BMBWF   Mitteilungen  |  Förderungen  |  Über das BMBWF
PORTAL   Newsletter  |  Sitemap  |  English

Aufzeichnung: Beruf "ErwachsenenbildnerIn" im digitalen Zeitalter

06.03.2020, Text: Birgit Aschemann, Redaktion/CONEDU
Die Aufzeichnung des DigiTalk vom 5. März steht nun zum Nachsehen zur Verfügung.
Video: CC BY 4.0 CONEDU, März 2020
Digitalisierung verändert den Beruf "ErwachsenenbildnerIn" - aber wohin geht die Reise? Das diskutierten die ErwachsenenbildnerInnen Susanne Zierer, Hildegund Heczko, Marianne Hammani-Birnstingl und Philip Taucher beim DigiTalk im Rahmen des offenen Onlinekurses EBmooc plus. Potentiale des digitalen Wandels wurden dabei ebenso reflektiert wie mögliche Veränderungen der Berufsrollen und Berufsbilder.

 

Beruflichkeit von ErwachsenenbildnerInnen verändert sich

Erwachsenenbildung im digitalen Zeitalter – das bedeutet neue Lerninhalte, neue Tools, Formate und Online-Räume. Auch die Arbeitsformen, die Gewohnheiten der Zielgruppen und die Anforderungen an ErwachsenenbildnerInnen sind im Wandel begriffen.

 

Dass sich in diesem Kontext viel in der Beruflichkeit von ErwachsenenbildnerInnen verändert, scheint klar: es verändern sich die Beziehungen zwischen ErwachsenenbildnerInnen und TeilnehmerInnen, ebenso wie zwischen Unterrichtenden und Anbietereinrichtungen. Mit dem digitalen Arbeiten in der Erwachsenenbildung ist ein ganzes Bündel an Herausforderungen, aber auch ein ganzes Bündel an Chancen verbunden, und das sowohl auf Ebene des Bildungsmanagements bzw. der Einrichtungen als auch auf der Ebene der Unterrichtenden.

 

Digitales Arbeiten erfordert Investitionen

Digitale Inhalte gut auszuwählen und didaktisch gut aufzubereiten ist arbeits- und zeitaufwändig, so der Tenor der Diskussion. Das gilt obwohl (oder sogar weil?) praktisch alle Teilnehmenden ein Smartphone eingesteckt haben. Es gilt aber vor allem zu Beginn, wenn man mit digitalen Ressourcen oder digitalen Tools startet - später rentiert sich diese Arbeit für viele, und man wird beim Lernen, beim Überarbeiten und auch beim Auffinden von offenen Ressourcen schneller.

 

Das alles darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass digitales Arbeiten in der EB keine Zeitersparnis und keine finanzielle Ersparnis bringt, sondern vielmehr wirklich Investitionen erfordert: in die Infrastruktur, in das Personal und auch in eine gezielte Organisationsentwicklung im Sinne der digitalen Transformation. Sowohl die ReferentInnen als auch Stimmen von TeilnehmerInnen im Chat und in einer Umfrage machten dies deutlich.

 

Digitalisierung muss mehr als ein Wort sein

Dafür brauche es in der Organisationsleitung eine aktive Herangehensweise und intern eine gute Vernetzung - Digitalisierung müsse mehr als ein Wort sein, wurde in der Diskussion und im Chat betont. Schließlich haben wir es mit einem Leitmedienwandel zu tun, der den Charakter des Wissens und des Lernens verändert. Das ist nun auch in der Erwachsenenbildung klar. Für Unterrichtende bringt das neue Aufgaben und eine neue Rolle mit sich. Sie müssen es „aushalten", dass TeilnehmerInnen manches besser wissen, und dass Lernen auf Augenhöhe stattfinden soll.

 

Was macht nun diese neue Rolle aus? Von Lernbegleitung, Qualitätskontrolle, Auswahl und Didaktisierung von verfügbaren Ressourcen war im Webinar die Rede, aber auch von der Herstellung digitaler Inhalte und vom guten Moderieren, Kommunizieren und dem Anbieten guter Reflexionsräume – bis hin zur Kooperation mit Technikunternehmen, die viel vom EB-Knowhow profitieren könnten. Es gibt also zahlreiche Aufgaben für ErwachsenenbildnerInnen, auch wenn sie nicht mehr „vorne stehen und Inhalte vermitteln".

 

Aufruf zu Kooperation und aktiver Mitgestaltung

Verhandlungssache ist und bleibt die Finanzierung bzw. auch Bezahlung der Arbeitsleistung (und Infrastruktur). In diesem Zusammenhang ist eine gute und unabhängige Organisation von ErwachsenenbildnerInnen wichtig, um gemeinsam entsprechende Bedingungen für digitales Arbeiten erwirken zu können. Trotz aller Konkurrenz und Anspannung, die mit dem digitalen Wandel im Beruf verbunden ist, wird Vernetzung und Kooperation immer wichtiger – darin waren sich DiskutantInnen und TeilnehmerInnen einig.

 

Gleichzeitig machte die Diskussion deutlich, dass der Wandel gerade erst passiert. Wer in der Erwachsenenbildung tätig ist, tut also gut daran, ihn aktiv mitzuerleben, zu erforschen und mitzugestalten.

 

Nächstes Webinar am 26. März 2020

Der nächste DigiTalk im Rahmen des EBmooc plus findet am 26. März 2020 statt und beschäftigt sich mit der sicheren Nutzung von digitalen Technologien sowie Fragen rund um Datenschutz und Privatsphäre. Am Podium diskutieren Matthias Jax, Michael Lanzinger und Julia Schindler, die Moderation erfolgt durch CONEDU. Die Online-Veranstaltung ist für Interessierte kostenlos zugänglich.

Creative Commons License Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.
Verwandte Artikel
ESF - Aktuelle Calls EBmooc