eLearning: Ein Hype und sein natürlicher Zyklus
Potenziale der IKT: es geht nicht von selbst
Klar ist inzwischen: Die "neuen" Medien (IKT) machen das Lernen nicht unbedingt schneller, nicht unbedingt billiger, nicht unbedingt einfacher, nicht unbedingt demokratischer und nicht unbedingt weniger aufwändig in der Vorbereitung. Obwohl all das ihr Potenzial ist und auch wirklich gelingen kann, braucht es Strategie und Ressourcen-Einsatz – es geht nicht von selbst. Genügt diese Erkenntnis schon, um einen Hype abklingen zu lassen?
Jeder Hype folgt einem Zyklus
Technologische Hypes folgen einem Hype-Zyklus, wie er von der Gartner-Beraterin Jackie Fenn 1995 beschrieben wurde. Dieser Hype-Zyklus beschreibt die Phasen der öffentlichen Aufmerksamkeit, die eine neue Technologie nach ihrer Einführung durchläuft. Demnach sind nach einem ersten Bekanntwerden Phasen mit überzogenen Erwartungen und darauffolgenden Enttäuschungen völlig normal. Längerfristig ist ein Plateau der Produktivität zu erwarten, wenn die Vorteile der Technologie anerkannt und genutzt werden.

Digitale Lernformate folgen einem Hype-Zyklus. (Klick zum Vergrößern)
Grafik: CC BY CONEDU/Kulmer auf Basis der Vorhersage von Web Courseworks Ltd 2017
Digitale Lehr-Lern-Formate: Plateau der Produktivität
Anfang 2017 haben Mitarbeiter von Web Courseworks Ltd. einige digitale Lernformate auf diesem Hype-Zyklus angeordnet. Zentrale Aussage ist auch hier die Zyklushaftigkeit der Reaktionen: Irgendwann pendeln sich die Reaktionen beim stabilen Funktionieren und Arbeiten ein. Konkret habe mobiles Lernen bereits das Plateau der Produktivität erreicht, und MOOCS sind bereits knapp davor. Diese Zuordnungen sind zweifellos Momentaufnahmen und auch nicht für alle Bildungssektoren und Regionen gleichermaßen gültig, zeigen aber klar den Trend.
MOOCs als Chance der Erwachsenenbildung
Dass MOOCs in der Erwachsenenbildung im Kommen sind, betont auch Joachim Sucker am 17.1.2017 in seinem Blogbeitrag mit dem Titel "Keiner will digitale VHS-Kurse."
Wenn digital begleitete Kurse bei Bildungsanbietern wie den Volkshochschulen auf wenig Nachfrage stoßen, so sei das überwiegend hausgemacht und mit der Tradition und der Kundschaft dieser Einrichtungen begründet. Frei verfügbare MOOCs seien da eine große Chance, auch als traditionellerer Erwachsenenbildungs-Anbieter verfügbare Ressourcen zu nutzen und zu einem eigenen Bildungsangebot zu machen – so geschieht es ja auch aktuell mit dem EBmooc in Österreich.
Und sie bewegt sich doch
Sucker nennt eine Reihe weiterer erfolgreicher Beispiele, z.B. in Zusammenhang mit der Fachhochschule Lübeck. Die Nutzung solcher Angebote bringt für die einzelne Einrichtung keine Kosten, aber eine große Chance, eine neue Zielgruppe und ein neues Format für sich zu erschließen. Sie riskieren wenig und haben die Chance, aus einem fertigen Online-Angebot ein Blended Learning-Angebot zu machen. Daher auch unsere aktuelle Einschätzung: die Erwachsenenbildung steht hier nicht an einem bestimmten Punkt, sie ist dabei, sich gewaltig zu bewegen.
Digital Roadmap als Auftrag
Rückenwind und einen politischen Rahmen dafür bietet die Digital Roadmap – die digitale Strategie der österreichischen Bundesregierung aus dem Jahr 2016. Sie enthält ein klares Bekenntnis für MOOCs als Weiterbildungsformat im Allgemeinen und für den EBmooc als Schwerpunkt-Maßnahme für ErwachsenenbildnerInnen im Speziellen.
- Hype-Zyklus nach Gartner Inc.
- Hype-Zykluns digitale Lernformate von Web Courseworks Ltd.
- EBmooc: Hintergrundinformationen
- Joachim Sucker auf allesauszucker
- Digital Roadmap Austria
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