly

Der kostenlose KI-Bildgenerator Adobe Firefly zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass generierte Personen oftmals natürlicher wirken und nicht so sehr an die Norm-Schönheit angepasst sind. Generell liefert das KI-Tool Bilder von sehr guter Qualität. Dadurch wird es aber auch zunehmend schwieriger, KI-generierte Bilder von Fotografien zu unterscheiden. Für die Verwendung von Firefly ist eine kostenlose Anmeldung erforderlich, die mit einem bestehenden Account bei Google, Microsoft, Apple oder Facebook erfolgen kann oder aber mit Registrierung über die eigene E-Mail-Adresse. 

Weiters ist es möglich, Bilder mit der Software von Adobe generativ zu erweitern. Das KI-Tool kann also einen Bildbereich hinzufügen und so auch das Seitenverhältnis neu anpassen.

Einzelne Objekte im Bild können auch wegradiert werden, und es ist möglich per Prompt-Eingabe einzelne Objekte in ein Bild einzufügen. Auf diese Weise können Nutzer*innen die generierten Bilder sehr flexibel gestalten und zudem kostenlos herunterladen.

Wenn nicht im Rahmen einer Beta-Version anders angeführt, dürfen die mit Firefly generierten Bilder auch kommerziell verwendet werden.

Realistische Ergebnisse erzielen mit Midjourney

Fotorealistische Bilder lassen sich vor allem auch mit dem KI-Tool Midjourney erzeugen. Dafür ist jedoch eine Anmeldung über Discord erforderlich, mit der man ab einer bestimmten Bilderzahl auch die Alpha-Version über den Browser nutzen kann.

Über die Galerie kann man sich von den generierten Bildern anderer inspirieren lassen, deren Prompts kopieren und abändern und neue Bilder daraus erstellen. Wer Hilfe beim Prompten benötigt, kann auch den AI Image Prompt Generator verwenden.

Personen, die Bilder generieren, werden von Midjourney als deren Eigentümer gesehen. Sie gewähren dem Dienst umgekehrt ebenfalls ein Nutzungsrecht an den Bildern.

Ideogram: Text in KI-Bildern darstellen

Wer auch einen Text bzw. Schriftzug in einem KI-generierten Bild integriert haben möchte, sollte Ideogram ausprobieren. Der KI-Bildgenerator unterscheidet klar zwischen der Anweisung und dem anzuzeigenden Text. Ideogram bietet zudem eine recht übersichtliche Benutzeroberfläche, die den Prompt, das verwendete Modell wie auch die Dimensionen des generierten Bildes ausweist.

Die Nutzung erfordert eine Anmeldung per Google- oder Apple-Account. Täglich können bis zu 25 Prompts kostenlos eingegeben werden. Erlaubt ist auch die kommerzielle Nutzung der Bilder.

Dall-E: Bilder im Chat verfeinern

Wer ChatGPT kostenpflichtig nutzt, kann Bilder über Dall-E von ChatGPT generieren lassen. Es ist möglich, die generierten Bilder dialogisch nachzubessern und etwa einzelne Elemente im Bild entfernen oder abändern zu lassen.

Eine Anwendungsmöglichkeit von Dall-E bietet das Erstellen einer Bildkartei, indem man durch einen entsprechenden Prompt in kurzer Zeit viele Bilder zu einem übergeordneten Thema erhält. Die von Dall-E erzeugten Bilder dürfen heruntergeladen, vervielfältigt, verkauft und vermarktet werden. Open AI behält sich aber ebenso Nutzungsrechte an den Bildern vor.

Stereotype und Deepfakes: darauf gilt es zu achten

KI-Bildgeneratoren erzeugen häufig stereotype Darstellungen. Das liegt zum einen daran, dass Personengruppen bereits in den Trainingsdaten falsch dargestellt wurden oder über- bzw. unterrepräsentiert waren. In den generierten Bildern werden Stereotype reproduziert und schlecht repräsentierte Gruppen unklar dargestellt. Solche Bilder sollten nicht in Umlauf kommen – ein kritischer Blick ist hier gefragt.

Daneben bergen KI-Bildgeneratoren die Gefahr der Erzeugung von Deepfakes. Das sind täuschend echt wirkende Manipulationen, die reale Personen in einem Kontext zeigen, der nie stattgefunden hat. Auch „Face Swapping“-Software zählt dazu: Hierbei werden die Gesichter von Personen getauscht.

Wichtig ist, die Nutzungsbedingungen des Anbieters zu beachten, KI-generierte Bilder auszuweisen und generell auch zu überlegen, ob jemand durch die Verwendung eines Bildes seine Interessen verletzt sehen könnte. Das kann etwa bei Stil-Imitationen zeitgenössischer Kunst der Fall sein.

Der Einsatz von KI-Tools in Bildungsangeboten erfordert eine reflektierte Herangehensweise sowie strategische Überlegungen. Haben Sie schon eine KI-Strategie?

Weitere Informationen:
Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

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